Schöppinger startete beim Gettingtough Race in Rudolstadt
Andreas Fröhner liebt extreme Herausforderungen

Gronau/Schöppingen -

Zäh und widerstandsfähig sollte man schon sein, wenn man sich entscheidet, beim „Gettingtough Race“ an den Start zu gehen. Andreas Fröhner vom TV Gronau stellte sich dieser ganz besonderen Herausforderung im thüringischen Rudolstadt bereits zum fünften Mal.

Dienstag, 31.12.2019, 04:00 Uhr aktualisiert: 01.01.2020, 15:50 Uhr
Andreas Fröhner liebt die besonderen Herausforderungen. Den härtesten Hindernislauf Europas hat er gerade hinter sich, im kommenden Jahr plant er einen Start beim Challenge Roth.
Andreas Fröhner liebt die besonderen Herausforderungen. Den härtesten Hindernislauf Europas hat er gerade hinter sich, im kommenden Jahr plant er einen Start beim Challenge Roth. Foto: privat

Ein Crosslauf über 24 km und 1.000 Höhenmeter, 150 Hindernisse mit minutenlangem Waten im Wasser, dem Durchqueren der Saale, dem Tauchen unter Baumstämmen im Freibad hindurch bei natürlich nicht gerade sommerlichen Temperaturen im Dezember haben dazu beigetragen, dass die Veranstaltung gerne auch mal als der „härteste Hindernislauf Europas“ bezeichnet wird.

Rund 600 Aktive waren bei der Premiere im Jahr 2012 am Start, bei der achten Auflage kamen jetzt 2.237 Läuferinnen und Läufer ins Ziel – der Erste nach 2:02 Stunden, der Letzte nach 6:14 Stunden.

Andreas Fröhner war 2014 erstmals in der waldreichen Umgebung um Rudolstadt dabei. „Immer mal wieder etwas Neues probieren, das war schon immer meine Devise“, erzählt der 39-jährige Schöppinger, der seit diesem Jahr für den TV Gronau an den Start geht.

Das Laufen für sich entdeckt hat Andreas Fröhner während seiner Zeit bei der Bundeswehr . „Dort gehörte der Sport naturgemäß zum Alltag“, erzählt er. Bald folgte die erste Teilnahme an Volksläufen über 10 km, bei Halbmarathonläufen und 2007 erstmals auch über die 42,2 km eines Marathons. Nachdem der geborene Mittelfranke in Schöppingen sein neues Zuhause gefunden hatte, erfolgte dann irgendwann auch der Einstieg beim Triathlon über Sprint-, Kurzdistanzen und die Halbdistanz.

Vor allem aber die außergewöhnlichen Herausforderungen locken Fröhner. So begnügte er sich beim Steinhart 500 in Steinfurt im vergangenen Jahr nicht mit dem Marathon, sondern drehte gleich vier Runden über insgesamt 56 km durch das Bagno und über den Buchenberg. Vor einigen Jahren ging er beim „Strongman“ in Weeze erstmals bei einem Hindernislauf an den Start. Und seit 2014 lässt ihn nun das „Gettingtough Race“ nicht mehr los.

„Die Veranstaltung und die Atmosphäre sind einfach einmalig“, gerät er bei der Frage nach dem Warum sofort ins Schwärmen. „Die Herausforderung ist extrem: Mehrfach muss man durch das brusthohe Wasser eines Grabens. Dann geht es durch das knietiefe Wasser der Saale und anschließend laufend über ein 12 km langes Trailstück. Allein auf den letzten Kilometern sind schließlich rund 100 Hindernisse zu überwinden: steile Rampen, große Reifenberge und vieles mehr. Ohne Hilfe der Mitläufer sind diese Hindernisse nicht zu schaffen, selbst für die Spitzenläufer nicht“, sprudelt es aus ihm heraus.

Einzelkämpfer zu sein und doch auf die Unterstützung anderer zählen zu können, das kennt Andreas Fröhner aus seinem Alltag. Als Brandmeister bei der Berufsfeuer in Recklinghausen mit 24 Stunden Dienst und 48 Stunden dienstfreier Zeit absolviert er sein Trainingspensum weitestgehend als Solist.

„Ich freue mich, dass ich mit Steve Figur in Schöppingen mittlerweile einen Vereinskollegen habe, mit dem ich zumindest einen Teil des Trainings gemeinsam absolvieren kann“, berichtet er. Als Feuerwehrmann weiß er aber auch, wie wichtig bei allem Einsatz des einzelnen die Unterstützung der Kollegen ist.

„Auch in Rudolstadt ist letztlich jeder auf Hilfe angewiesen. So stehen die Organisatoren selbst an der Strecke, um vor allem den Letzten über die Hindernisse zu helfen“, berichtet Fröhner. Zeit und Platzierung sind daher für ihn absolut zweitrangig. 3:37:04 Std. benötigte er in diesem Jahr. Damit landete er auf Platz 730 im Gesamtfeld und Platz 188 in der M 35. „Ich war schon rund 20 Minuten schneller, aber auch ca. 50 Minuten langsamer“, berichtet er.

Der 5. Dezember 2020 ist in jedem Fall bereits dick im Kalender von Andreas Fröhner markiert. Dann geht es erneut nach Rudolstadt. Zuvor wartet auf ihn am 5. Juli 2020 aber wieder einmal eine ganz neue Herausforderung: Im fränkischen Roth möchte Andreas Fröhner die 3,8 km Schwimmen, 180 km Radfahren und 42,2 km Laufen beim Challenge Roth meistern.

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