Gronau
„Saison für mich ein absoluter Reinfall“

Sonntag, 21.12.2008, 09:12 Uhr

Gronau-Epe. Nach dem Landesliga-Aufstieg ging am Wolbertshof so ziemlich alles schief, was nur schief laufen konnte. Vorwärts Epe hatte sich auch nur punktuell verstärkt. Folglich war Jens Weinberg als Neuzugang vom SuS Stadtlohn einer, auf dem viele Hoffnungen ruhten. Doch zusammen mit der Mannschaft ging auch Weinberg unter. WN-Mitarbeiter Nils Reschke sprach mit dem Gronauer über den Klassenerhalt, die Kritik an seinen Leistungen und seine Zukunft am Wolbertshof.

Bisher hat es für Vorwärts Epe erst zu drei mageren Unentschieden gereicht. Wie erklärst Du Dir als Spieler diese schwache Bilanz?

Jens
Weinberg: Vielleicht kam der Aufstieg tatsächlich ein Jahr zu früh. Die Mannschaft ist ja noch sehr jung, kann und muss auch sehr viel lernen. Hinzu kommt, dass ausgerechnet in dieser Situation die Führungsspieler ihrer Rolle nicht gerecht werden.

Wozu Du als Neuzugang aus der Westfalenliga sicherlich auch gehörst.

Weinberg: Für mich persönlich ist diese Saison ein absoluter Reinfall . Ich weiß selber, dass ich viel mehr kann, aber derzeit nur 40 Prozent abrufe. Und ich bin garantiert selbstkritisch genug, um zu wissen, dass diese Leistung von mir nicht reicht. Aber die Spiele am Sonntag sind die eine Sache. Die andere sind Trainingsleistungen oder Ansprechpartner sein für die jungen Spieler. Und da kann ich mir keinen Vorwurf machen.

Trotzdem gibt es natürlich kritische Töne. Wie gehst Du damit um?

Weinberg: Was von außen an die Spieler herangetragen wird, interessiert mich nicht. Ich weiß ganz genau und am besten, dass das nicht die Leistung sein kann, mit der ich persönlich oder die Mannschaft im Allgemeinen zufrieden sein können.

Der Start verlief mit dem 1:1 gegen die Spielvereinigung Vreden eigentlich noch verheißungsvoll. Wie hast Du die anschließende Talfahrt erlebt?

Weinberg: Vielleicht war dieses Ergebnis ein wenig zu viel des Guten und hat uns für den Moment zu sicher gemacht. Danach hat sich dann alles gegen uns gewendet. Das gilt auch für mich: Die Leistungen waren schwach, es folgte die Sperre, das alles hat sich wie ein roter Faden durch diese Saison gezogen.

Nach einer solchen Bilanz stellt sich oft die Trainerfrage. Erreicht Robbert Weegerink die Spieler überhaupt noch?

Weinberg: Da kann ich natürlich nicht für alle sprechen, aber doch für viele. Robbert, aber auch Dirk Werenbeck und Gerd Meyer, tun wirklich alles. Ich bin von ihnen vollends überzeugt. Doch was sollen sie groß ändern? Ein Problem ist sicher, dass im Training oft viele Spieler aufgrund ihres Jobs oder Studiums fehlen.

Ist der Klassenerhalt denn überhaupt noch zu schaffen?

Weinberg: Der ist noch zu schaffen, auch wenn einige jetzt verwundert gucken werden. In meiner Zeit in Stadtlohn habe ich schon einmal solch eine Situation erlebt. Da lagen wir zur Winterpause sogar zehn Punkte zurück, haben anschließend eine Siegesserie gestartet und waren die zweitbeste Rückrundenmannschaft. Noch ist alles möglich. Roxel, Heiden und Wettringen sind noch nicht aus der Welt. Nur irgendwann müssen wir auch endlich punkten.

Wie sieht Deine Zukunft aus? Gibt es die überhaupt am Wolbertshof?

Weinberg: Ich habe mein Bleiben davon abhängig gemacht, ob auch unser Trainertrio weiterhin bei uns bleibt, weil ich glaube, sie sind genau die Richtigen. Sollten die Planungen anders aussehen, würde ich auf jeden Fall noch einmal das Gespräch suchen müssen. Aber prinzipiell will ich auf jeden Fall bleiben. Denn ich habe die Suppe mit eingebrockt und will sie dann auch wieder mit auslöffeln. So viel Charakter habe ich schon.

Anzeige
http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/521763?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F3661143%2F94%2F35322%2F715252%2F715253%2F
Archäologen graben auf Gelände der geplanten JVA nach Bodendenkmälern
Das Luftbild zeigt das frisch geackerte Gelände (vier Quadranten im oberen Bereich), auf dem die neuen JVA entstehen soll, noch vor Beginn der Grabungsarbeiten.
Nachrichten-Ticker