Fußball: WN-Interview mit Cüneyt Özkan
Meppens Liebling trainiert bald SG

Gronau -

Das Trainertrio hört im Sommer auf. Doch die SG Gronau hat schon einen Nachfolger für Carsten Minich, Hüseyin Hosses und Faik Tan gefunden. Cüneyt Özkan, gebürtiger Nordhorner und ein Torjäger par excellence, wird in der Saison 2019/20 das Zepter im Spechtholtshook schwingen. Für den 37-jährigen Stürmer ist es die zweite Station als Spielertrainer. Minich selbst hatte Özkan ins Spiel gebracht.

Freitag, 22.03.2019, 19:00 Uhr aktualisiert: 24.03.2019, 17:10 Uhr
Feierabend! Carsten Minich (li.) stellte den Kontakt zum neuen Coach her. Der SG-Trainer hört wie seine Kollegen Faik Tan (Mi.) und Hüseyin Hosses im Sommer auf.
Feierabend! Carsten Minich (li.) stellte den Kontakt zum neuen Coach her. Der SG-Trainer hört wie seine Kollegen Faik Tan (Mi.) und Hüseyin Hosses im Sommer auf. Foto: lho

Als Toni Schumacher für eine Saison das Tor des FC Schalke 04 hütete, aber den Abstieg aus der 1. Bundesliga auch nicht verhindern konnte, kam es zu einem legendären Zitat. „Ich spiele doch nicht in Meppen“, ließ der einstige Weltklasse-Keeper alle wissen. Und wechselte statt mit Königsblau in die 2. Liga lieber zu Fenerbahce nach Istanbul in die Türkei. Es geht allerdings auch genau anders herum.

Cüneyt Özkans Job war zwar immer das Toreschießen, nicht Treffer der Gegner zu vereiteln. Doch der Stürmer mit türkischen Wurzeln kehrte 2009 gerne zum SV Meppen zurück. Dorthin, wo er schon in der Jugend kickte und sich bis 2005 den Status des Publikumslieblings hart erarbeitet hatte. Dazwischen hießen Özkans Stationen BV Cloppenburg, SV Oberneuland und VfL Oldenburg. Insgesamt brachte der Angreifer es so auf 298 Einsätze in der Oberliga und dabei auf stolze 128 Tore.

Erste Trainerstation – und gleich ein Titel

Heute ist Cüneyt Özkan 37 Jahre alt. Auf seiner ersten Trainerstation führte er den SV Esterwegen 2018 von der 1. Kreisklasse als Meister zurück in der Kreisliga Emsland. Ein Jahr später, im kommenden Sommer also, muss nun die Frage lauten: Spielt Cüneyt Özkan denn im Spechtholtshook? Trainieren jedenfalls wird er die Schwarz-Weißen dann definitiv. Selbst wenn die SG Gronau im Mai in die Kreisliga B absteigen sollte. Özkan löst in der Saison 2019/20 das Trainer-Trio um Carsten Minich , Hüseyin Hosses und Faik Tan ab. Und die WN haben beim neuen SG-Trainer nachgefragt.

Cüneyt, willkommen in Gronau. Hast du dir schon ein erstes Bild von deinem neuen Verein machen können?

Cüneyt Özkan: Das habe ich tatsächlich. Die Rahmenbedingungen passen. Ich weiß, dass die Spielgemeinschaft in Gronau auf eine lange Tradition zurückblickt. Ebenso, dass im Bereich der Jugendarbeit noch jede Menge zu tun ist. Und auch, dass der Vorstand noch relativ neu zusammengestellt ist, hier etwas Neues aufbauen will.

Und wie sieht es mit der Mannschaft aus?

Özkan: Zunächst einmal will ich selbst auch noch auf dem Platz stehen. Das Team werde ich mir in den kommenden Wochen und Monaten näher anschauen, ganz sicher einige Spiele besuchen. Denn die Kreisliga in Ahaus kenne ich ehrlich gesagt noch überhaupt nicht.

Dafür die im Emsland umso besser.

Özkan: Richtig. Beim SV Esterwegen war meine erste Trainerstadion. Im ersten Jahr waren viele Dinge noch ganz neu für mich. Wir mussten alle dazulernen. Doch schon im zweiten Jahr sind wir dann sehr souverän zur Meisterschaft marschiert. Da hat ein Rad ins andere gegriffen. Der Aufwand, den wir alle betrieben haben, hat sich mit dem Aufstieg in die Kreisliga Emsland also gelohnt, noch dazu ausschließlich mit Spielern aus den eigenen Reihen.

„Carsten kenne ich schon ewig“

Warum war dort für dich Schluss?

Özkan: Der erwähnte Aufwand wurde eben auch zu groß. Zum Verein und zurück – das waren immer fast 200 Kilometer. Ich habe diese erste Trainerstation mit viel Ehrgeiz angepackt. Das liegt in meiner Natur. Und mit dem Titel habe ich mich denke ich auch sehr anständig dort verabschiedet.

Und wie ist es dann zum Kontakt mit der SG gekommen?

Özkan: Als gebürtiger Nordhorner, der in der Jugend bei Eintracht begonnen hat, kenne ich natürlich Carsten Minich schon sehr lange. Die erste Anfrage ging noch an Cüneyt, den Stürmer. Das war im Winter, doch für mich nicht zu realisieren. Schon damals gab es lose Gedankenspiele, dass ich dann ja auch in Zukunft dort als Trainer weitermachen könne. Und dann hat sich SG auf einmal telefonisch gemeldet und alles ging ganz schnell. Unsere Abmachung gilt auch für den Fall eines Abstieges.

Du kennst Carsten schon lange?

Özkan: Ewig. Mein Bruder Ayhan hat mit ihm ja in der ersten Mannschaft von Eintracht Nordhorn in der Regionalliga Nord gespielt. Noch heute treffen wir uns ab und an am Heideweg, tauschen uns aus. Ganz sicher werde ich mich mit Carsten auch noch zusammensetzen, damit ich mir mehr Infos etwa zur Mannschaft holen kann.

Freitag unter Flutlicht: „Schon etwas Besonderes“

Dein eigener Weg führte dich unter anderem zum SV Meppen.

Özkan: Ja, schon in der Jugend. Und danach schaffte ich den Sprung direkt in die Erste. In Meppen habe ich auch sicherlich die schönste Zeit meiner Karriere erlebt. Wenn Freitagabend das Flutlicht angeht und du vor fünf- oder sechstausend Zuschauern spielen darfst – das ist schon etwas Besonderes. Wenngleich es sehr viele tolle Momente in meiner Laufbahn gab: Titel und Meisterschaften, aber ebenso packender Abstiegskampf. Da war wirklich von allem etwas dabei.

Unter anderem auch eine haarscharfe Niederlage gegen den 1. FC Nürnberg.

Özkan: Davor hatten wir den Niedersachsenpokal im Elfmeterschießen gegen den VfL Osnabrück gewonnen. Doch dieses 0:1 mit dem BV Cloppenburg ärgert mich heute noch ein bisschen. Denn ich hatte mich kurz vorher verletzt, wurde erst spät eingewechselt und konnte nicht mehr helfen. Trotzdem war es natürlich ein Highlight. Erst das Spiel mit Marek Mintal und Co., mit Hans Meyer als Trainer. Danach die Übertragung in der ARD-Sportschau. Der Club gewann später das Finale gegen den VfB Stuttgart 3:2 in der Verlängerung. Wir können also behaupten, gegen den späteren Pokalsieger verloren zu haben.

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