Wer überlebt den sportlichen Lockdown?
Wie nach einem Meteoriten-Einschlag

Greven/Reckenfeld -

Wie geht es weiter in den verschiedenen Sportarten, wenn der Lockdown endet. Fest steht: Die Tischtennis-Saison wird annulliert.

Donnerstag, 25.02.2021, 19:17 Uhr aktualisiert: 25.02.2021, 19:20 Uhr
Welche Folgen hat Corona für die Vereine. Sie dürften, wie nach einem Meteoriteneinschlag kaum absehbar sein.
Welche Folgen hat Corona für die Vereine. Sie dürften, wie nach einem Meteoriteneinschlag kaum absehbar sein. Foto: colourbox

Ok, der Vergleich hinkt an mehr als nur einer Stelle. Doch in gewisser Weise gibt es Quervergleiche – und vor allem böse Prognosen. Und insofern stellt sich dann doch die die bange Frage: wer wird überleben? Die Dinosaurier zogen jedenfalls mehrheitlich den Kürzeren vor gut 65 Millionen Jahren, als am Ende der Kreidezeit entweder ein Meteoriteneinschlag, ein Vulkanausbruch oder ein anderes epochales Ereignis den Urzeitgeschöpfen die Lebensgrundlage entzog. In der Neuzeit wütet Corona, und auch im Sport dürfte sich die Pandemie langfristig gravierend auswirken. Nun stellen sich viele Vereins-Obere in nahezu allen Sparten und Abteilungen die gleiche Frage: wer also wird wiederkommen, wenn alles (endlich) wieder seinen normalen Gang geht?

Bei den Keglern des SC Reckenfeld deutet sich zumindest an, dass der plötzliche und unerwartete Boom, der nach der Fusion mit den Ballsportlern aus Tecklenburg eingesetzt hatte, jäh eingebremst wird. „Das war schon sehr ungewöhnlich“, erklärt Frank Reinker vom SC Reckenfeld. „Nach dem Aufstieg in die zweite Bundesliga gab es hier einen regelrechten Schub beim Nachwuchs. Wir mussten bei den Jugendlichen sogar schon einen zweiten Trainingstag einführen, weil einer nicht mehr ausreichte. Das ist für die Sportart Kegeln schon mehr als ungewöhnlich.“ Reinkers bange Frage: Werden die Talente nun wiederkommen, wenn die Reckenfelder Kegelbahnen wieder öffnen?

Fakt ist: Der für den SCR zuständige Verband DSKB (Deutscher Schere-Keglerbund) hat die Saison in der Bundesliga abgebrochen. Alle Partien wurden annulliert, was für den Aufsteiger schon sehr enttäuschend ist. Die SCR-Erste rangierte zum Zeitpunkt des plötzlichen Saisonendes aussichtsreich auf dem dritten Tabellenplatz mit Kontakt nach ganz oben. Ende Oktober war dann Schluss, die Kegler rechnen nun damit, dass die neue Saison im September 2021 gestartet wird. Ein gutes Jahr im sportlichen Lockdown – da stellt sich unter den heimischen Keglern, aber auch in den Vereinen bundesweit, die Frage: wer hat überlebt?

Mit den Keglern fühlen dürften auch die heimischen Tischtennisspieler, denn seit heute steht offiziell fest: die Saison 2020/21 wird annulliert. Alle Punktspiele der einzelnen DJK-Mannschaften wurden aus der Wertung genommen, die Uhren quasi auf Null gestellt. Es gibt in den einzelnen Ligen sportlich gesehen weder Ab- noch Aufsteiger, die neue Spielzeit dürfte – wenn Corona es zulässt – im September des laufenden Jahres beginnen.

Doch auch hier blicken die Grevener zunächst einmal skeptisch in den Tischtennis-Himmel. Haben alle Vereine überlebt? Wer wird wiederkommen nach der langen Pause? Das ist auch ein Damoklesschwert, das Reinhard Rothe aktuell nicht gut schlafen lässt. Der Routinier kümmert sich bei den Grevenern mit großem Engagement um die Jugendarbeit und fragt sich: „Werden die Kinder wiederkommen, wenn die Hallen wieder öffnen? Training, Wettkampf – das ist doch alles schon aus dem normalen Alltag der Kids verschwunden. Was können wir machen, damit sie trotzdem kommen?“

Wo es Verlierer gibt, da gibt es in der Regel auch Gewinner – und analog zur Dino-Zeit Überlebende. In Greven haben die Golfer beim GC Aldruper Heide den großen Einschlag relativ unbeschadet überstanden. Seit dem 22. Februar ist Golfen nach dem Verordnungen des Corona-Schutzgesetzes wieder erlaubt, der GCA öffnete am 23. – alle Startplätze waren von 8 bis 17 Uhr komplett ausgebucht. „Das Wetter spielt uns ja zusätzlich in die Karten. Wir konnten uns einfach sehr gut auf den Startschuss vorbereiten. Die Plätze sind nach der Pause in einer sehr guten Verfassung. Außerdem gibt es ja ein ausgeklügeltes Hygiene-Konzept, das wir strickt umsetzen. Wir sind natürlich überglücklich“, sagt GCA-Jugendwart Konrad Dömer. Im Gegensatz zu einigen anderen Sportclubs haben die Golfer nicht mit einem Mitgliederschwund zu rechnen, sie freuen sich über einen Zuwachs. Insofern hat Corona den Ballsportlern sogar an der einen oder anderen Stelle zu einem kleinen Boom verholfen.

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