Trainer mit Leib und Seele
Theo Bätker hofft auf seine 40. Saison an der Seitenlinie

Gronau -

Theo Bätker ist ein Dauerbrenner unter den Trainern. Seit 39 Jahren engagiert er sich an der Seitenlinie. Doch nicht nur beim Fußball ist der 70-Jährige anzutreffen.

Dienstag, 25.12.2018, 03:00 Uhr aktualisiert: 26.12.2018, 11:40 Uhr
Theo Bätker
Theo Bätker Foto: aho

„Es gibt kein schlechtes Wetter, sondern nur falsche Kleidung“, lautet seine Devise. So ist nicht verwunderlich, dass er bei Sonne mit einer Cappy, bei Regen mit einem überdimensionalen Schirm und bei Kälte mit einer dicken Mütze auf dem Grün steht, um seiner Mannschaft den nötigen Schliff für die nächste Begegnung zu geben – und das schon seit 39 Jahren. Die Rede ist von Theo Bätker , einem Urgestein von Arminia und heute Fortuna Gronau .

Mit seinen 70 Lenzen ist er im Verein nicht nur der älteste, sondern wohl auch der Trainer mit den meisten „Berufsjahren”. Vom Fußball- und Leichtathletikverband Westfalen wurde er für langjährige Verdienste um den Sport mit der Urkunde in Silber (1990) und in Gold (2004) ausgezeichnet.

Seine Fußballlaufbahn begann er 1958 im Alter von zehn Jahren bei der SG Gronau, wo er mit u.a. Norbert Behrendt, Gerd Böcker, Peter Kersten, Manfred Pulver oder Bernd Bernsen bis Ende der C-Jugend kickte. „Mädchen, andere Interessen und eine Ausbildung zum Maurer sorgten dafür, dass ich die Fußballschuhe sechs Jahre an den Nagel hing. Daher kann ich gut nachvollziehen, dass auch heutzutage viele Jugendliche in der Pubertät abspringen und sich anderweitig orientieren“, erklärt Theo Bätker.

1968 entdeckte er seine Begeisterung für den Fußball aber wieder und war bis 1977 bei den Senioren und Altherren von Arminia Gronau am Ball. Zu seinen Weggefährten zählten Bernd Meyer ebenso wie Heinz Schlamann, Lothar Tantarn oder Hans Busch.

1980 startete Theo Bätker sein Engagement als Trainer und führte die A-Jugend gemeinsam mit Michael Oberrecht zur Meisterschaft. „In den folgenden Jahrzehnten fuhr ich meist zweigleisig und trainierte sowohl eine Junioren- als auch eine Senioren-Mannschaft mit“, erzählt Bätker, der als Co-Trainer von Bernd Meyer und Uwe Göbel an der Seitenlinie der damals Gelb-Schwarzen nicht wegzudenken war.

Helmut Frieler konnte den Dinkelstädter ab 2005 als Trainer für die 1. Damen gewinnen, die zu der Zeit noch in der Kreisliga spielten. „Groß war die Euphorie, als wir 2008 die Meisterschale holten, in die Bezirksliga aufstiegen und beim Sportlerball zur „Mannschaft des Jahres“ gewählt wurden. Noch größer war sie, als wir in der folgenden Saison den vierten Platz belegten und aufgrund einer Umstrukturierung in die Landesliga aufsteigen durften. Da aber vier Leistungsträgerinnen (unter anderem Torschützenkönigin Jennifer Fontein) den Verein verließen, warnte ich eindringlich vor diesem Schritt. Zu recht, wie sich hinterher herausstellte, denn am Ende war ich der Buh-Mann“, erinnert sich Bätker. Seine Elf belegte nach 13 Spieltagen mit nur drei Zählern und 7:48 Toren den letzten Tabellenplatz. Die Vereinsführung reagierte und löste ihn in der Winterpause durch Britta Röwer ab, die den Klassenerhalt jedoch auch nicht sichern konnte.

Der Stachel der Enttäuschung saß tief bei Bätker, der sich fortan auf die Jugendarbeit konzen­trierte. 2014 jubelte er erneut, als er mit der C-Jugend von Fortuna Gronau den Meistertitel feierte.

Bis heute steht der rüstige Rentner Woche für Woche auf dem Platz. Man sieht ihn allerdings nicht nur, man hört ihn auch. Zusammen mit Frank Dahlhaus trainiert er in dieser Saison die C1. Eine Altersklasse, vor der sich etliche Trainer scheuen. „Pubertät hin oder her. Die Einstellung der Jugend zu ihrem Sport hat sich in den letzten 40 Jahren geändert. Man muss die Jungen zu nehmen wissen und ihre spielerischen Qualitäten fördern. So lange mir das gelingt, ist alles gut“, erklärt Theo Bätker. Gerne denkt er dabei an Spieler wie Martin Lewing, Georg Hewing, Jennifer Fontein, Dominik Kalitzki, Noah Hollenborg, Moritz Terbeck oder Yannick und Lukas Lütz, die sich unter seinen Fittichen zu erfolgreichen Fußballern entwickelten.

Trainer einer Mannschaft zu sein, heißt für Theo Bätker nicht nur, zwei Mal die Woche auf dem Platz zu stehen und Runden laufen zu lassen. „Als Trainer übernimmt man auch mitmenschliche Aufgaben und sollte stets ein offenes Ohr für Probleme haben“, so der Fußballtrainer der alten Schule, der immer mit Herzblut bei der Sache ist. Wer meint, dass seine Trainingsmethoden und Aufstellungen antiquiert seien, irrt. „Der richtige Mix macht es. So bieten neue Hilfsmittel weitere Möglichkeiten, die wir ebenfalls nutzen“, verschließt sich der Fan von Borussia Mönchengladbach neuen Tendenzen nicht.

Steht Theo Bätker nicht an der Seitenlinie, so verbringt er seine Freizeit im heimischen Garten oder als Zuschauer auf den Plätzen der Region, wo er mitunter auch schon einmal die nächsten Gegner unter die Lupe nimmt. „Ich bin sportinteressiert und schaue mir alle möglichen Sachen an – von Fußball über Handball, Leichtathletik bis hin zum Reiten, ob nun in Gronau, Epe oder sonst wo. Solange unsere Kinder Kerstin und Oliver noch aktiv spielten, kam meine Frau Rita mit. Seitdem bin ich mit Kerstin meistens alleine unterwegs, sie ist so sportverrückt wie ich“, erzählt Theo Bätker.

Für die Zukunft wünscht sich der 70-Jährige zwei Dinge: Gesundheit und eine 40. Saison als Jugendtrainer bei Fortuna Gronau.

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