Fußball | Bezirksliga 11: FC Epe im WN-Zeugnis
Der Fokus richtet sich nach oben

Epe -

Abstiegs- oder Titelkampf? Verpatzte Chancen oder unbändiger Torjubel? Offenes Scheunentor oder Defensivbollwerk? Wie also lief das erste Halbjahr sportlich für die heimischen Fußballvereine? Bevor die Saison Mitte Februar fortgesetzt wird, haben sich die WN die Klubs zur Brust genommen und alle Zahlen, Serien und Platzierungen analysiert. Weiter geht es heute mit den Bülten-Kickern vom FC Epe, die bis auf Platz vier schielen.

Freitag, 27.01.2017, 15:01 Uhr

Gegen Oberligist SuS Stadtlohn endete die Pokalsaison für den FC Epe frühzeitig wie unglücklich mit 0:1. In der Meisterschaft scheint vor dem Punktspielstart weitaus mehr möglich, Den Fokus richten sie in den Bülten klar nach oben, denn Platz vier ist nicht weit weg,
Gegen Oberligist SuS Stadtlohn endete die Pokalsaison für den FC Epe frühzeitig wie unglücklich mit 0:1. In der Meisterschaft scheint vor dem Punktspielstart weitaus mehr möglich, Den Fokus richten sie in den Bülten klar nach oben, denn Platz vier ist nicht weit weg, Foto: Kristian van Bentem

Würden sich der FC Epe und Lokalrivale Vorwärts in der Bundesliga begegnen, dann hätte diese Partie ihren Stammplatz in jedem Jahresrückblick gehabt. Wir schreiben den 28. August 2016. Auf den Tag genau also vor fünf Monaten treten die Blauen bei den Grünen an. Das Eper Derby am Wolbertshof – ein packender Fight, an den sich heute noch alle Fans erinnern. Gleich drei Spieler des FCE fliegen vom Platz. Doch die Mannschaft von Jeroen van der Veen dreht ein 0:1 trotzdem und gewinnt sensationell noch mit 2:1.

Nackte Zahlen

Größte Sorgen wie 2015/16, als der FCE lange um den Klassenerhalt bangte, müssen sie sich in Bülten dieses Mal nicht machen. Die Blau-Weißen überwintern auf Platz neun – mit mehr Luft nach oben als unten. Denn bis zum Tabellenvierten SV Gescher sind es nur drei Zähler. Das Polster auf die Abstiegsränge wiederum beträgt aktuell schon zwölf Punkte. Auffällig ist dabei die eher schlechte Tordifferenz von -7. Epe spielt in dieser Saison eben sehr defensivorientiert. Es sprangen im Erfolgsfall eher knappe Siege heraus. Im Gegenzug gab es einige deutliche Pleiten. So ist das Torverhältnis von 23:30 zu erklären. Und ebenfalls die Tatsache, dass der FCE nach Schlusslicht SuS Olfen (22 Tore) die schlechteste Offensive der Bezirksliga stellt.

Strahlende Sieger

Der 2:1-Derbysieg am Wolbertshof wurde bereits erwähnt. Es war natürlich das bisherige Highlight 2016/17 aus FCE-Sicht. Und es dürfte auch nur schwer zu toppen sein. Drei Punkte, noch dazu gegen den Lokalrivalen, aber eben auch gegen einen Titelanwärter. Warum der FC Epe bisher nichts mit dem Abstieg zu tun hatte, liegt vor allem an der Punktausbeute gegen Mannschaften aus dem oberen Tabellendrittel: die Siege in Lippramsdorf und gegen den FC Marl, die beiden Unentschieden gegen den Vierten SV Gescher, das Remis beim VfB Hüls. Nur ein einziges Mal allerdings gelang den Blauen bei ihren sechs Siegen ein Erfolg mit mehr als einem Tor Differenz – beim 4:2 gegen den Vorletzten Adler Weseke. Daraus leitete Trainer Jeroen van der Veen schon damals Schlüsse ab, die auch für die Rückrunde Gültigkeit haben: „Heute haben wir gesehen was möglich ist, wenn wir uns nicht nur auf die Stärken in der Defensive beschränken, sondern ebenfalls mit Tempo nach vorne spielen.“

Herbe Packungen

Die höchste Pleite setzte es direkt vor der Winterpause. Denn mit 0:6 gingen die Bülten-Kicker beim aktuellen Spitzenreiter SG Borken unter. Solange sich solche Niederlagen auf die absoluten Top-Teams beschränken, kein Problem. 1:4 hieß es ebenfalls beim Ligadritten TuS Haltern 2. Wenn sich allerdings in der Rückserie zu viele Punktverluste dazugesellen, die niemand so auf der Rechnung hatte, muss der FC aufpassen, eine bisher sehr ordentliche Spielzeit nicht noch zu vermasseln. Das 1:1 beim Schlusslicht SuS Olfen war gewiss ernüchternd. Das 2:3 zu Hause gegen den Drittletzten SF Merfeld eine Enttäuschung. Weil zu viele Chancen ausgelassen wurden, weil Epe danach zu lethargisch auftrat. Das sah auch Co-Trainer Sven Terglane damals so: „Nach zehn Minuten müssen wir mindestens 3:0 führen. Nach 90 Minuten haben wir diese Partie noch nicht einmal unverdient verloren.“

Tolle Serien

Eine gewisse Konstanz erreichte der FC Epe erst ab dem fünften Spieltag mit dem überraschenden 1:0-Auswärtserfolg beim Favoriten SV Lippramsdorf. Daran schlossen sich fünf weitere Partien an, in denen die Blau-Weißen nicht mehr verloren, ihre beste Saisonphase erlebten. Drei Mal gestattete das Team von Jeroen van der Veen seinen Gegner dabei gar keinen Treffer. Insgesamt stand die Defensiv exzellent und ließ nur zwei Gegentore zu. Ebenfalls auffällig: Auf fremden Plätzen präsentierte sich der FCE äußerst stabil und verlor seine ersten fünf Gastspiele gar nicht. So kommt die Mannschaft auf eine komplett ausgeglichene Auswärtsbilanz. Nur zwei von acht Spielen wurden verloren.

Schlimme Durststrecken

Ins gravierend Negative schlug die Leistungskurve bei den Blau-Weißen nur selten. Allerdings ist nicht zu übersehen, dass die Ergebnisse seit Ende Oktober 2016, also im zweiten Abschnitt der Hinrunde, seltener überzeugten. In dieser Phase leistete sich Epe auch das einzige Mal zwei Niederlagen hintereinander, die zudem deutlich ausfielen. 0:3 gegen den TSV Marl-Hüls 2, 1:4 hieß es nach 90 Minuten in Haltern. Damals suchte van der Veen auch Fehler in der taktischen Ausrichtung: „Wir wollten heute mitspielen. Vielleicht war das ein Fehler.“

WN-Zeugnis

Der FC Epe findet sich im gesicherten Mittelfeld wieder. Das ist die positivste Erkenntnis nach der ersten Halbserie. Der Fußball der Blau-Weißen ist vielleicht nicht immer der attraktivste, weil im Sommer eben auch ein Umdenken stattgefunden hat. Ergebnisorientiert, meist defensivstark und häufig auch effektiv: So präsentierte sich der Klub aus den Bülten seinen Fans. Festzuhalten bleibt: Erledigen die Blauen ihre Hausaufgaben in der Vorbereitung, ist die Hoffnung auf eine noch bessere Platzierung berechtigt. Denn der Rückstand zu den vorderen Teams und Plätzen ist nicht besonders groß. Bis dahin vergibt die WN-Sportredaktion ein absolut berechtigtes Befriedigend (3).

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