Jugendhandball in Zeiten von Corona
Teamgeist aus der Ferne

Greven/Reckenfeld -

Auch in Zeiten, in denen die heimischen Handballer nicht ihre Schuhe schnüren dürfen, um ihr Lieblings-Hobby auszuüben, sind sie erfinderisch. Der Nachwuchs der Handballfreunde hat eine Geo-Coaching-Aktion ins Leben gerufen.

Dienstag, 16.02.2021, 10:30 Uhr
Schnitzeljagd statt Torejagd: Die Jugendspieler der Handballfreunde starteten eine Geocaching-Aktion - organisiert von den eigenen C-Junioren.
Schnitzeljagd statt Torejagd: Die Jugendspieler der Handballfreunde starteten eine Geocaching-Aktion - organisiert von den eigenen C-Junioren. Foto: Privat

In Greven und Reckenfeld liegen Schätze. „Unsere C-Jugend hat eine Geo-Cache-Schnitzeljagd für die anderen Juniorenteams vorbereitet – eine tolle Idee“, berichtet Stefan Hufelschulte , Jugendkoordinator bei den Handballfreunden Reckenfeld/Greven. Kleine Dosen sind versteckt – wer sie anhand der veröffentlichten GPS-Daten findet, knipst für alle anderen ein Beweisfoto.

Die Aktion brachte und bringt Abwechslung in das neue Trend-Hobby für Minis bis ungefähr C-Jugendliche: Spazierengehen mit der Familie. Was die sportliche Lage betrifft, gäbe sich der Handball-Nachwuchs freilich schon mit weniger als einem Schatzfund zufrieden. Einfach ein Stück Normalität, das wäre eigentlich genug. „Gerade jetzt wird einem doch sehr bewusst, wie wichtig Mannschaftssport für uns ist“, sagt Hufelschulte.

Die Übungsleiter halten digitalen Kontakt zu ihren Schützlingen: „Die B-Jugend hat zum Beispiel Videoanalysen ihrer Testspiele durchgeführt.“ Als erste Mannschaft der noch jungen Vereinsgeschichte hatte die Truppe den Sprung in die Bezirksoberliga geschafft. Und war nach enorm aufwendiger Vorbereitung fit für das Abenteuer. Aber dann: kam der Lockdown – exakt pünktlich zum Saisonstart. Seitdem schauen sie sich vorbildliches Abwehr- und intelligentes Angriffsverhalten auf Video an.

Dort und in anderen Teams stecken sich Coaches und Spieler gemeinsam Ziele, wie oft man joggen geht. Ein Spielerschwund im Juniorenbereich sei bisher nicht zu verzeichnen – weshalb Hufelschulte keineswegs bange ist um die Zukunft der HF-Jugendabteilung.

Wahr sei aber auch, dass einige Teams seit über einem Jahr keinen Wettkampf mehr bestritten haben. Jüngst hat der Handballverband verkündet, dass der Spielbetrieb in der Saison 2020/21 gar nicht mehr aufgenommen wird. Es fehlt letztlich ein ganzes Jahr handballerische Ausbildung. „Das ist schwierig aufzuholen“, prognostiziert Hufelschulte. Zu der Frage nach den Folgen für die sportliche Entwicklung gesellt sich die emotionale Komponente – denn, na klar: Die Sehnsucht nach quietschenden Schuhen auf Hallenparkett, nach leicht abgegrabbelten Bällen, nach gemütlichem Beisammensein – sie wächst und wächst. Aber wann ist ernsthaft mit einem Neustart zu rechnen? „Man muss realistisch sein“, meint der Jugendkoordinator. „Handball ist nun mal eine Sportart mit intensivem Körperkontakt.“ Da werde man sich in der Halle erst wiedersehen, wenn Treffen in großen Gruppen ohne Risiko vertretbar seien: „Die Gesundheit der Familien und Trainer geht vor.“

Falls die Corona-Lage bis dahin entspannt genug ist, plant der Verband vor den Sommerferien einen kleinen regionalen Wettbewerb mit den „alten“ Teams.

Der Wechsel in die nächsthöhere Altersklasse – der normalerweise kurz nach den Osterferien ansteht – dürfte dann ausnahmsweise wohl erst im kommenden Sommer erfolgen. Irgendwann wird es in jedem Fall weitergehen – und die Handballfreunde bereiten sich mit größtmöglichem Optimismus auf diesen Tag vor: „Wenn es so weit ist“, versichert Hufelschulte, „dann sind wir bereit!“

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