Frauenfußball-Landesliga: Fortuna Gronau
Der Kampf um den Klassenerhalt

Gronau -

Der Neue steht schon bereit. Karl-Heinz Sandkühler wird Fortuna Gronau ab dem Sommer trainieren. Mehr weiß der Coach aber auch noch nicht. Denn ob dies in der Landes- oder doch nur in der Bezirksliga passieren wird, ist ungewiss.

Freitag, 22.02.2019, 05:00 Uhr aktualisiert: 22.02.2019, 09:24 Uhr
Britta Röwer und Ingo Nagel wollen Fortuna Gronaus Fußballerinnen zum Klassenerhalt in der Landesliga führen. Am 1. März beginnt für den Aufsteiger die heiße Phase, beginnend mit der Partie beim Schlusslicht in Brochterbeck.
Fortuna Gronaus Fußballerinnen kämpfen um den Klassenerhalt in der Landesliga. Am 1. März startet für den Aufsteiger die heiße Phase, beginnend mit der Partie beim Schlusslicht in Brochterbeck. Foto: Angelika Hoof

Und der Abstiegskampf wird sich vermutlich auch erst kurz vor Saisonende entscheiden. Nicht ein Team, nicht zwei Vereine, nein, gleich ein Sextett bangt noch um den Klassenerhalt.

Zahlenspiele

Sechs Mannschaften bereiten sich in der Landesliga auf schwere Wochen vor und rüsten sich für den Kampf um die Klasse. Fortuna Gronaus Fußballerinnen sind mit in der Verlosung. Ab Platz neun mit SG Telgte beginnt die Abstiegszone. Telgte kommt wie Teuto Riesenbeck auf 15 Punkte. Die Mannschaft von Britta Röwer und Ingo Nagel hat bisher 14 Zähler gesammelt. 13 Punkte stehen auf dem Konto von Arminia Ibbenbürens U23, zwölf sind es bei GW Nottuln. Auf dem letzen Rang steht der BSV Brochterbeck mit elf Zählern.

Beim BSV steigen die Gronauerinnen am 1. März ins Rennen gegen den Abstieg ein. Der kleine Unterschied: Brochterbeck hat 14 Matches absolviert, der Rest der Konkurrenz schon 15. Die Röwer-Elf steht erst bei 13 Partien. Das könnte ein Vorteil sein. Was besonders auffällt: Das Team von der Laubstiege ist der Remiskönig der Landesliga. Fünf Mal schon reichte es nur zum Unentschieden. Gewonnen haben die Blau-Schwarzen erst drei Mal. Das Prunkstück war bisher die Abwehr. 26 Gegentore können sich sehen lassen. 22 erzielte Treffer sind indes stark ausbaufähig.

Serientäter

Der Auftakt in die Saison 2018/19 glückte dem Landesligisten durchaus, wenngleich selbige mit einer 2:5-Niederlage bei der SG Telgte startete. Aber die ersten beiden Heimspiele gegen Brochterbeck (3:1) und SuS Scheidingen (4:0) wurden gewonnen. Danach folgte noch ein 3:3 gegen Nottuln, sodass Fortuna in den ersten drei Matches an der Laubstiege unbesiegt bliebt. Eine längere Serie schaffte Gronau nicht.

Hingegen leisteten sich die Dinkelstädterinnen auch kaum konstant schlechte Ergebnisse. Vor der Winterpause blieben sie zwar vier Partien ohne Sieg, doch drei davon endeten wiederum unentschieden. Was gegen den Siebten Darfeld (2:2) und ganz besonders beim Zweiten Union Wessum (0:0) als Achtungserfolg bewertet werden durfte. Damals scherzte Co-Trainer Ingo Nagel noch: „Das 0:0 fühlt sich wie ein Sieg an. Oder vielleicht wie das Unentschieden der Freiburger beim FC Bayern in der 1. Bundesliga.“

Drei Wochen und ein weiteres Remis später war es dann um Nagels Laune gar nicht mehr gut bestellt: „Wenn du dir solche einfachen Gegentore fängst, muss sich am Ende niemand wundern, wenn es auf einmal nicht zum Klassenerhalt reicht“, regte sich der Coach darüber auf, dass Fortuna einen 2:0-Vorsprung gegen Telgte noch aus der Hand gegeben hatte. Am Ende stand es – zum fünften Mal in der Saison – unentschieden. Und zwar 2:2.

Personalfragen

Ganz klar: Eine der absoluten Schlüsselspielerinnen bei Fortuna Gronau ist Nina Post. Wann immer die Blau-Schwarzen punkteten, trug sich die Offensivspielerin in den meisten Fällen auch selbst in die Torschützenliste ein. Zehn Tore steuerte sie bei. Einen verletzungsbedingten Ausfall von Post würden die Gronauerinnen im Abstiegskampf wohl schwer bis gar nicht verkraften. Immer wieder mal Gefahr aufblitzen ließ ebenso – wenn auch mit Abstrichen – Jacqueline Eckelmann (3 Tore).

Jasmin Ercan trainiert wieder mit und versucht nach ihrem studienbedingten Auslandsaufenthalt den Anschluss zu finden. Sandra Berg-Pauls kann mit ihrer Erfahrung noch wertvoll werden. Sie muss nach einer Meniskus-OP aber noch ein Fitnessdefizit aufholen. Auf Christin Reuter können die Blau-Schwarzen aufgrund einer beruflich bedingten Fortbildung nur streckenweise bauen. Und Anna-Lena Jansen kehrt nach einer Auslandsreise erst Mitte April zurück.

WN-Prognose

Ingo Nagel rechnet mit einem engen Rennen bis zum Schluss: „Der Klassenerhalt ist das erklärte, wenn auch schwere Ziel. Er entscheidet sich auch wohl erst an den beiden letzten Spieltagen.“ Trainerin Britta Röwer hatte schon mehrfach betont: „Den Klassenerhalt können wir nur über Fitness erreichen. Daran müssen wir arbeiten.“

Doch Kondition alleine wird nicht reichen. Entscheidende Spiele gegen die direkte Konkurrenz müssen gewonnen werden. Insbesondere ist der Druck im ersten Match beim Schlusslicht Brochterbeck hoch – und wird im Falle einer Niederlage noch größer. Dazu darf Fortuna nicht noch Verletzungspech haben. Ein Sieg beim BSV könnte natürlich ebenso das nötige Selbstbewusstsein gleich zum Auftakt bescheren. Alles muss am Ende eben wie bei einem Puzzle zusammenpassen – und die Nerven müssen halten. Nur dann spielen die Fußballerinnen von Fortuna Gronau auch 2019/20 in der Landesliga.

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