Gronau
TVG-Triathleten pulverisieren Bestzeiten

Dienstag, 20.07.2010, 16:07 Uhr

Roth/ Gronau - Es war ein Tag, wie ihn die Triathleten des TV Gronau noch nicht erlebt hatten: gleich elf Starter und auch Finisher bei einem Langdistanz-Triathlon, erstmals zwei Frauen, die die klassische „ Ironman “-Distanz meisterten, zum Teil deutliche Verbesserungen der persönlichen Bestzeiten und ein Debütant mit einer Zeit, die bisher noch kein Gronauer erreichte. Vor allem aber war es ein Tag der Emotionen beim Challenge in Roth.

„Auf euch wartet ein Tag voller Erlebnisse, vielleicht auch voller Leid“, sagte der Geistliche, der morgens kurz vor 6 Uhr die 3200 Einzelstarter und 1800 Staffelteilnehmer am Rhein-Main-Donau-Kanal auf den Start einstimmte. Temperaturen um 15 Grad, eine leichte Kühle nach dem Regen des Vorabends und leichte Nebelschwaden lagen noch über dem Wasser, in das sich auch die Gronauer in verschiedenen Startgruppen zum Schwimmen über 3,8 km begaben. Andreas Grüter war in 58:52 Min. der Schnellste von ihnen. Rolf Schweiger in 1:01:15 Std. und Wilhelm Nassmacher in 1:02:00 Std. waren erwartungsgemäß fast gleichauf. Aber auch die anderen - Edgar Teuber in 1:05:51 Std., Robert Effing in 1:10:19 Std., Heiko Kaack in 1:10:23 Std., Bernd Niehenker in 1:13:07 Std.; Joachim Flüthmann in 1:17:09 Std., Ralf ter Beek in 1:17:10 Std., Silke Lammers in 1:17:19 Std. und Ulrike Elsbernd in 1:25:40 Std. - hatten noch nicht wirklich Zeit verloren.

„Jetzt kommt dein Part!“ Diesen Anfeuerungsruf eines Gronauer Zuschauers hatte Heiko Kaack wohl noch im Ohr, als er die 180 km auf dem Rad in Angriff nahm. „Der Heiko ist geradezu an mir vorbeigeflogen“, berichtete die vor ihm gestartete Silke Lammers später. Mittlerweile waren die Temperaturen zwar auf knapp über 20 Grad gestiegen, doch noch war der Himmel bedeckt, und vor allem störte kein Wind. In 5:05:56 km spulte Kaack die 180 km herunter - 4:31 Min. schneller als der eher als Radspezialist bekannte Schweiger und ebenfalls schneller als Flüthmann (5:22:47 Std.), Nassmacher (5:26:07 Std.) und Grüter (5:28:08 Std.). Auch Effing (5:30:33 Std.), Teuber (5:34:14 Std.), Niehenker (5:53:36 Std.), Beek (6:04:36 Std.) sowie Elsbernd (5:38:50 Std.) und Lammers (5:45:09 Std.) lagen alle noch auf Kurs Richtung erwarteter Zeiten.

Schweiger vier Minuten vor Kaack, dahinter mit rund 13 Minuten Abstand Grüter und Nassmacher, weitere 13 Minuten zurück Flüthmann, Teuber und Effing: So lautete nun die Reihenfolge. Fast gleichauf lagen die beiden Damen Silke Lammers und Ulrike Elsbernd mit Zwischenzeiten über sieben Stunden.

Doch wie heftig würde der „Mann mit dem Hammer“ beim Marathon zuschlagen und wann würde er kommen? Mittlerweile war auch die Sonne herausgekommen, und so entwickelten sich 42,2 km am Kanal entlang auch zur Hitzeschlacht. Hatten Schweiger und Kaack zunächst noch gut das eingeschlagene Tempo halten können, verloren beide auf dem zweiten Streckenteil Sekunde um Sekunde. Nassmacher hingegen - mit den meisten Laufkilometern in der Vorbereitung - konnte Zeit gutmachen. 3:36:44 Std. für ihn und 3:55:45 Std. für Schweiger bedeuteten, dass die beiden fast zeitgleich ins Ziel kamen. 10:12:15 Std. lautete die Endzeit für Schweiger, der damit seine Bestmarke um 34 Minuten unterbot, 10:12:55 Std. für Nassmacher, der sich um 16 Minuten steigerte. Das Sahnehäubchen gab es dann bei der Siegerehrung am Tag darauf. Rolf Schweiger belegte bei den Deutschen Meisterschaften in der Altersklasse M50 Platz drei, Wilhelm Nassmacher wurde hier Fünfter.

Die Überraschung aus Gronauer Sicht überhaupt lieferte allerdings Heiko Kaack. Trotz Zeiteinbußen im Schlussteil meisterte der Debütant auf der Langdistanz den Marathon in 3:40:57 Std. und kam nach 10:04:30 Std. ins Ziel - 22 Minuten früher als Robert Effing als der bis dahin schnellste Gronauer „Ironman“.

Auch die anderen Gronauer glänzten mit Topleistungen. Grüter lief als Debütant den Marathon in 3:55:52 Std. und kam nach 10:30:46 Std. ins Ziel. Flüthmann verbesserte seine Bestzeit mit 4:28:23 Std. beim Marathon auf 11:16:40 Std., und die beiden ersten Gronauer „Eisenfrauen“ Silke Lammers und Ulrike Elsbernd jubelten nach 4:03:29 Std. beim Marathon und 11:11:12 Std. insgesamt sowie 4:16:38 Std. für die Laufstrecke und 11:16:15 Std. gesamt. Zudem konnten sie sich als Fünfte und Siebte in der W35 noch über einen Top-Ten-Platz bei der DM freuen.

Auch für Robert Effing mit einer Laufzeit von 3:54:29 Std. und 10:42:17 Std. gesamt, Bernd Niehenker mit 4:40:02 Std. laufend und 11:58:20 Std. gesamt, Edgar Teuber mit 5:10:49 Std. beim Marathon und 12:00:16 Std. gesamt sowie Ralf ter Beek mit 6:04:36 Std. für die 42,2 km und 12:26:49 Std. gesamt, war der Einlauf im Triathlonpark in Roth am Ende Emotion pur.

Die Staffel „Fix & Fox & Fertig“ mit Elmar Buss (56:08 Min. Schwimmen), Rembert Schütte (6:02:02 Std. Rad) und Annette Nassmacher (4:02:07 Std. Laufen) belegte in 11:04:06 Std. Platz 139, „Kenias letzte Reserve“ landete mit Klaus Grosche (1:28:55 Std. Schwimmen), Michael Graff (6:12:28 Std. Rad) und Petra Perick (3:45:47 Std. Laufen) auf Platz 188.

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