Fußball: Kreisliga A1
FC Epe 2 sitzt das Abstiegsgespenst im Nacken

Epe -

Mit 66 Punkten und damit fünf Zählern mehr als Verfolger Rot-Weiß Nienborg feierte die zweite Mannschaft des FC Epe 2 im Sommer 2019 die Meisterschaft in der Kreisliga B1. Dürfen die Blauen ein Jahr später auch den Klassenerhalt in der A-Liga bejubeln?

Mittwoch, 26.02.2020, 08:00 Uhr aktualisiert: 27.02.2020, 17:36 Uhr

Das steht noch in den Sternen. Auf ein turbulentes erstes Halbjahr jedenfalls blickt die FCE-Reserve zurück. Denn Ende Oktober stellte der Verein den bisherigen Trainer Bernd Meyer von seinem Amt frei. Für viele, nicht zuletzt für Meyer selbst, ein überraschender Schritt. Die letzten fünf Matches bis zur Winterpause absolvierten die Bülten-Kicker unter der Regie von Jan Sundermann .

Saisonverlauf

Mit einer knappen 2:3-Niederlage tro tz rund 50 Minuten Überzahl beim Fünften FC Vreden verabschiedete sich der FC Epe 2 am Nikolausabend in die Winterpause. Ob da dann direkt Knecht Ruprecht vorstellig wurde, ist nicht überliefert. Fakt bleibt: Der Aufsteiger nimmt das neue Kalenderjahr 2020 als Drittletzter in Angriff. 14 Punkte haben die Blauen nach 18 Partien ergattert, vier weniger als Ortsrivale Vorwärts Epe 2, der direkt – ebenfalls mit 18 Spielen – über ihnen steht.

Allerdings muss die Ausgangslage differenzierter betrachtet werden. Der Rückstand auf Vorwärts beträgt vier, der auf Rang zwölf und elf fünf Punkte, wobei Ahaus 2 und Lünten noch eine Partie nachholen müssen. Und genau das gilt auch für das Schlusslicht Eintracht Stadtlohn. Das kann dann theoretisch mit einem Dreier bis auf vier Punkte an den FCE heranrücken. Schlimmer noch: Der Vorletzte FC Ottenstein kommt auf elf Zähler, drei weniger als die Sundermann-Elf, muss aber sogar noch zwei Partien nachholen und könnte die Eperaner somit überrunden. Die Mission Klassenerhalt bleibt somit äußerst kritisch.

Ein Hauptgrund ist sicher in den bereits 47 Gegentreffern zu suchen, denn nur drei andere Vereine waren anfälliger. 32 Treffer sind in Ordnung, jedoch naturgemäß kein Vergleich zu den 104 Saisontoren in der Aufstiegssaison der Kreisliga B1. Vor allem auswärts sollten sich die Blauen noch steigern, denn dort glückte erst jeweils ein Sieg und ein Unentschieden. Sieben Gastspiele verlor sonst nur Schlusslicht Eintracht Stadtlohn. Die höchsten von insgesamt nur vier Siegen waren unter Ex-Coach Bernd Meyer ein 6:0 gegen ASV Ellewick, ein 3:0 in Ottenstein und unter Regie von Jan Sundermann ein 3:0 gegen GW Lünten. Die höchste Klatsche fingen die FCler sich im Roncalli-Stadion beim SC Südlohn (0:4) und gegen den ASC (1:5).

Serien

Der FC Epe 2 startete direkt mit vier Niederlagen, ehe es in Ottenstein dann zum ersten Dreier reichte. Prompt setzte es danach weitere drei Pleiten bis zum Kantersieg gegen Ellewick. In den ersten acht Matches erzielten die Fußballer aus den Bülten trotz aller Misere immer mindestens einen eigenen Treffer. Nach diesem Auftakt gingen sie gegen Spitzenreiter SV Heek (0:2) erstmals komplett leer aus. Auch etwas später gegen den SC Südohn (0:4) war dies noch ein Mal der Fall. Eine richtige Positivserie ist bislang nicht auszumachen. Ein einziges Mal erst schaffte es der Aufsteiger, zwei Partien nacheinander zumindest keine Niederlage einstecken zu müssen. Auf das 3:0 gegen GW Lünten Mitte November folgte nach dem spielfreien Totensonntag am 1. Dezember ein 1:1 gegen SuS Stadtlohn 2. Interessant ist außerdem, dass die Blauen aus den Bülten schon in fünf ihrer 18 Begegnungen doppelt trafen, aber trotzdem nicht gewannen. Womit wir wieder bei der schwachen Defensivleistung wären. Denn zehn Partien mit jeweils drei oder noch mehr Gegentreffern sind definitiv zu viel.

Personalia

Eine Personalentscheidung ließ Ende Oktober aufhorchen. Da nämlich tauschte der FC Epe den Trainer. Auf Bernd Meyer folgte Jan Sundermann, weil die Meinungen zur Zusammenarbeit zwischen der ersten und zweiten Mannschaft zu unterschiedlich waren. Meyer damals: „Ich soll Spieler der Ersten, die keine Bindung zu meiner Mannschaft haben, positionsunabhängig Sonntag für Sonntag einbauen und andererseits Spieler, die bei mir regelmäßig trainieren, dafür auf die Bank setzen. Dafür bin ich nicht zu haben.“

Sundermanns Einstand beim Tabellenletzten Eintracht Stadtlohn ging unterdessen gerade noch einmal gut. Weil Amandip Singh nicht nur das zwischenzeitliche 1:0, sondern vor allem in der Nachspielzeit das 2:2 erzielt hatte und der FC-Reserve so noch einen ganz wichtigen Punkt rettete, den Sundermann später als „schon glücklich“ einstufte. Dass Singh diesen Doppelpack schnürte, ist indes weniger ein Zufallsprodukt. Er war ja schon beim Titel in der B-Liga mit 34 Treffern der Goalgetter schlechthin. Eine Klasse höher kommt Singh auf zwölf Treffer, eine gute Quote.

Singh absolvierte übrigens auch wie Ben van Almsick, Marius Uesbeck, Robert Hinkelmann und Frederic Herking alle 18 Matches. Dass gleich fünf Spieler in allen möglichen Matches zum Einsatz kommen, ist ungewöhnlich. Keeper Simon Peters-Kottig verpasste auch nur eine Partie. Hinkelmann ist zudem mit acht Treffern der zweite gefährliche Schütze.

WN-Prognose

Die zweite Mannschaft des FC Epe tut gut daran, das aktuelle Tabellenbild nicht zu unterschätzen oder schönzureden. Die Gefahr des Abstiegs ist präsent. Und das erste Heimspiel gegen den Vorletzten FC Ottenstein am 8. März ist immens wichtig, sollte nicht verloren werden. Ansonsten gilt: Hinten sind die Schweine fett. Zum Abschluss der Saison ab dem 10. Mai spielen die Blauen gegen das Schlusslicht Eintracht Stadtlohn und Eintracht Ahaus 2 zu Hause, am letzten Spieltag in Lünten. In diesen drei Partien wird sich wohl entscheiden, ob der Aufsteiger auch im nächsten Jahr in und mit der A-Liga planen darf. Vorher wird sich eher nichts zu Gunsten der Blauen entscheiden. Zumal die Torjäger Singh und Hinkelmann mit zusammen 20 von 32 Treffern unbedingt verletzungsfrei bleiben sollten.

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