Sportschießen: Bundesliga-Finale
Nichts für schwache Nerven

Epe -

Ihre Titelsammlung ist um eine Silbermedaille reicher. Gemeinsam mit Tatjana Spies, die zum erweiterten Kader zählte und zudem auf eine langjährige Eper Sportschützenvergangenheit blickt, wurde Malin Wigger nun deutsche Vizemeisterin.

Freitag, 07.02.2020, 17:00 Uhr
Malin Wigger (vorne, 2. von links) und Tatjana Spies (vorne, Mitte) gewannen mit dem SSV St. Hubertus Elsen die Silbermedaille beim großen Bundesliga-Finale.
Malin Wigger (vorne, 2. von links) und Tatjana Spies (vorne, Mitte) gewannen mit dem SSV St. Hubertus Elsen die Silbermedaille beim großen Bundesliga-Finale. Foto: privat

Im Bundesliga-Finale entpuppte sich nur die SSG Kevelaer beim 0:5 als eine Nummer zu groß für Wiggers Verein SSV St. Hubertus Elsen. Für den steht Malin Wigger seit 2018 mit dem Luftgewehr am Schießstand.

Die 22-Jährige kam bei den Wettkämpfen in Rotenburg an der Fulda im Viertelfinale zum Einsatz und besiegte da Maximilian Wolf von der SSG Dynamit-Fürth mit 391:389 Ringen. Viel Zeit, diesen Erfolg ausgiebig zu genießen, blieb der Psychologie-Studentin nicht. Die nächste Klausur stand direkt an. Für die WN hat sich Malin Wigger aber trotzdem etwas Zeit genommen.

Malin, du studierst in Bochum Psychologie. Um was ging es in der Klausur?

Malin Wigger: Ja, mein Master-Studium hat gerade begonnen. Ich bin im siebten Semester, drei weitere fehlen also noch. Am Donnerstag habe ich die Klausur zum Thema „Asymmetrien zwischen der linken und rechten Gehirnhälfte“ geschrieben.

Und wo ist die Nervosität größer? An der Uni – oder doch am Schießstand?

Wigger: Definitiv beim Schießen. Erst recht natürlich bei einem Bundesliga-Finale. Das ist dann doch noch einmal alles eine Nummer größer und spannender. Erst recht im Vergleich zur 2. Bundesliga. Gerade bei einem Finalwettkampf sind viel mehr Zuschauer und Fans vor Ort.

Wenn der Adrenalinspiegel schnell sinkt

Hast du im Viertelfinale denn die Nerven in den Griff bekommen?

Wigger: Irgendwie. Das war gar nicht so einfach. Ich war schon sehr nervös. Zumal bei einer Niederlage im Viertelfinale für vier Mannschaften direkt alles sofort vorbei ist. Erreichst du das Halbfinale, bliebe dir ganz sicher noch ein Wettkampf. Entweder um den dritten Platz oder – wie bei uns – das große Finale. Für meine erste Serie habe ich auch unheimlich lange gebraucht und parallel dann mitbekommen, dass mein Gegner nicht so stark geschossen hat.

Es ist also schwer, das ganze Drumherum komplett auszublenden?

Wigger: Ja. Du versuchst natürlich, dich nur auf deine Leistung zu fokussieren. So gut es eben geht. Aber die Informationen zu den Zwischenständen bekommst du dann doch mit. Vor der vierten und damit letzten Serie habe ich dann dummerweise angefangen nachzurechnen. Da ist der Adrenalinspiegel merklich gesunken. Das ist fürs eigene Ergebnis nicht unbedingt förderlich. Aber es hat ja zum Punktgewinn für mein Team gereicht.

Der Kreislauf spielt nicht mit

Im Halbfinale und Finale bist du nicht zum Einsatz gekommen. Woran hat es gelegen?

Wigger: Leider hat mir da mein Kreislauf einen Strich durch die Rechnung gemacht. Das hätte keinen Sinn gemacht. Wir wollen ja als Mannschaft möglichst erfolgreich sein.

Apropos erfolgreich: Deine Entscheidung, 2018 nach Elsen zu wechseln, hast du demnach nicht bereut?

Wigger: Absolut nicht. Ich bin ja mit der Erwartung dorthin gewechselt, um in der 2. Bundesliga zu schießen. Dass ich bei Hubertus nun nach zwei Jahren schon so oft in der 1. Bundesliga zum Kader zählte und dort auch regelmäßig zum Einsatz komme, damit hatte ich vorher überhaupt nicht gerechnet. Es läuft hier alles super. Die Mannschaft macht es mir aber auch wirklich einfach. Hier herrscht eine tolle Atmosphäre. Und der Kontakt zu den Vereinigten Sportschützen aus Epe ist ja auch nicht völlig abgerissen. Für die VSS schieße ich nicht mehr in der Liga, aber dafür noch in den verschiedenen Meisterschaften.

1. Bundesliga? „Das kann stressig werden“

Was sind die größten Unterschiede zwischen 2. und 1. Bundesliga?

Wigger: Abgesehen von der sportlichen Qualität sind die Wettkämpfe in der 1. Bundesliga noch einmal zeitintensiver, weil sie im Gegensatz zur zweiten Liga an beiden Wochenendtagen bestritten werden. Dazu noch zwei Mal Training in der Woche, Ausgleichssport wie Joggen, Yoga oder Zirkeltraining und das Master-Studium mit der aktuellen Klausurphase – das kann schon stressig werden, macht aber nach wie vor ungemein Spaß.

Damit sich der Aufwand lohnt: Was sind die nächsten Ziele?

Wigger: Natürlich möchte ich mich jetzt in der 1. Bundesliga noch als Stammschützin im Kader etablieren. Das wäre der nächste große sportliche Schritt. Und vielleicht klappt es dann beim nächsten Bundesliga-Finale ja sogar mit dem ersten Platz.

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