Fußball: Landesliga Frauen
Karl-Heinz Sandkühler ist „on fire“

Gronau -

An der Laubstiege brodelt es. Denn Karl-Heinz Sandkühler ist „on fire“. Der neue Trainer der Landesliga-Fußballerinnen von Fortuna Gronau fiebert dem Saisonstart entgegen. Sonntag um 13 Uhr geht es zur SG Telgte.

Samstag, 24.08.2019, 16:00 Uhr
Julia Tönjann (li.) wurde von Trainer Karl-Heinz Sandkühler in die Viererkette beordert. Alina Kötter und Emily Heck verstärken Fortuna als Neuzugänge.
Julia Tönjann (li.) wurde von Trainer Karl-Heinz Sandkühler in die Viererkette beordert. Alina Kötter und Emily Heck verstärken Fortuna als Neuzugänge. Foto: Angelika Hoof / Fortuna

„Mir haben diese lange Vorbereitungen als Spieler früher auch keinen Spaß gemacht. Aber das gehört nun einmal dazu“, findet Sandkühler , der von allen vom ersten Tag an nur Kalli gerufen wird. Sein Lieblingsteam sind die Münchner Bayern. Von Pep Guardiola oder Jupp Heynckes hält er große Stücke.

An der Seitenlinie allerdings vergleicht er sich dann doch eher mit Pele Wollitz oder Christian Streich. Zwei Trainer, die schnell mal aus dem Sattel gehen. WN-Mitarbeiter Nils Reschke hat sich trotzdem ans Gespräch mit den neuen Fortuna-Coach gewagt.

Ab dieser Saison können auch die Trainer mit einer Gelben Karte verwarnt werden. Was sagt denn die Mannschaftskasse dazu?

Karl-Heinz Sandkühler: Darüber haben wir noch gar nicht gesprochen. Es käme auf einen Versuch an (lacht). Ich werde mich natürlich bemühen, mich so gut es geht zurückzuhalten.

Bemüht habt ihr euch in insgesamt fünf Testspielen. Fünf Wochen dauerte die Vorbereitung. Wie lautet deine Bilanz unmittelbar vor dem Saisonstart?

Sandkühler: Mit zuletzt zwei Siegen, einem 2:1 in Steinbeck und einem 5:4 in Altenberge, bin ich zufrieden. Wir haben auch sehr viel Kondition gebolzt, Runden um den Drilandsee gedreht, drei Mal die Woche trainiert. Alle haben mitgezogen. Wir sind also bereit, Spiele zur Not auch mal erst ab der 80. Minute zu gewinnen. Die Grundlagen dafür haben wir in der Vorbereitung gelegt.

Also waren auch Niederlagen wie ein 0:6 in Gremmendorf einkalkuliert?

Sandkühler: Absolut. Zumal unser Kader sehr, sehr dünn besetzt ist. Viel darf jetzt in Sachen Verletzungen oder Sperren wirklich nicht mehr passieren. Sonst wird es eng.

Mit offenen Armen aufgenommen worden

Und wie gefällt es dir sonst an der Laubstiege?

Sandkühler: Ich bin zunächst froh, mit Sandra Berg-Pauls, die ja nicht mehr aktiv ist, jemanden an meiner Seite zu haben, der den Verein und alle Spielerinnen kennt. Ansonsten bin ich bei Fortuna wirklich mit offenen Armen aufgenommen worden. Die Mannschaft ist mir von Beginn an freundlich und offen gegenübergetreten. Wir können auch lebhaft und konstruktiv diskutieren. Bis jetzt macht es wirklich ganz großen Spaß hier.

Mit einem 3:2 gegen Flaesheim am letzten Spieltag 2018/19 sicherte sich Fortuna Gronau den Klassenerhalt. Die Torschützinnen hießen Kathrin Frieler und Nina Post . Beide fehlten aber zuletzt?

Sandkühler: Richtig. Bei Kathrin muss man nach ihrer Knieverletzung ohnehin mal abwarten, wie es sportlich weitergeht. Dazu fehlt anfangs auch noch Jana Zurkuhl. Und Nina macht ein Auslandssemester in Australien. Sie steht uns erst Mitte oder Ende Januar wieder zur Verfügung.

Aber Nina Post war mit 15 Treffern in der abgelaufenen Saison erfolgreichste Torschützin. Wie wollt ihr diese Lücke bis zum Winter schließen?

Statt Post soll nun Kötter liefern

Sandkühler: Uns sind zum Glück noch zwei Transfers gelungen. Alina Kötter, die von Preußen Borghorst kommt, ist eine waschechte Stürmerin. Sie weiß, wo das gegnerische Tor steht, hat etwa gegen Altenberge gleich doppelt getroffen. Unser zweiter Neuzugang heißt Emily Heck und ist als Außenverteidigerin eingeplant.

Das hört sich glatt nach einer Systemänderung an.

Sandkühler: Richtig, denn bei Kalli wird mit Viererkette gespielt (lacht). Da waren erst nicht alle mit einverstanden. Aber ich glaube, bisher hat es ganz gut funktioniert. Julia Tönjann, die jetzt auch Spielführerin ist, habe ich zurück in die Innenverteidigung an die Seite von Ann-Christine Klose gezogen. Sie macht das richtig stark. Das erinnert mich als älteres Semester fast schon an den Terrier Berti Vogts. Letztendlich ist in dieser Liga für uns eben besonders wichtig, hinten die Null zunächst zu halten.

Das bedeutet: Der Klassenerhalt ist das Saisonziel?

Sandkühler: Ja, da brauchen wir uns auch über nichts anderes zu unterhalten. Ich habe den Mädels bereits gesagt: Das zweite Jahr ist immer das schwerste. Und beim angesprochenen dünnen Kader wäre ein drittes Jahr Landesliga in Folge definitiv ein Erfolg.

Härtetest für Tönjann in neuer Rolle

Wie bewertest du den ersten Schritt dahin? Zum Auftakt geht es morgen ab 13 Uhr wie schon im Vorjahr zur SG Telgte.

Sandkühler: Britta Röwer hat mir davon berichtet. Damals wurde mit 2:5 verloren. Wir wollen es auf jeden Fall dieses Mal besser machen. Telgte hat mit Linda Focke eine richtig starke Stürmerin. Das wird für Julia Tönjann in ihrer neuen Rolle gleich ein echter Härtetest.

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