Kampagne des Fußballkreises Ahaus/Coesfeld
Gegen Gewalt und gegen Rechts

Ahaus/Coesfeld -

Die zunehmende Gewalt auf den Sportplätzen war in den letzten Gremiensitzungen des Fußballkreises Ahaus/Coesfeld wiederholt ein Thema. Gerade die verbalen Entgleisungen wirken sich auch auf das Schiedsrichterwesen aus.

Freitag, 27.09.2019, 11:00 Uhr
Willy Westphal und der Vorstand des FLVW-Kreises Ahaus/Coesfeld setzen ein Zeichen gegen Gewalt auf den Fußballplätzen.
Willy Westphal und der Vorstand des FLVW-Kreises Ahaus/Coesfeld setzen ein Zeichen gegen Gewalt auf den Fußballplätzen. Foto: Steinbrenner

„Dieser Gewaltform haben wir einen Rückgang der Schiedsrichterzahlen von nahezu 60 Referees in den letzten acht Monaten zu verdanken“, klagt der Kreisvorsitzende Willy Westphal .

Die zunehmende Gewalt auf den Sportplätzen des Fußballkreises war in den letzten Gremiensitzungen des Fußballkreises Ahaus/Coesfeld ein ausgiebiges Diskussionsthema. Gerade die verbalen Entgleisungen bei Fußballspielen wirken sich auch auf das Schiedsrichterwesen aus.

„Dieser Gewaltform haben wir einen Rückgang der Schiedsrichterzahlen von nahezu 60 Referees in den letzten acht Monaten zu verdanken“, analysiert der Kreisvorsitzende Willy Westphal. Er wurde von seinem Vorsitzenden im Kreisschiedsrichterausschuss darüber informiert, dass bei einer gleichbleibenden Entwicklung in Zukunft nicht mehr alle Seniorenspiele mit amtlichen Spielleitern besetzt werden können.

„Es gelingt uns schon aktuell nur mit den größten Mühen, alle Spiele mit Schiedsrichtern zu versehen. Nicht selten bleiben einige Jugend- und Frauenspiele unbesetzt“, unterstreicht Paulo Goncalves die Analyse und hob schon auf den vergangenen Staffeltagen warnend den Finger.

In erster Linie sind die Vereine aufgefordert, die verbale Gewalt einzudämmen und damit auch die Grundlagen für die Schiedsrichterwerbung zu verbessern. Aber auch der Fußballkreis wird Maßnahmen einleiten, die in den nächsten Tagen vorbereitet werden.

Westphal sieht aber nicht nur die Probleme im Schiedsrichterwesen, sondern sorgt sich auch um die allgemeine Entwicklung zur Neigung von Gewalt. Die drastischen Urteile der Sportgerichtsbarkeit bei verbaler Gewalt auf den Sportplätzen, bei sexistischen und rassistischen Entgleisungen während der Sportveranstaltungen nehmen zu. Aber auch die zunehmende Bereitschaft, sich durch körperliche Übergriffe Vorteile zu verschaffen und die Sportgelände der Vereine „unsicher zu machen“.

Einen zusätzlichen Hinweis, dass dem Treiben Einhalt geboten werden muss, lieferte vor ein paar Tagen ein Gewaltausbruch bei Westfalia Vinnum. „Auch wenn der Verein nicht zu unserem Fußballkreis gehört, erklären wir uns solidarisch mit der Westfalia und erkennen die Zeichen dieser verheerenden Entwicklung“, ist aus dem Kreisvorstand zu vernehmen.

Dieser Entwicklung wird sich nicht nur der Verband FLVW, sondern auch der Fußballkreis Ahaus-Coesfeld entgegenstellen und sich an der Kampagne gegen Gewalt und gegen Rechts – auch hier sind steigende Tendenzen erkennbar - anschließen.

Der Verband und der Kreis wollen Gesicht zeigen durch die ins Leben gerufene Social Media Kampagne #WirSindUnsEinig, Durch Hinweise auf den Homepages des Kreises und des FLVW soll Aufmerksamkeit erregt und sollen Zeichen gesetzt werden. Demokratietraining, Sportgerichtsverhandlungen und Stellungnahmen reichten offensichtlich nicht mehr aus, um nachhaltig Erfolge im Kampf gegen die Gewalt auf den Sportplätzen zu erzielen, beklagen die Offiziellen.

Aus diesen Gründen hat der Kreisvorsitzende seine Vereine auch über die Kampagne informiert und im Interesse des Fußballsports um Unterstützung gebeten.

Die Homepages des Verbandes und Kreises geben eine gute Orientierung für Vereinsaktionen.

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