Gronauer Sprinter im Trikot des TSV Bayer 04 Leverkusen
Hendrik Jürgens startet bei der DM

Gronau -

„Deutsche Meisterschaften – das kriegen wir hin“, lautete die klare Aussage von Frank Bartschat, als Hendrik Jürgens vor ziemlich genau einem Jahr einige kurze Sprints absolvierte und der Sprint-Trainer des SC Preußen Münster den Gronauer Sprinter nach seinen Zielen fragte.

Donnerstag, 13.06.2019, 10:00 Uhr aktualisiert: 13.06.2019, 15:20 Uhr
Hendrik Jürgens startet bei den Deutschen Meisterschaften der U 23 in Wetzlar und in sechs Wochen bei der DM der U 20 in Ulm.
Hendrik Jürgens startet bei den Deutschen Meisterschaften der U 23 in Wetzlar und in sechs Wochen bei der DM der U 20 in Ulm. Foto: gp

An diesem Wochenende ist es soweit: Hendrik Jürgens startet bei den Deutschen Meisterschaften der U 23 in Wetzlar. In sechs Wochen ist der 19-Jährige dann auch bei den Deutschen Meisterschaften der U 20 in Ulm dabei.

Die Deutschen Meisterschaften hatte der damals 15-Jährige schon vor knapp vier Jahren in einem Gespräch mit den Westfälischen Nachrichten als sein großes Ziel ausgegeben. Einige Erfolge konnte Hendrik Jürgens in den folgenden Jahren einfahren und auch seine Zeiten kontinuierlich verbessern, für die Deutschen Meisterschaften reichte es bisher aber nicht.

Mit dem Abitur und dem geplanten Studium in Münster stand für Jürgens vor einem Jahr eine wichtige Entscheidung an: Das große Ziel aufgeben oder in Münster einen Neuanfang versuchen, lautete die Frage. Beim TV Westfalia Epe war Jürgens als Sprinter mehr oder weniger Einzelkämpfer. Das Training hatte er weitestgehend allein nach selbst erstellten Plänen absolviert, auch wenn er betont: „Persönlich habe ich mich beim TVE immer sehr wohl gefühlt.“ Beim SC Preußen Münster bot sich ihm aber die Chance, in einem Team mit rund 20 Top-Nachwuchsathleten unter der Regie von Frank und Elke Bartschat, die gleichzeitig Stützpunkttrainer sind, zu trainieren. „Die Deutschen Meisterschaften haben dort alle im Visier“, so Jürgens.

Letztlich wurde es aber nicht das grüne Trikot der Preußen, das der Gronauer heute überstreift, sondern das rote Dress des TSV Bayer 04 Leverkusen . Denn als der SC Preußen Münster im Herbst 2018 plötzlich die finanzielle Förderung der Spitzenleichtathletik einstellte, wechselten einige Top-Athleten wie die Deutsche Weitsprungmeisterin von 2015, Lena Malkus, und der 400 m-Läufer Manuel Sanders nach Hamburg bzw. Dortmund. 24 Sportlerinnen und Sportler fanden aber ein neues Zuhause in Leverkusen beim TSV Bayer 04 – so auch Hendrik Jürgens.

Trainiert wird weiterhin vorrangig in Münster in der Halle und auf dem Platz am Horstmarer Landweg. Nur dann und wann fährt man nach Leverkusen, um dort die noch besseren Trainingsmöglichkeiten zu nutzen, berichtet Jürgens.

„Sechs bis acht Sprinter sind wir in der Regel beim gemeinsamen Training“, erzählt er. Sechsmal in der Woche – jetzt in der Wettkampfphase noch vier- bis fünfmal – trifft man sich zum Training unter der Leitung von Frank Bartschat.

Und was ist anders als beim Training in Epe? „Eigentlich alles“, lautet die Antwort. „Vor allem beim Krafttraining. Klar: Kniebeugen sind Kniebeugen. Aber wir haben zum Beispiel Geräte, mit denen man Muskelgruppen, die beim Sprint besonders gefordert sind, ganz gezielt trainieren kann“, erläutert Jürgens. „Auch beim Sprinttraining haben wir hier mehr Möglichkeiten. Sprintschlitten oder Gurte zum Beispiel hatte ich bisher beim Training nicht.“ Auch das Training in der Gruppe ist natürlich zusätzliche Motivation. „Manchmal trainieren wir auch am Aasee und sprinten dort mit der Gruppe immer wieder die Hügel hinauf.“

Dass er sich beim ersten Saisonstart Mitte Mai in Dormagen gleich auf 10,86 Sek. für die 100 m verbessern konnte und damit die alte Marke um 36 Hundertstel unterbot, damit hatte Hendrik Jürgens allerdings nicht gerechnet. „Eine Zeit unter 11 Sekunden hatte ich mir schon zugetraut“, berichtet er. „10,86 Sek. waren schon überraschend, zumal ich einige Tage noch leicht erkrankt war.“

Über 200 m steigerte sich der Gronauer sogar um mehr als eine Sekunde auf die neue Bestmarke von 22,04 Sekunden. Damit hatte er nicht nur Qualifikation für die Deutschen Meisterschaften der U 20, sondern auch der U 23 geschafft.

Dass diese Zeiten keine Eintagsfliege waren, bewies Jürgens bei den folgenden Starts: 10,96 Sek. benötigte er bei den Deutschen Hochschulmeisterschaften und 10,94 Sek. als frischgebackener Nordrhein-Meister der U20 am vorletzten Wochenende in Mönchengladbach.

So fährt er auch optimistisch sowohl nach Wetzlar als auch nach Ulm. Insbesondere bei den Meisterschaften der U 23 geht es für ihn aber vor allem darum, Erfahrungen zu sammeln. „In Wetzlar wird man wohl unter 10,75 Sekunden laufen müssen, um das Halbfinale zu erreichen“, lautet seine Einschätzung. „In Ulm bei den U 20 könnte man es mit einer 10,70er-Zeit vielleicht ins Finale schaffen“, ergänzt er.

Ziele, die er – zumindest mittelfristig – für erreichbar hält, ebenso wie eine Zeit unter 22 Sekunden für die 200 m.

Und die längerfristigen Ziele? „10,45 Sekunden muss man bei den Männern laufen, um sich für die Deutschen zu qualifizieren“, weiß Hendrik Jürgens. Bis dorthin ist es allerdings noch ein ganzes Stück. Und daher freut der Gronauer sich zunächst vor allem, gleich bei zwei Deutschen Meisterschaften in diesem Jahr an den Start gehen zu dürfen.

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