Fußball: WN-Interview mit Andre Hippers
„Ich muss diesen Spagat hinbekommen“

Epe -

Er ist zwar Fan von Borussia Dortmund. Trotzdem verfolgt ihn Blau-Weiß schon, seitdem er als kleiner Junge erstmals die Fußballschuhe schnürte. Ob beim FC Ottenstein, seinem Heimatverein, später bei den Junioren vom FC Schalke 04, dann in der Oberliga bei SuS Stadtlohn. Und im Sommer abermals.

Freitag, 14.12.2018, 17:00 Uhr
Andre Hippers im Einsatz für Landesligist Eintracht Ahaus. Das rot-weiße Trikot wechselt der Mittelfeldspieler gegen ein blaues – und wird neuer Spielertrainer beim FC Epe.
Andre Hippers im Einsatz für Landesligist Eintracht Ahaus. Das rot-weiße Trikot wechselt der Mittelfeldspieler gegen ein blaues – und wird neuer Spielertrainer beim FC Epe. Foto: Sascha Keirat

Das rot-weiße Trikot von Eintracht Ahaus ist für Andre Hippers nicht nur die Ausnahme, sondern im kommenden Sommer nach drei Jahren auch Geschichte. Dann wird der 29-jährige Maschinenbautechniker wieder ein Blauer. Nämlich Spielertrainer beim FC Epe. Die WN sprachen mit dem defensiven Mittelfeldstrategen der Ahauser Eintracht über Ziele, Visionen und ein fußballverrücktes Epe .

Ein Dortmund-Fan, das geht ja gut los. Wie hoch verliert der BVB denn Samstagabend – muss ich als Werder-Anhänger natürlich wissen.

Andre Hippes (lacht): Ich glaube aufgrund unseres Heimvorteils gibt es da für Bremen nichts zu holen. Aber ich erwarte schon ein schönes, attraktives Fußballspiel, das ja auch die Grün-Weißen offensiv beherzigen.

Sieht so denn auch deine eigene Vorstellung vom Fußball als Trainer aus?

Hippers: Das trifft es ganz gut, ja. Ich kenne das auch kaum anders, stand immer in Mannschaften, die eher offensiv ausgerichtet waren. Natürlich ist das eigene Personal immer ein Faktor, inwieweit sich das dann tatsächlich umsetzen lässt. Doch prinzipiell ist es mir lieber, auch mal ein Spiel zwischendurch zu verlieren, wenn Kreativität und erspielte Torchancen vorhanden sind. Lieber, als wenn ich ausschließlich destruktiv Beton anrühre, um 1:0 zu gewinnen. Doch nochmals: Das ist natürlich auch immer situationsbedingt.

Das werden die FCE-Fans sicher gerne hören. Wie kam es zum Engagement?

Hippers: Kontakt gab es schon früher einmal. Damals war für mich aber auch klar, dass ich zusammen mit Coach Jens Niehues auf jeden Fall ein drittes Jahr bei Eintracht Ahaus bleibe. Mein Glück war, dass Markus Banken, den ich seit Kindesbeinen an kenne, beruflich bedingt im Sommer wieder aufhören muss.

Ihr seid euch also schnell einig geworden?

Hippers: Definitiv. Ich habe mir von Markus natürlich auch noch eine Meinung angehört. Aber letztendlich passt alles perfekt.

Was besonders?

Hippers: Der FC und Epe grundsätzlich: Ich nehme das aus der Distanz als absolut fußballverrückt wahr. Heutzutage ist sowas leider nicht mehr eine Selbstverständlichkeit. Wenn dann aber beim Derby trotz miesen Wetters 600 Zuschauer kommen, dann sage ich mir: Das ist es, warum wir Fußball spielen. Das reizt mich besonders an dieser Aufgabe.

Eine Aufgabe, die du erstmals alleinverantwortlich übernimmst.

Hippers: Ja und nein. Denn bei Eintracht Ahaus gab es ja durchaus ebenfalls schon die Situation, dass Jens Niehues sich im Urlaub befand oder verhindert war und ich dann alleine ranmusste. Trotzdem war es wichtig und richtig, noch dieses dritte Jahr bei der Eintracht an Erfahrung mitzunehmen.

Worin siehst du die größte Herausforderung?

Hippers: Der FC Epe verpflichtet mich ja nicht nur als Übungsleiter, sondern auch als Mittelfeldspieler. Ich muss also einen Spagat hinbekommen: Zum einen müssen meine eigenen Leistungen stimmen. Das erwarte ich auch von mir selbst. Dann muss ich ein Gefühl für die Mannschaft bekommen. Ich will Spieler, insbesondere die Nachwuchsakteure, besser machen. Ihnen mit meiner Erfahrung helfen, den Sprung in die Senioren zu schaffen. In all diesen Punkten stehe ich beim FC Epe ab Sommer in der Pflicht. Das ist mir schon bewusst.

Wie gut kennst du deinen neuen Verein denn schon?

Hippers: Mit dem FC Ottenstein hab ich in der Jugend häufig in Epe gespielt. Und mit Stadtlohn stand ich im Pokal ja auch schon mal auf dem Bülten-Platz. Daran und an die Euphorie, die damals an der Seitenlinie herrschte, habe ich mich sofort erinnert. Und ich weiß, dass sie beim FC, aber auch beim Lokalrivalen Vorwärts sehr gute, akribische Jugendarbeit leisten. Im Fußballkreis Ahaus ist das längst nicht überall so. Epe ist eben – da wiederhole ich mich – ziemlich fußballverrückt.

So wie die BVB-Fans. Wie geht´s denn Samstagabend aus?

Hippers: Es tut mir leid. Aber die Borussia gewinnt mit 2:1.

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