Fußball: Kreisliga A1
Fortuna nur noch eine graue Maus

Gronau -

Das Zwischenfazit des Trainers fällt schon einmal sehr deutlich aus. „Das war ein komplett enttäuschendes erstes Halbjahr“, blickt Orhan Boga missmutig auf die Tabelle, weil seine Mannschaft meilenweit vom vierten Platz der Vorsaison entfernt ist.

Donnerstag, 06.02.2020, 21:00 Uhr
Marcel Bösel (Mitte) erzielte 13 der bisher 33 Treffer für Fortuna Gronau. Doch der A-Ligist ließ im Laufe des ersten Halbjahres trotzdem zu viele Punkte liegen.
Marcel Bösel (Mitte) erzielte 13 der bisher 33 Treffer für Fortuna Gronau. Doch der A-Ligist ließ im Laufe des ersten Halbjahres trotzdem zu viele Punkte liegen. Foto: Angelika Hoof

2019/20 waren die Blau-Schwarzen bislang nicht mehr als eine graue Maus. Viele Patzer, eine Reihe Pleiten und selten wirklich gelungene Vorstellungen – das soll sich alles ändern im neuen Kalenderjahr. Ein wenig Zeit bleibt den Gronauern noch. Sie eröffnen aber bereits am 29. Februar, an einem Samstag, den 19. Spieltag mit einem Heimspiel an der Laubstiege gegen Union Wessum.

Zahlenspiele

Fortuna Gronau wird vermutlich ein wenig erleichtert zur Kenntnis genommen haben, dass nach dem 1:2 gegen SF Ammeloe endlich die Winterpause angebrochen war. Denn auch im letzten Punktspiel 2019 lief wenig zusammen. Und mit der neunten Niederlage im 18. Match beendeten die Kicker von der Laubstiege 2019 lediglich als Achter mit 25 Punkten, allerdings mit einer leicht negativen Bilanz und ebenso Tordifferenz (33:35). Sieben Spiele bestritt die Boga-Elf siegreich. Nur ein Mal spielte Fortuna unentschieden – so wie der FC Vreden und SF Ammeloe.

Dass die Gronauer nur im tristen Mittelfeld der A-Liga liegen, verwundert beim Blick auf die Statistiken wenig. So richtig schlecht sind die Fortunen nirgendwo. Nur eben auch nie bemerkenswert gut in einer Disziplin. Zu Hause gab es je vier Siege und Niederlagen. 33 Treffer sind so gerade noch in Ordnung, 35 Gegentore ebenfalls ein durchschnittlicher Wert. Mittelmäßig und unspektakulär – so lief sie eben, die Hinserie für Fortuna Gronau. Es gab keine nennenswerten Kantersiege, aber auch keine vernichtenden Niederlagen. Ein 0:3 beim ASV Ellewick Mitte Oktober war die deutlichste Schlappe.

Ein 5:2 gegen Schlusslicht Eintracht Stadtlohn am 8. September bedeutet den momentan deutlichsten Saison-Erfolg. Das einzige, was wirklich passte: Der Unterhaltungswert war meistens gegeben, wenngleich nicht immer die Fortunen selbst Anteil daran hatten. Torlose Nullnummern jedenfalls waren bisher Fehlanzeige. Dafür gab es schon sechs Begegnungen, in denen zwischen fünf und acht Treffer fielen, wenn die Gronauer mit auf dem Feld standen.

Serientäter

Mit dem erwähnten 5:2 gegen die Stadtlohner begann im September auch Fortuna Gronaus beste Serie. Denn die Blau-Schwarzen ließen darauf einen 3:2-Sieg im Derby beim FC Epe 2 folgen und bezwangen anschließend zudem Grün-Weiß Lünten mit 2:1. Drei Dreier in Serie, zumindest aber drei Partien in Folge ohne Niederlage, das gab es danach gar nicht mehr.

Mit einem 0:1 bei SuS Stadtlohn 2 endete nicht nur der September, sondern riss auch die Erfolgsbilanz. Danach blieben die Dinkelstädter nämlich vier Begegnungen lang ohne einzigen Sieg. Mehr als ein wildes 4:4 beim SC Südlohn sowie eben dieser eine Punkt sprang nicht heraus. Und auch wenn Fortuna gegen den FC Oeding beim 3:1 diesen negativen Trend zu stoppen wusste, wechselten sich wie schon an den ersten vier Spieltagen anschließend Sieg und Niederlage in schöner Gleichmäßigkeit ab.

Die Fortunen brachten keine Konstanz in ihre Spiele und traten fortan auf der Stelle. Ein halbes Dutzend Mal erzielte Gronau selbst auch kein eigenes Tor. Zum Vergleich: Ein Dreier ohne Gegentor schaffte das Team von der Laubstiege nur ein Mal: beim 2:0 im Vechtestadion beim ASC Schöppingen.

Personalfragen

Dass der A-Ligist von der Laubstiege vom großen Verletzungspech bisher verschont geblieben ist, zeigen auch die Zahlen. Thorsten Höing und Patrick Werges absolvierten alle 18 Fortuna-Spiele. Höing erreicht zudem mit 1569 Minuten den Bestwert aller Gronauer Kicker. Vier weitere Akteure waren 17 Mal dabei, Bogas Trainerkollege Alexander Buning verpasste nur zwei Matches. Und Torben Rattelsdorfer und Marcel Bösel bringen es immerhin auch noch auf 15 Einsätze.

Das sind in der Summe dann zehn Feldspieler, die maximal drei Mal fehlten. Da ist es umso erstaunlicher, dass Fortuna Gronau eine so mittelmäßige und wenig konstante Hinserie hinlegte. 23 Spieler wurden in den 18 Begegnungen bisher eingesetzt. Von denen finden sich immerhin noch neun in der internen Torjägerliste wieder.

Am besten netzte – das ist wenig überraschend – Marcel Bösel. Er steuerte 13 Treffer zu den 33 bei und war damit erfolgreichster Goalgetter. Youngster Florian Temjanovski ist mit fünf erzielten Toren sicher ein Lichtblick. Moritz Terbeck war vier Mal erfolgreich, muss nun aber verletzungsbedingt mehrere Wochen passen. Drei Mal jubelte noch Spielertrainer Alexander Buning. Kollege Boga erzielte ebenfalls einen Fortuna-Treffer.

WN-Prognose

Mit den Rückkehrern Teglat Chabou und Laurent Cannoletta, die in der Rückrunde wieder zum Einsatz kommen, wird die Qualität im Kader definitiv noch einmal steigen. Das lässt zumindest hoffen. Denn eigentlich muss sich Fortuna Gronau in allen Disziplinen steigern, um das Saisonergebnis zu verbessern. Und das wird wiederum schwer genug. Schon der Sechste Schöppingen liegt fünf Punkte entfernt. Bis Platz drei und vier – das angestrebte Ziel vor dieser Spielzeit – sind es satte zehn Zähler Rückstand. Rang sieben oder – mit einem Kraftakt – sechs kann gelingen. Mehr wird es 2019/20 aber nicht mehr für die Fortunen. Diese Saison wird eine verschenkte, mittelmäßige bleiben.

Nachholspiele in der A-Liga

Fortuna Gronau eröffnet die 19. Spielrunde in der Kreisliga A1 bereits am 29. Februar, also einen Tag früher, um 17 Uhr mit der Partie gegen Union Wessum. Doch zuvor muss erst einmal die Tabelle gerade gebügelt, müssen einige Nachholspiele bestritten werden. Am 16. Februar (14.30 Uhr) spielt Lünten gegen Ahaus 2 sowie Ammeloe gegen Ottenstein. Am 19. Februar (19.30 Uhr) ist der FCO ein zweites Mal im Einsatz, dann gegen Südlohn. Und am 22. Februar (14.30 Uhr) wird die Partie des ASV Ellewick gegen Schlusslicht Eintracht Stadtlohn nachgeholt. Erst dann kommen alle 16 Teams in der Kreisliga A1 auf ihre 18 absolvierten Spiele.

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