Gronau
Fair Play wird groß geschrieben

Montag, 11.01.2010, 15:01 Uhr

Gronau-Epe - Den Wanderpokal und 500 Euro Siegprämie heimste beim AWD-Cup der TuS Hordel ein, der im Finale Fortuna Köln mit 3:2 bezwang. Den größten Beifall aber erhielt der FC Eintracht Rheine, der das A-Junioren-Turnier von Vorwärts Epe auf Rang drei beendete.

„Hätte es einen Fair-Play-Pokal gegeben, er wäre euch sicher gewesen“, dankte Turnierleiter Richard Falkenberg den Emsstädtern und sprach verbunden damit gleich die Einladung für den AWD-Cup 2011 aus: „Solche großartigen Mannschaften müssen sich für unser top besetztes Turnier nicht erst qualifizieren.“ Außerdem wollen die Eperaner den FC Eintracht Rheine für den neuen Fair-Play-Wettbewerb des Verbandes vorschlagen.

Doch was war geschehen? Im Halbfinale führte der FC Eintracht 2:1 gegen Fortuna Köln und war auf dem Weg Richtung Endspiel, als die Kölner ein Tor erzielten. Der Unparteiische hatte das wohl nicht erkennen können und wollte weiterspielen lassen, als ihn Rheines Trainer Lothar Berning auf seinen Irrtum hinwies. Daraufhin korrigierte der Schiedsrichter seine Entscheidung und erkannte den Treffer zum 2:2 an. Bei diesem Spielstand blieb es. Es ging ins Neunmeterschießen, wo sich schließlich die Kölner behaupteten.

„Wer weiß, ob Köln ohne diese Fairness noch den Ausgleich geschafft hätte. Eine ganz, ganz große Geste. Schließlich ging es um die Endspielteilnahme und einen ordentlichen Batzen Geld“, lobte Falkenberg diese vorbildliche Aktion des Eintracht-Coaches, für die sich Kölns Mannschaftsführer später bei der Siegerehrung auch vor vollen Rängen bedankte.

Die zahlreichen mitgereisten FCE-Fans feierten derweil ihre Mannschaft mit kleineren La-ola-Wellen, hatten doch die Berning-Schützlinge im Spiel um Platz drei ein wahres Feuerwerk der Begeisterung entfacht. Gleich mit 9:2 wurde der Westfalenligist aus Hamm, zuvor noch strahlender Sieger seiner Vorrundengruppe, entzaubert.

Doch was war schon bei diesem Turnier normal? Nach Plan verlief nur die Vorrunde, dann scheiterten die Favoriten der Reihe nach. Plötzlich war der VfL Osnabrück aus dem Wettbewerb, dann der FC St. Pauli, schließlich auch Eintracht Braunschweig. Aber nicht nur die Nordlichter erwischte es: Titelverteidiger FC Gütersloh und der Vorjahresdritte aus Wuppertal erreichten nicht einmal die K.o.-Phase.

Und dann war da noch der TuS Hordel. Nach nur einem Sieg (bei gleicher Tordifferenz mit dem ausgeschiedenen FC Epe) als glücklicher zweitbester Gruppendritter noch ins Viertelfinale eingezogen, schien das Aus für den Westfalenligisten vorprogrammiert, als es gegen den Bundesligisten VfL Osnabrück ging. Doch Hordel überraschte alle, ging 2:0 in Führung, nahm den 2:2-Ausgleich gelassen hin, um dann im Neunmeterschießen für die erste ganz große Überraschung zu sorgen.

Das Weiterkommen der Mannschaft aus dem Bochumer Raum hatte nun wirklich niemand erwartet: Im Wettbewerb „Tipp den Sieger“ hatte kein Zuschauer auf den TuS Hordel gesetzt.

Gleich danach wurden die Fans mit dem nächsten Leckerbissen verwöhnt, als Landesligist FC Eintracht Rheine den FC St. Pauli nach Neunmeterschießen bezwang. „Vielleicht das beste Spiel des Turniers“, schwärmte Falkenberg.

Als schließlich nach einem langen Tag gegen 19.30 Uhr das Finale angepfiffen wurde, waren die Rollen klar verteilt. Obwohl Hordel auch im Halbfinale gegen Hamm (3:1) überrascht hatte, sprach der bisherige Verlauf für Fortuna Köln. Der Turnierneuling aus der Mittelrheinliga hatte schon das Gruppenspiel gegen Hordel 10:3 gewonnen und sich nach seinem Patzer gegen den FC Epe (2:4) im Viertelfinale wieder in prima Spiellaune präsentiert (6:2 gegen Braunschweig). Aber es passte zu diesem Turnier der Überraschungen, dass im Endspiel nicht Köln, sondern Hordel 3:0 in Führung zog. Nils Remagen sicherte sich durch seine zwei Treffer zwar noch die Torjägerkanone, konnte den Sieg des TuS Hordel aber nicht mehr verhindern.

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