Fußball: WN-Interview mit Markus Banken (FC Epe)
Die Bülten auf links krempeln

Epe -

Erst wurde die Lage der Blau-Weißen in der Bezirksliga immer brenzliger. Mittlerweile schlagen sie Alarm in den Bülten. Diese will Markus Banken jetzt sprichwörtlich auf links krempeln. Im Gespräch mit den WN gibt sich der Trainer der FC Epe kämpferisch und glaubt an die Qualität seiner Elf.

Freitag, 12.04.2019, 19:00 Uhr
Mächtig ins Stolpern geraten ist nicht nur wie in dieser Szene Felix Wobbe, sondern der FC Epe insgesamt. Auf einmal sind die Abstiegsränge ganz nahe. Jetzt gilt es, sich selbst wieder aus dieser Lage zu befreien.
Mächtig ins Stolpern geraten ist nicht nur wie in dieser Szene Felix Wobbe, sondern der FC Epe insgesamt. Auf einmal sind die Abstiegsränge ganz nahe. Jetzt gilt es, sich selbst wieder aus dieser Lage zu befreien. Foto: Angelika Hoof

Morgen um 15 Uhr muss der Turnaround gegen den VfL Billerbeck jedenfalls gelingen. Andernfalls droht dem FCE bei einer Niederlage erstmals seit dem zweiten Spieltag ein Abstiegsplatz. Es ist das dritte von fünf Spielen in Folge gegen direkte Konkurrenten im Kampf um die Klasse.

Markus, der FC Epe muss nicht ein, nicht zwei, sondern gleich fünf sogenannte Sechs-Punkte-Spiele im Abstiegskampf hintereinander absolvieren. Ist das eher Fluch oder Segen?

Markus Banken: Ganz eindeutig: Unsere Situation bedeutet absolut mehr Fluch. Denn zum jetzigen Zeitpunkt der Saison hätten sich alle Beteiligten sicherlich eine weniger angespannte Situation gewünscht. Was passiert ist, lässt sich nicht rückgängig machen. Daher geht es nun darum, diese Situation anzunehmen und alles für den Klassenerhalt zu tun. 

Blicken wir trotzdem kurz zurück. Die ersten beiden dieser richtungsweisenden Partien gingen in Gahlen und Vreden verloren. Warum?

Banken: Wie hat es Andreas Brehme einmal so treffend formuliert: Hast du Scheiße am Fuß, hast du Scheiße am Fuß. Seit Einsetzen des Negativtrends ist der Mut, aber ebenso das nötige Quäntchen Glück verloren gegangen. Auch in der Hinrunde haben wir die Mannschaften nicht an die Wand gespielt. Vielmehr waren wir in den entscheidenden Situationen einfach zur Stelle und sind damals in gewissen Situationen einfach konsequenter zu Werke gegangen. 

Am Personalstand selbst liegt es vermutlich weniger, da – zumindest in den letzten beiden Partien – der Kader nahezu komplett war. Doch sind zu viele Spieler zu formschwach?

Banken: Die aktuelle Situation kann nicht an Einzelschicksale festgemacht werden. Auch mein Ausfall spielt sicherlich keine Rolle. Viele unserer Erfolge hat die Mannschaft auch ohne mich errungen. Dieses Team hat die Qualität, Bezirksliga zu spielen. Das muss sie nun aber auch wieder zeigen.

Jeder, der mich wirklich kennt, weiß auch, welches Feuer in mir brennt, wie diese spezielle Situation an mir nagt.

Markus Banken

Du sprichst den Spieler Markus Banken an. Wie sieht es mit dem Übungsleiter Markus Banken aus? Schließlich ist es deine erste Trainerstation.

Banken: Die Situation beschäftigt mich sehr. Und zugegeben – man nimmt auch das eine oder andere mit nach Hause. Doch ich habe den Fußball nicht nur aus dem Lehrbuch gelernt, sondern auch viel von Trainern wie Bernd Dirksen, Manfred Ostendorf, Alfred Nijhuis und Rob Reekers mitnehmen können und zudem selber jahrelang höherklassigen Fußball gespielt. Die Erfahrung, eine Fußballmannschaft zu trainieren und zu führen, fehlt mir nicht. 

Kommt da noch ein „aber“?

Banken: Zumindest kommt erschwerend hinzu, dass ich aufgrund meiner ständigen Kniebeschwerden nicht unmittelbar aufs Spielgeschehen einwirken kann. Jeder, der mich wirklich kennt, weiß auch, welches Feuer in mir brennt, wie diese spezielle Situation an mir nagt.

Bei allen negativen Statistiken: Was stimmt dich zuversichtlich, dass gegen Billerbeck der Knoten endlich wieder platzt?

Banken: Da kommt mir ein weiteres Sprichwort in den Sinn, welches mich jahrelang beim SuS Stadtlohn begleitet hat: Auf Regen folgt immer auch Sonne. Nur: Auf besseres Wetter können wir nun nicht mehr warten. Wir müssen die Reise Richtung Klassenerhalt endlich selbst antreten. 

Wie?

Banken: Mich stimmt der Glaube an die Jungs zuversichtlich. Das ist der entscheidende Aspekt. Die Mannschaft hat einen tollen Charakter und wird alles geben, um den Abstieg abzuwenden. Die Jungs würden für den Nichtabstieg durchs Feuer gehen. Genau dafür lege ich die Hand in selbiges. 

Charakter alleine reicht vermutlich nicht. Inwieweit wurden Dinge verändert?

Banken: Wir sind am Montag in einer zusätzlichen Einheit noch einmal auf taktische Grundlagen eingegangen. Das kann jedoch nur eine von vielen Zutaten für das Erfolgsrezept sein. Zusätzlich müssen wir uns nämlich auf die Grundtugenden des Fußballs konzentrieren. Wir müssen jetzt kratzen, spucken, beißen – und dann die Eper Bülten auf links krempeln. Nur so kann die Kehrtwende gelingen. So und eben nicht anders.

Zwei wichtige Spiele wurden verloren. Was passiert in den nächsten drei Partien?

Banken: Eine Zielsetzung oder Prognose möchte ich hier nicht abgeben. Ziel eines jeden Fußballers bleibt immer, möglichst jedes Spiel zu gewinnen. Unser primäres Ziel sollte sein, dass wir als Mannschaft befreit auftreten und alles geben. Wenn Kritik geäußert wird, kann diese gerne an mich persönlich und nicht an die Spieler der Mannschaft gerichtet werden. Ansonsten habe ich nur einen Wunsch: Dass jedes Vereinsmitglied die Mannschaft morgen in dieser schwierigen Situation unterstützt. 

Die Ausgangslage

Personell sieht es vor der Partie gegen den VfL Billerbeck beim FC Epe wie folgt aus: Neben dem Langzeitverletzten Ricardo Deiters fehlt dieses Mal der privat verhinderte Jan Bakenecker Serne. Dazu ist der Einsatz von Markus Banken fraglich. In Vreden reichte es für den Spielertrainer für eine knappe halbe Stunde. Tabellarisch geht es derweil, nachdem einige Konkurrenten Nachholspiele bestritten haben, so in den 25. Spieltag: Weil Billerbeck den SV Gescher 2:0 besiegte, kommt der VfL wie Adler Weseke auf 23 Punkte. Der FC hat 24 Zähler auf dem Konto, liegt noch über dem Strich. Und über den Eperanern teilten sich Vreden (25) und Lippramsdorf (26) beim 1:1 die Punkte. Nach dem Billerbeck-Match müssen die Blau-Weißen gegen weitere Rivalen im Abstiegskampf ran: am 28. April bei Adler Weseke, am 5. Mai gegen den Letzten Buldern.

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