Fußball: U17-Juniorinnen
Der ASC erreicht das nächste Level

Schöppingen -

Man sieht sich ja bekanntlich immer zwei Mal im Leben – mindestens. Schon 2019 reisten Schöppingens U15-Fußballerinnen nach Greven, um an der Westfalenmeisterschaft unterm Hallendach teilzunehmen. Ein großer Erfolg, den die U17 in diesem Jahr noch einmal überbieten konnte.

Freitag, 14.02.2020, 19:00 Uhr
Da darf das Jubel-Selfie nicht fehlen: In Greven qualifizierten sich die U17-Spielerinnen aus der Vechtestadt für die Futsal-Regionalmeisterschaft West.
Da darf das Jubel-Selfie nicht fehlen: In Greven qualifizierten sich die U17-Spielerinnen aus der Vechtestadt für die Futsal-Regionalmeisterschaft West. Foto: Verein

Denn der ASC-Nachwuchs qualifizierte sich als Dritter für die Futsal-Regionalmeisterschaft West. Bevor die am Wochenende in der Sportschule Duisburg-Wedau über die Bühne geht, haben die WN mit dem Trainerteam Michael Webers , Christian Bunnefeld und Achim Bruns gesprochen.

Hand aufs Herz, jetzt könnt ihr es ja verraten. Habt ihr euch beim Landesturnier in Greven insgeheim nicht doch etwas ausgerechnet?

Achim Bruns: Zumindest sind wir gut damit gefahren, die Mädchen nicht schon im Vorfeld mit einer übertriebenen Erwartungshaltung unter Druck zu setzen. Wir haben das Hallenturnier in Greven als schönen Bonus verstanden.

Michael Webers: Und noch schöner war es dann, als es mit Platz drei tatsächlich gereicht hat zur Qualifikation für die Westdeutsche Hallenmeisterschaft. Wir wussten schon, dass an einem guten Tag zumindest die Gruppenphase machbar ist. Schließlich spielten die Mädchen bisher eine überragende Hallenrunde. Eigentlich standen wir ja immer im Finale.

Mit 1:0 das kleine Finale gewonnen

In Greven verlor der ASC Schöppingen das Halbfinale allerdings mit 0:2 gegen den Westfalenligisten Delbrücker SC. Es sollten die einzigen beiden Gegentore im Turnierverlauf bleiben. Im Spiel um Platz drei musste für eine erfolgreiche Qualifikation ein Sieg her. Und der gelang mit 1:0 gegen den SV Hohenlimburg.

Die Westdeutsche Hallenmeisterschaft ist aber jetzt wirklich eine Zugabe? Oder reicht es zu weiteren Überraschungen?

Christian Bunnefeld: Nein. Dieses Turnier wollen wir einfach nur genießen. Das ist eine ganz andere Größenordnung, alleine schon vom Ablauf. Hier treffen wir zudem auch sportlich auf deutlich größere Kaliber. Auf den 1. FC Köln zum Beispiel oder auf Bayer Leverkusen. Die Gruppen werden aber erst vor dem Turnier ausgelost. Alles in allem erleben wir da noch einmal ein ganz anderes Fußball-Level.

Alles exakt durchgetaktet

Tatsächlich umfasst die Einladung, die Schöppingens Verantwortliche erhielten, mehrere Seiten. Alles ist bis ins kleinste Detail terminiert. Bis wann die Mannschaften anreisen sollten, wann die Zimmer vergeben und belegt werden, wann Frühstück, Mittag- oder Abendessen stattfinden und natürlich, wann die Partien der Vorrundengruppen angepfiffen werden.

Die Teilnahme an der Westdeutschen Hallenmeisterschaft scheint trotz allem kein Zufallstreffer zu sein. Oder täuscht der Eindruck?

Bruns: Keineswegs. Unsere U17 ist ein richtig starker Jahrgang. Aber wir sollten dabei auch die U15 nicht vergessen, die ebenfalls eine tolle Saison spielt. Bei der Hallenkreismeisterschaft wurde dieses Team Zweiter, auf dem Feld ist unsere U15 außerdem Tabellenführer, wenn auch schon mit drei Spielen mehr auf dem Konto als die Verfolger.

War denn schon immer abzusehen, dass da etwas buchstäblich Großes heranwächst?

Webers: Ich trainiere diesen Jahrgang seit der U11. Und eigentlich gab es seitdem auch schon immer einige Spielerinnen im Kader, bei denen du gemerkt hast: Die sind ihren Gegnerinnen doch einen Schritt voraus. Aber die Teilnahme an einer Westdeutschen Meisterschaft im Jugendbereich? Ich kann mich nicht daran erinnern, dass das schon einem anderen ASC-Team gelungen wäre. Vermutlich ist Konstanz der Schlüssel zum Erfolg.

Lobende Worte aus Vereinsreihen

Webers ist seit Ende der 70er Jahre bereits als Jugendspieler beim ASC Schöppingen angefangen. Seit sechs Jahren ist der 48-Jährige als Coach im Mädchenfußball tätig. Christian Bunnefeld trainiert die Nachwuchsspielerinnen seit vier Jahren. Achim Bruns ist ebenfalls schon fünf Jahre als Betreuer und Trainer in der Mädchenfußball-Abteilung am Ball. In dieser Konstellation arbeitet das Trio im ersten Jahr zusammen.

Wie werden die Leistungen der U17 denn im Umfeld des ASC wahrgenommen?

Bunnefeld: Durchweg positiv. Es gibt immer wieder Vereinsmitglieder, die auf uns mit lobenden Worten zukommen. Das verwundert aber auch nicht. Auf dem Feld führt unsere U17 ja mit zehn Siegen in zehn Spielen und mit 115:6 Toren die Kreisliga A unangefochten an. Solche Bilanzen sprechen sich natürlich herum.

Wohin soll die Reise sportlich gehen?

Webers: Tatsächlich ist sogar der Aufstieg möglich. Wir werden natürlich alles geben, um die Qualifikation zur Bezirksliga zu packen. Das wäre ein wichtiger nächster Schritt. Wie schon erwähnt: Der Unterbau mit den U15-Juniorinnen bietet ja ebenfalls Perspektive. Und wir haben beim ASC außerdem noch eine U13, U11 und U9 gemeldet. Die U11- und U9-Teams werden zudem von Spielerinnen der U17 trainiert. So schließt sich dann der Kreis.

Ein Blick in die Zukunft

Seitdem Michael Webers „seine“ Mädchen in der U11 übernommen hat, feierte alleine dieser Jahrgang vier Mal die Hallenkreismeisterschaft, wurde zwei Mal Meister und auch Pokalsieger. Mit Greta Webers, seiner Tochter, und Luisa Ebbinghoff holten zwei Schöppingerinnen zudem mit der Kreisauswahl die Westfalenmeisterschaft. Und die Kollegen Bruns und Bunnefeld etwa wurden 2018 mit der U17 Meister. Der Mädchenfußball beim ASC Schöppingen ist seit vielen Jahren bereits eine einzige Erfolgsstory.

Tore, Titel, Meisterschaften: Das weckt vermutlich auch Interesse? Auf der anderen Seite will der ASC auch im Seniorinnenbereich davon profitieren?

Bunnefeld: Es stimmt schon, Anfragen kommen immer wieder. Ich sehe das bei meiner Tochter Sarah, unserer Torjägerin. Allerdings lebt diese Mannschaft auch vom absoluten Teamgeist, tritt immer und überall als Einheit auf. Einige Spielerinnen werden auch schon sukzessive bei den Frauen in der Kreisliga eingesetzt.

Webers: Und die schönsten Momente sind dann, wenn unsere Spielerinnen selbst den Blick in die Zukunft werfen und darüber philosophieren, wie es wäre, in genau dieser Konstellation gemeinsam auch im Seniorenbereich die Liga aufzumischen. Aber jetzt sind erst einmal die Titelkämpfe in Duisburg-Wedau an der Reihe.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7260289?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F3661143%2F94%2F35322%2F
Krisenstab stimmt sich Montag ab
Coronavirus: Krisenstab stimmt sich Montag ab
Nachrichten-Ticker