Fußball | Bezirksliga 11: Vorwärts Epe
Vom Verletzungspech verfolgt

Gronau-Epe -

Über Platzmangel mussten sich die Bezirksliga-Kicker von Vorwärts Epe zuletzt bei den Übungseinheiten nicht beklagen. Auch in dieser Woche war es ein überschaubares Grüppchen, das Dirk Bülbrun im Training begrüßen konnte. Anfehlender Motivation lag das allerdings nicht.

Samstag, 24.09.2016, 14:09 Uhr

Sechs Kicker sind bei Vorwärts Epe derzeit außer Gefecht – darunter auch Justin Bauer,i.
Sechs Kicker sind bei Vorwärts Epe derzeit außer Gefecht – darunter auch Justin Bauer,i. Foto: Hoof

„Zehn bis zwölf Spieler – einschließlich der beiden Torhüter“, berichtet der Coach und stellt angesichts des Verletzungspechs , das seine Truppe getroffen hat, kopfschüttelnd fest: „Alleine drei Knieverletzungen in drei Wochen, das ist gang, ganz bitter. So etwas habe ich noch nie erlebt – und ich bin ja schon länger Trainer.“

Vor allem im defensiven Bereich hat es die Grün-Weißen mit aktuell sechs Ausfällen getroffen. Zwei „Altlasten“ hatte Bültbrun bei seinem Einstand zum Beginn der Vorbereitung schon „übernommen“. Innenverteidiger Max Peters hatte sich in der Rückrunde 2015/16 verletzt und befindet zumindest schon wieder im leichten Aufbautraining. Der zentrale Mittelfeldspieler Stefan Kurtdili kann nach seiner Verletzung in der Vorsaison dagegen bisher nur Laufeinheiten absolvieren. „Die beiden würden uns in der aktuellen Situation gut tun, sind aber auf absehbare Zeit keine Option“, gibt sich Bülbrun keinen Illusionen hin.

Doch damit nicht genug: In der laufenden Spielzeit erwischte es gleich vier weitere Spieler binnen drei Wochen. Zunächst den „Sechser“ Justin Bauer , der sich im Derby gegen den FC Epe unter anderem einen Kreuzbandriss zuzog. „Das geht schon in Richtung Totalschaden im Knie“, meint sein Trainer und sieht es als „leider realistisch, dass die Saison für ihn beendet ist“. Frühestens im April oder Mai erwartet er Bauer zurück. „Wir werden den Teufel tun, ihn zu früh wieder zu belasten, bevor alles hundertprozentig auskuriert ist.“

Etwas glimpflicher scheint Marcel Deelen, ebenfalls auf der Sechserposition beheimatet, davongekommen zu sein, der eine Woche später in Weseke mit schmerzverzerrtem Gesicht vom Platz musste. „So, wie das Knie geschwollen war, haben alle auf Kreuzbandriss getippt. Aber zum Glück haben sich die schlimmsten Befürchtungen nicht bestätigt“, atmet Bülbrun etwas auf und hofft, dass Deelen „nächste oder übernächste Woche“ zumindest wieder ins Lauftraining einsteigen kann. „Aber das ist dann immer noch kein Mannschaftstraining. Ob er vor der Winterpause noch mal spielen wird, ist ungewiss.“

Mit etwas Glück könnte dagegen Richard Schopf vielleicht sogar schon am Sonntag gegen den VfB Hüls eine Alternative sein. Der Innenverteidiger hatte sich gegen Haltern eine Oberschenkelverhärtung zugezogen. „Das ging schon in Richtung Muskelfaserriss. Deshalb hat er zwei Wochen nicht trainiert“, sagt Bültbrun. „Vorsichtig optimistisch“ zeigt er sich auch bei Ferdinand Lepping, den es ebenfalls in der Partie gegen Haltern am Knie erwischte. Der Verdacht auf einen Meniskus- oder gar Kreuzbandschaden hat sich aber nicht bewahrheitet. „Vielleicht steht er nächste Woche wieder zur Verfügung – aber das wird eine Hängepartie“, meint der Coach.

Dass auch Lepping im zentralen defensiven Mittelfeld auf der Sechs spielte, verwundert fast schon nicht mehr. Wohl aber das geballte Verletzungspech, das die Grün-Weißen heimgesucht hat. Alles unglücklicher Zufall? „Hätte ich sechs Leute mit Muskelverletzungen, müsste ich schon überlegen, ob die Spieler überlastet sind, und würde Trainingssteuerung und -inhalte überdenken“, sagt Bültbrun. „Aber bei Knieverletzungen hast Du null Einfluss. Das sind fast immer ganz unglückliche Situationen“, gibt er zu bedenken. Sicher sei es jedoch ein Anzeichen dafür, „dass die Spieler vollen Einsatz zeigen und sich nicht zu schade sind, intensiv in Zweikämpfe zu gehen“. Auch, wenn es schlimmstenfalls unglücklich enden könnte. „Den Gedanken, wegen der vielen Verletzungen einen Gang zurückzuschalten, sollten die Spieler nicht im Hinterkopf haben“, betont der Trainer. „Nur spielerisch kannst Du in der Bezirksliga nicht bestehen. Das würde auch unserer Grundphilosophie widersprechen.“ Und irgendwann muss die Verletzungspechsträhne bei Vorwärts ja auch vorbei sein.

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