Gronau
Beste Noten auf dem Fußball-Zeugnis

Donnerstag, 16.08.2007, 14:08 Uhr

Gronau . So ein Zeugnis wünscht sich wohl jeder: Es wimmelt nur so von Einsen und Zweien. Tim Hölscher hat allen Grund, stolz auf seine Noten zu sein, auch wenn es hier nicht um Deutsch, Mathematik oder Biologie geht, sondern um Zweikampfverhalten, Kondition und Torgefährlichkeit.

„Er ist ein ganz guter Schüler“, sagt seine Mutter, Steffi Hölscher, zufrieden. Aber er ist eben ein noch besserer Fußballer. Das hat er nach seinem ersten Jahr in der D-Jugend von Schalke 04 sogar schriftlich: Gesamtnote 1,86 – so steht es schwarz auf weiß auf dem Jahreszeugnis, das ihm seine Trainer ausgestellt haben nach einer überaus erfolgreichen Saison. Im Reviersport-Cup, der inoffiziellen Meisterschaftsrunde mit den Nachwuchsteams namhafter (Bundesliga-)Vereine, belegte er mit seiner Mannschaft souverän Platz eins, erzielte selber 13 Tore in 16 Spielen und bereitete etliche vor.

Tim Hölscher gehört unzweifelhaft zu den größten Talenten, das der Gronauer Fußball in den letzten Jahren hervorgebracht hat. Und woher er seine Begabung hat, ist eigentlich keine Frage. Schließlich war auch Vater Gerd Hölscher ein erfolgreicher Kicker.

Heute ganz vorne, früher ganz hinten: Seine ersten Erfahrungen als Fußballer nachte Tim Hölscher bei den Minikickern der SG Gronau als Torwart. „Er wollte das damals unbedingt, und er war kein schlechter Schnapper“, erinnert sich Gerd Hölscher, der seinen Sohn danach bei den Schwarz-Weißen bis zu den D-Junioren als Trainer begleitete. Schon bald rückte Tim auf die Position hinter den Spitzen. „Man hat schnell gemerkt, dass der Junge mit dem Ball umgehen kann. Er hat viele Freistöße versenkt und eigentlich immer die meisten Tore erzielt“, so der Vater.

Im Jahr 2005 wurden dann die Talentspäher des FC Schalke 04 auf den Nachwuchskicker aus Gronau aufmerksam, als der mit dem älteren E-Jugend-Jahrgang bei der Hallenkreismeisterschaft antrat. S04-Scout Willi Schmalz hatte es eigentlich auf einen anderen Spieler abgesehen, zeigte sich dann aber von Wirbelwind Tim Hölscher überaus angetan. „Wer ist denn der kleine Neuner“, soll er erstaunt gefragt haben. Doch mit neun Jahren war der Gronauer damals noch zu jung für die Schalker, die ihn danach aber weiter beobachten ließen.

„Ein Jahr haben wir danach nichts mehr gehört, bis im Frühjahr 2006 der nächste Anruf kam und Tim eingeladen wurde“, erinnert sich Steffi Hölscher. Von da an nahm er ein Mal wöchentlich in Gelsenkirchen am Probetraining teil. „Das war schon härter und zweikampfbetonter als bei SG“, berichtet der Gronauer über seine ersten Erfahrungen bei den Königsblauen. „Aber ich habe gleich dagegengehalten und gezeigt, dass ich mithalten kann.“ So verwunderte es nicht, dass im Mai 2006 die Zusage für den Wechsel zu Schalke 04 kam.

Dort hat sich der Gronauer in seiner ersten Saison auf Anhieb einen Stammplatz als Mittelstürmer in der D-Jugend (U12) erarbeitet und ist zu einer echten Stütze seines Teams geworden. „Ich habe mich sehr weiterentwickelt, insbesondere, was Zweikampfverhalten und Schnelligkeit betrifft.“

Und es waren unvergessliche Erlebnisse, gegen Mannschaften wie Gladbach, Leverkusen, Köln oder Aachen zu spielen. Besonders gerne erinnert sich Tim Hölscher an die Partie gegen Köln, als ihm in der letzten Minute mit einem Heber das 1:0 gelang. „Ein tolles Gefühl“, so der Gronauer, den etwas anderes aber fast noch mehr diebisch freut: „Wir sind Erster vor dem BvB geworden“, betont er mit einem triumphierenden Grinsen. Tolle Erlebnisse waren auch internationale Turniere in Frankreich, den Niederlanden und Belgien.

Und so nimmt Tim Hölscher dann auch gerne in Kauf, dass ihm auch in der neuen Saison kaum Freizeit neben Schule und Fußball bleiben wird. Essen, Schularbeiten machen, umziehen und los: Vier Mal pro Woche geht es nachmittags nach Gelsenkirchen zum Training, das bis zu zweieinhalb Stunden dauert – dazu kommt noch ein Spiel pro Woche. „Das wäre ohne die Unterstützung von Opa und Tante, die ihn oft fahren, gar nicht möglich“, betont Gerd Hölscher.

Doch alle Mühen sollen sich auszahlen. Schließlich hat das Fußball-Talent ehrgeizige Ziele. „Mein großer Wunsch ist es, mit 14 Jahren ins Fußball-Internat von Schalke aufgenommen zu werden“, sagt Tim Hölscher. Und natürlich hat er noch einen viel größeren Traum – irgendwann vielleicht in der Bundesliga zu spielen.

Anzeige
http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/437997?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F3661143%2F94%2F35322%2F715267%2F715272%2F
1100 vertrauliche Mails mitgelesen
Das Auslesen des Passwortes machte es möglich, sich Zugriff auf das Mailkonto des Greveners zu verschaffen. Der Täter soll pikanterweise ein Familienmitglied sein.
Nachrichten-Ticker