Tennis: 15. Gronau Open
Eine ungeahnte Erfolgsgeschichte

Gronau -

Sie starteten als Versuch – und wurden ein Erfolg sondergleichen. 2004 rief der TV Grün-Gold die Gronau Open ins Leben. Heute sind sie im Kalender von Tennisdamen in ganz Deutschland fest verankert. Jens Gabbe hat das Turnier von Beginn an begleitet und erklärt im Interview den Erfolg.

Dienstag, 21.08.2018, 09:40 Uhr
Veröffentlicht: Montag, 20.08.2018, 19:45 Uhr
Zuletzt bearbeitet: Dienstag, 21.08.2018, 09:40 Uhr
Spiel, Satz, Sieg Gronau Open: 2004 als Versuchsmodell gestartet, ist das Turnier heute fest im Terminkalender von Tennisspielerinnen aus ganz Deutschland verankert.
Spiel, Satz, Sieg Gronau Open: 2004 als Versuchsmodell gestartet, ist das Turnier heute fest im Terminkalender von Tennisspielerinnen aus ganz Deutschland verankert. Foto: sh

Zum 15. Mal steigen am morgigen Mittwoch die vom TV Grün-Gold ausgerichteten Gronau Open. Eine Erfolgsgeschichte, die ihresgleichen sucht: Das Damen-Tennisturnier startete 2004 Jahren als Versuchsmodell – ein Erfolg war damals vollkommen ungewiss. Heute sind die Open an der deutsch-niederländischen Grenze ein fester Bestandteil im Terminkalender der weiblichen Tenniscracks. Jens Gabbe begleitet das Turnier seit seinen Anfängen. Bei der Premiere war er Vorsitzender des TV Grün-Gold. Bis heute ist der 76-Jährige Mitglied der Turnierleitung und dort für die Sponsorenbetreuung zuständig. WN-Mitarbeiter Christian Besse sprach mit ihm über die Anfänge, das Erfolgsrezept und die Spielerin, die ihn in den vergangenen Jahren, ganz unabhängig vom sportlichen Ergebnis, am meisten beeindruckt hat.

Wie ist es 2004 zur Gründung der Gronau Open gekommen?

Gabbe: Entstanden ist das Turnier durch eine Idee von meinem Sohn Sven, dem heutigen Turnierleiter, und Heinz Braasch, der damals Oberschiedsrichter war. Der wusste, dass es in Westfalen einen Mangel an Damenturnieren gab. Wir hatten damals gerade ein neues Clubhaus gebaut und mit unseren neun Plätzen nun die Möglichkeit, ein solches Turnier auszutragen. Damals haben wir uns gesagt: „Mal schauen, ob so etwas in Gronau funktionieren kann, in unserer Grenzlage . . .“

Sie haben also nicht geahnt, geschweige denn gehofft, dass die Gronau Open dermaßen einschlagen würden?

Gabbe: Nein. Ich habe gedacht: „Wir können froh sein, wenn sich das Turnier einigermaßen am Leben hält.“ Heute setzt unsere Meldeliste für die deutschen Damen praktisch nach den US Open an. Das haben wir unter anderem der Treue unserer Sponsoren zu verdanken und dem professionellen Ablauf auf den Plätzen mit Balljungen, Stuhlschiedsrichtern oder elektronischen Anzeigentafel. Ganz wichtig ist aber auch das Drumherum: Wir bieten einen Fahrdienst für die Spielerinnen und sorgen für Übernachtungsmöglichkeiten. So ist das Turnier durch Mund-zu-Mund-Propaganda Jahr für Jahr immer größer geworden.

Welche Spielerin hat Ihnen in den vergangenen anderthalb Jahrzehnten am meisten imponiert?

Gabbe: Imponiert haben mir viele. Mit am meisten beeindruckt hat mich damals Andrea Petkovic, die unser Turnier nach ihrem Kreuzbandriss nutzen wollte, um erst einmal wieder reinzukommen. Nach der ersten Runde hat sie sich aber wieder verletzt und musste erneut für mehrere Wochen pausieren. Man hat ihr angesehen, dass sie hätte losheulen können – aber sie hat trotz allem die Zähne zusammengebissen und sich absolut professionell verhalten.

An herausragenden und bekannten Teilnehmerinnen herrscht bei den Gronau Open ja bekanntlich kein Mangel. Gibt es dennoch eine Spielerin, die die Turnierleitung noch auf dem Zettel hat, bisher aber nicht buchen konnte?

Gabbe: Nein. Eine Angelique Kerber etwa käme für uns gar nicht infrage. Profispielerinnen sammeln Weltranglistenpunkte, die sind bei uns nicht zu holen. Unsere Intention war immer, jungen Spielerinnen eine Chance zu geben, sich auf einem größeren Turnier zu zeigen und erfahrenen Spielerinnen wie etwa Katharina Rath, die auch Familie oder Beruf zu stemmen haben, die Möglichkeit zu geben, weiterhin noch anspruchsvolles Tennis zu spielen.

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