Fußball | Kreisliga A2: SG Coesfeld - Schöppingen
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Schöppingen -

In der letzten Saison schrammte A-Ligist ASC Schöppingen haarscharf am Aufstieg vorbei. 2018/19 läuft es gar nicht. Zumindest nicht konstant gut. Vor der Partie am Freitagabend (20 Uhr) beim Dritten SG Coesfeld rangiert der ASC nur auf Platz sechs. Zuvor überraschten die Vechtestädter mit kuriosen Ergebnissen: Siegen gegen Spitzenteams, aber auch unerklärliche Niederlagen gegen Kellerkinder. Hinter all diesen Resultaten allerdings stecken zum Teil tragische Geschichten. Denn das, was Rafael Figueiredo aus dem Schöppinger Lazarett so zu berichten weiß, kann er kaum selbst glauben.

Donnerstag, 08.11.2018, 20:00 Uhr
Veröffentlicht: Donnerstag, 08.11.2018, 20:00 Uhr
Schmerz lass nach: Schöppingens Spielertrainer Rafael Figueiredo sieht sich Woche für Woche mit neuen Herausforderungen konfrontiert. Die Verletzungssorgen reißen einfach nicht ab beim A-Ligisten.
Schmerz lass nach: Schöppingens Spielertrainer Rafael Figueiredo sieht sich Woche für Woche mit neuen Herausforderungen konfrontiert. Die Verletzungssorgen reißen einfach nicht ab beim A-Ligisten. Foto: Stefan Hoof

Fangen wir also beim Spielertrainer selbst an. Immerhin ist Figueiredo neben Julius Schmitz der einzige ASC-Akteur, der in allen 15 Partien auf dem Feld stand. Notgedrungen. „Gegen Olfen hab ich mir eine Zerrung geholt, beim Schlusslicht Lette stand ich mangels Personal trotzdem auf dem Platz. Die Betonung liegt auf stehen“, berichtet der Coach. Bei besagtem – allem Anschein nach – peinlichen 2:3 beim Ligaschlusslicht war Rechtsverteidiger Niklas Schlinge schon in den Sturm beordert worden. Und als die Vechtestädter hinten lagen, stand später mit Christoph Eifring noch ein gelernte Innenverteidiger in vorderster Front.

Schädelfraktur, Augenhöhlenbruch, Syndesmosebandriss

Doch das sind fast Peanuts gegenüber anderen Leidensgeschichten. Etwa die von Sebastian Bakenecker, der erst auf drei Einsätze kommt. „In der letzten Saison war Basti einer unserer besten und wichtigsten Spieler“, betont Figueiredo. Jedenfalls erwischte es Bakenecker gleich zum Saisonstart böse – Schädelfraktur, Augenhöhlenbruch.

Als er dann endlich wieder fit war, musste der Schöppinger in seinem dritten Einsatz in Hausdülmen nach 19 Minuten schon wieder runter. Vom Gegenspieler in die Bande gecheckt riss er sich das Syndesmoseband.

Augenhöhlen- und Jochbeinbruch

Tim Tietmeyer heißt beim ASC ein weiterer Unglücksrabe. Der gelernte offensive Flügelflitzer war eigentlich zum Linksverteidiger umgeschult worden. „Da hatten wir besonderen Handlungsbedarf“, erzählt Figueiredo. „Tatsächlich hat Tim die ersten beiden Partien auf der ungewohnten Position einen überragenden Job gemacht.“

Dann allerdings kam die Partie gegen Spitzenreiter Osterwick. Klar, der Jubel war groß, denn der ASC siegte 2:1. Nicht aber bei Tietmeyer, der sich einen Augenhöhlen- und Jochbeinbruch zuzog.

Zwei Mal Kreuzbandriss

Dass beim A-Ligisten von der Vechte bereits 26 Spieler in nur 15 Partien zum Einsatz kamen, sagt eine Menge über die Misere, in der Schöppingen immer noch und immer wieder steckt.

„Ich sollte erwähnen, dass Carsten Pieper und Thomas Oderich gar nicht in diese Statistik fallen, weil sie wegen Kreuzbandrissen noch gar nicht zum Einsatz gekommen sind“, übt sich Figueiredo fast schon in Galgenhumor. Denn auch sein Co-Trainer blieb vom Verletzungspech 2018/19 nicht verschont.

Schulterverletzungen

Im Pokal bei TG Almsick kugelte sich Christoph Lütke Bitter die Schulter aus. Es folgte eine längere Pause. Insgesamt bringt es der Schöppinger Co erst auf magere fünf Einsätze in der Meisterschaft.

Apropos Schulter: Da war doch noch was? „Richtig, auch unseren Torwart Jens Kortüm hatte es erwischt mit einer Schulterverletzung. Das war eine langwierige Geschichte, bei der Jens Geduld zeigen musste. Ganz fit ist er immer noch nicht. Doch er spielt wieder – und ist immens wichtig.“ Figueiredo gibt das vergangene Wochenende recht, als Kortüm unter anderem einen Strafstoß parierte.

Knieverletzung und berufliche Verpflichtungen

Dass wegen der Personalmisere Nachwuchsspieler wie Phillip Stroetmann oder Niklas Schlinge vermehrt ranmüssen, findet der Schöppinger Spielertrainer unterdessen nicht so gut. „Es bleibt uns nichts anderes übrig. Ich will sie nicht verheizen, hätte die beiden deswegen lieber behutsamer herangeführt.“

Doch daran ist aktuell nicht zu denken, wenngleich ein Marten Höping nach langer Verletzungspause am Knie wieder bereit ist. Denn ein fest eingeplanter Dorin-Danut Poliac sprang mitten in der Saison ab, steht aus beruflichen Gründen nicht mehr zur Verfügung.

Neuzugang dank Überzeugungsarbeit

Also griff Rafael Figueiredo tief in die Trickkiste. Der ASC verpflichtete Christopher Schultejann. „Chris und ich sind gute Freunde, trinken ab und an ein Bier zusammen. Im Sommer klappte es nicht, weil er gerade den Job gewechselt hat. Nun hat er sich bereiterklärt, uns zumindest bis zur Winterpause zu unterstützen. Mehr ist noch nicht ausgemacht.“

Doch gut möglich, dass Figueiredo nochmals Überzeugungsarbeit leisten muss. Denn: „Selbst mein Orthopäde aus Rheine, mit dem wir auch beim ASC eng zusammenarbeiten, fällt langsam vom Glauben ab, wenn ich wöchentlich Bericht erstatte.“

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