Fußball: Bezirksliga 11
Aussichtslose Alstätter Aufholjagd?

Alstätte -

Wo zittern sie um den Klassenerhalt? Welches Team spricht beim Titelkampf noch ein Wörtchen mit? Und wer waren die Schlüsselspieler und Pechvögel im Kader? Das erste Fußball-Halbjahr ist Geschichte. Die Vereine starten in die Vorbereitung auf den Punktspielstart 2020. Der perfekte Zeitpunkt für eine Zwischenbilanz. Die WN-Sportredaktion nennt Namen, Zahlen und Statistiken. Der VfB Alstätte macht den Anfang.

Freitag, 17.01.2020, 20:00 Uhr
Zwei Schlüsselspieler und Leistungsträger der Hinrunde waren Henning Feldhaus (links) und Frederik Maas (rechts) beim VfB Alstätte. Der Club vom Bahnhof geht mit acht Punkten Rückstand aufs rettende Ufer ins neue Jahr.
Zwei Schlüsselspieler und Leistungsträger der Hinrunde waren Henning Feldhaus (links) und Frederik Maas (rechts) beim VfB Alstätte. Der Club vom Bahnhof geht mit acht Punkten Rückstand aufs rettende Ufer ins neue Jahr. Foto: Angelika Hoof

Sie haben keine Chance – aber die wollen sie nutzen. Aufgeben gilt nicht in Alstätte. Konzentriert hat der VfB die Vorbereitung wieder aufgenommen. Locker ging es zuvor zum Start beim gemeinsamen Trainingstag und anschließenden Mannschaftsabend zu. Bloß nicht verkrampfen!

Denn die ersten Aufgaben haben es direkt in sich. Im Rahmen der Eper Wochen spielt Alstätte zwei Mal zu Hause gegen Vorwärts und den FC. Doch die Namen der Kontrahenten sind fast schon zweitrangig. Denn die Rot-Weißen brauchen vor allem eines: Punkte. Ganz gleich gegen wen.

Zahlenspiele

Offiziell ist die Hinrunde bereits beendet. Denn es steht am 9. Februar bereits der 19. Spieltag auf dem Programm. Allerdings ist die Tabelle noch ein wenig durcheinander, weil zahlreiche Clubs erst 17 statt wie andere schon 18 Partien absolviert haben. Auch dem VfB Alstätte fehlt noch ein Match. Dass die Mannen um Spielertrainer Markus Krüchting Schlusslicht in der Bezirksliga sind, liegt allerdings weniger an genau dieser einen Begegnung gegen SpVgg Vreden 2, die am 22. Februar (16 Uhr) nachgeholt werden soll. Die Rot-Weißen holten schlichtweg die mit Abstand wenigsten Punkte. Acht Zähler waren es nur, bereits vier weniger als der Vorletzte TuS Wüllen (12).

Das große Dilemma: Gleich vier Mannschaften steigen aus der Bezirksliga ab. Adler Weseke ist das Team, das aktuell auf Rang 14 mit 16 Punkten gerettet ist. In Bilanzen umgerechnet bedeutet das rechnerisch: Der VfB braucht drei Siege, um bei gleichzeitigen Niederlagen der gesamten Konkurrenz vorbeizuziehen. Doch wie soll und kann das funktionieren?

Bislang holten die Alstätter ja erst magere zwei Erfolge – die wenigsten der 18 Bezirksligisten. Auch 13 Niederlagen bedeuten den Negativwert im Klassement, genauso die 56 Gegentore. Defensiv ist der VfB Alstätte sehr anfällig. Immerhin: Mit 24 erzielten Treffern steht der Club vom Bahnhof in einem Ranking nicht ganz hinten: Union Lüdinghausen jubelte als Drittletzter erst 18 Mal und ist auch in der Auswärtstabelle Letzter – noch hinter Alstätte.

Serientäter

Das Beste kommt zum Schluss? Beim VfB Alstätte hoffen sie darauf. In der Hinrunde jedenfalls war es genau andersherum. Der Aufsteiger startete furios mit einem 3:0-Sieg gegen den VfL Billerbeck, ließ danach ein respektables 2:2 beim nun Dritten Vorwärts Epe am Wolbertshof folgen. Und das war sie dann schon: die beste Serie bisher in der Saison 2019/20 für die Rot-Weißen, die nur direkt zum Ligaauftakt zwei Partien nacheinander unbesiegt blieben. Billerbeck ist allerdings ein gutes Beispiel für die Alstätter, wie es mit Effizienz besser klappen kann.

Wie der VfB erzielte auch der VfL nur 24 Treffer – und rangiert dennoch auf Platz acht. Weil er zeitgleich nur 23 Gegentreffern kassierte und so satte 27 Punkte sammelte. Zurück nach Alstätte, wo besonders auffällt: Vom dritten Spieltag an kassierte die Krüchting-Elf fünf Niederlagen in Serie, bis das 4:4 gegen Wüllen zumindest einen kleinen Teilerfolg bedeutete.

Danach starteten die Rot-Weißen ihre schlimmste Serie und verloren sieben Mal nacheinander. Es gibt allerdings auch noch einen positiven Wert zu vermelden: Ein Dutzend Spiele vom Saisonauftakt an beendeten die Alstätter zumindest immer mit einem eigenen Treffer, sieben Mal waren es sogar zwei oder mehr VfB-Tore. Die Defensive ist deswegen das größte Sorgenkind. Zumal die Rot-Weißen in bisher neun Partien schon vier oder fünf Gegentore schlucken musste.

Was außerdem auffällt: In den letzten fünf Begegnungen 2019 glückte den Alstättern zwar der zweite Sieg (2:1 beim SC Reken), aber vier Mal ging dieses Mal die Offensivabteilung leer aus.

Personalfragen

Kapitän Tobias Tenhagen absolvierte in der Hinserie keine fünf Partien. Damit musste der VfB schon mal auf seinen Mittelfeldmotor verzichten. Ein erfolgreiches Comeback rückt aber näher. Tenhagen liegt im Zeitplan. Anders als sein Bruder Oliver, der verletzt noch gar nicht zum Einsatz kam, eigentlich die rechte Seite offensiv wie defensiv beackern soll. Die Verantwortlichen werden kein Risiko eingehen, damit sich der Außenspieler vollständig an den Wettkampfmodus herantasten kann.

Goalgetter Markus Krüchting hat gesundheitlich gute Fortschritte gemacht. Die Hoffnung wächst, dass er für den VfB wieder auf Torejagd gehen kann. Er selbst sagt: „Ich fühle mich soweit okay, muss aber natürlich abwarten, wie der Körper dann unter Vollbelastung reagiert.“ Umso wichtiger wird für die Rot-Weißen sein, dass weitere Schlüsselspieler nicht ausfallen.

Johannes Feldhaus in der Defensive, Bruder Henning in der Offensive waren zwei auffällige Alstätter Akteure. Frederik Maas gilt als Stütze auf der linken Defensivseite. Und auch ein Alexander Buß muss genannt werden, der im zentralen Mittelfeld eine ebenso zentrale Rolle im VfB-Gefüge spielt.

Die WN-Prognose

Acht Punkte Rückstand: Das bedeutet natürlich ein dickes Brett. Unmöglich ist das Unternehmen Klassenerhalt nicht. Zumal noch satte 17 Chancen bestehen, dreifach zu punkten. Doch wenn der VfB Alstätte die Saison 2020/21 nicht wieder als A-Ligist bestreiten will, muss zugeben viel zusammenkommen – wenn nicht sogar alles perfekt laufen.

Ein Spielertrainer Markus Krüchting, der die Rückrunde fit auflaufen kann, um seinen Torriecher unter Beweis zu stellen. Ein VfB, der vom Verletzungspech verschont bleibt. Eine erste Serie, die vielleicht noch nicht direkt gegen die Eper Bezirksligisten startet, die allerdings auch nicht zu lange auf sich warten lassen sollte.

Wenn Alstätte dann Morgenluft wittert, wer weiß, was passieren kann und möglich ist? Die Chance auf einen erfolgreichen Klassenerhalt bleibt. Doch die Wahrscheinlichkeit stufen wir sehr gering ein. Realistischer ist, den VfB Alstätte in der kommenden Saison wieder in der Kreisliga A1 zu suchen.

VfB-Vorbereitung

Sein erstes Testspiel bestreitet der VfB Alstätte schon heute um 13 Uhr. Die Rot-Weißen sind zu Gast beim FC Aramea in Enschede. Am Mittwochabend (22. Januar) ist ein weiteres Freundschaftsspiel bei BB Haaksbergen 2 vereinbart worden, was um 20 Uhr angepfiffen wird. Der dritte Test, ein Wochenende vor dem ersten Meisterschaftsspiel, geht am Samstag (1. Februar) ab 14 Uhr beim ASC Schöppingen im Vechtestadion über die Bühne. Zwischen den beiden Bezirksliga-Partien gegen Vorwärts und FC Epe wird der VfB zudem noch am Dienstag (11. Februar) um 19.30 Uhr beim SC Südlohn spielen.

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