Interview mit dem Eperaner Eric Reckels
Ein Schalke-Fan im Trikot von Preußen Münster

Epe -

Seine Wurzeln liegen beim FC Epe. Bereits im Alter von drei Jahren schnürte Eric Reckels in den Eper Bülten die Fußballschuhe. Vor fünf Jahren verließ er die Bülten, nun spielt er in der Jugend-Bundesliga.

Mittwoch, 26.02.2020, 22:00 Uhr aktualisiert: 27.02.2020, 17:36 Uhr

Unter Trainern wie Marc Segbert, Stefan Böttger und seinem Vater Michael Reckels entwickelte er sein Talent bei den Blau-Weißen in Epe , mit denen er 2013 in der E-Jugend die Meisterschaft feierte und Vize-Kreispokalsieger wurde.

Über die Kreisauswahl empfahl er sich und wechselte in der Saison 2015/16 zum SC Preußen Münster . Nachdem er sich mit seiner Mannschaft in der letzten Saison die Meisterschaft in der Landesliga sicherte, schaffte er in seinem zweiten Jahr als B-Jugendlicher den Sprung in die U17-Bundesliga-Elf – ein Traum für viele junge Nachwuchstalente.

Eric Reckels in den Eper Bülten, hier begann seine Laufbahn als Fußballer.

Eric Reckels in den Eper Bülten, hier begann seine Laufbahn als Fußballer. Foto: aho

Ins Rampenlicht rückte er auch im Januar, als er beim Gronauer Ball des Sports in der Bürgerhalle ausgezeichnet wurde. WN-Mitarbeiterin Angelika Hoof sprach mit dem 17-Jährigen über seine fußballerische Laufbahn und seine Ziele.

Der zeitliche Aufwand für den Fußball ist bestimmt riesig, oder?

Eric Reckels: Fußball ist mein Hobby. Alles, was ich dafür investiere, mache ich gerne. Das fängt beim Training an, geht über die nötige Disziplin bis hin zur richtigen Ernährung. Natürlich kostet mich der Sport - mit vier Trainingseinheiten in Münster plus Spiele, bei denen man mitunter auch schnell einmal zwölf Stunden unterwegs ist - eine Menge Zeit. Zeit, die ich ansonsten mit anderen Freizeitaktivitäten, Treffen mit Freunden oder bei Familienfesten verbringen würde. Alles geht nicht, wenn man oben mithalten möchte. Auch in der Schule könnte es vielleicht besser laufen, wenn ich mehr Zeit zum Lernen hätte. An langen Schultagen schaffe ich es manchmal gerade, die Hausaufgaben zu erledigen – und fertig.

Wie bist du überhaupt zum Fußball gekommen?

Reckels: Durch meinen Vater, der damals noch bei den Altherren des FC Epe spielte. Er nahm mich regelmäßig mit. Die Begeisterung für Fußball schwappte schnell über, denn nur zuzuschauen fand ich doof. Nach drei Minikicker-Jahren entdeckte ich in der F-Jugend bereits meine Lust am Toreschießen.

Hast du in der Jugend auch einmal andere Sportarten ausprobiert?

Reckels: Auch beim Schwimmverein Epe war ich von 2008 bis 2011 aktiv und beherrschte bis auf Delfin alle Stile. Danach musste ich mich für eine Sportart entscheiden. Das war Fußball. Neben dem Vereinstraining beim SCP gehe ich donnerstags noch zum Krafttraining zu Easyfitness in Gronau. Eric Reckels Foto: aho

In der E-Jugend (2013) durftest du ein halbes Jahr beim FC Twente Enschede mittrainieren und erhieltst eine Anfrage vom VfL Bochum (2014). Wieso fiel deine Wahl ein Jahr darauf auf Preußen Münster?

Reckels: Ich gehörte in der Jugend eigentlich immer zu den Kleineren und körperlich Schwächeren, was schließlich dazu führte, dass ich von Enschede eine Absage erhielt. Gegen Bochum haben wir uns entschieden, da meine Eltern meinten, dass der zeitliche Aufwand mit Schule, Fahren und Training irgendwann zu groß würde, zumal ich in der Kreisauswahl auch noch aktiv war. Beim ARAG-Cup in Kaiserau wurde ich 2014 von Andi Lübke (Preußen Münster; Anm. d. Red.) gesichtet und kontaktiert. Nach reiflicher Überlegung entschloss ich mich im zweiten D-Jugend-Jahr für den Wechsel.

Was schätzt du am SC Preußen?

Reckels: Ganz besonders die fachliche Kompetenz der Trainer, die individuell mit jedem ihrer Spieler arbeiten und ihn fördern. Darüber hin­aus habe ich dort seit der C-Jugend die Möglichkeit in der höchsten Jugendspielklasse auf die stärksten Spieler meines Alters zu treffen und mich mit ihnen zu messen.

Wer unterstützt dich?

Reckels: Neben meinen beiden Trainern, Tobias Harink und Marcel Lopez, die stets ein offenes Ohr für Fragen und Probleme haben, vor allem meine Eltern. Sie übernehmen montags, freitags und samstags die Fahrten nach Münster, während uns die Eltern meiner Mannschaftskameraden Jonathan Wensing und Jannik Wigbels am Dienstag und Mittwoch zum Training bringen.

Das sportliche Ziel mit deiner Mannschaft für diese Saison lautet?

Reckels: Der Klassenerhalt ist das oberste Ziel. Doch da sind wir mit Rang sieben derzeit momentan auf einem guten Weg.

Hast du ein Vorbild?

Reckels: Früher war ich Fan des Franzosen Zinédine Zidane. Seine Intelligenz und seine Art, Fußball zu spielen, hat mich immer beeindruckt. Dieses Gesamtpaket habe ich bislang bei keinem anderen Profi wieder gesehen. Leider ist er nicht mehr aktiv.

Was bist du für ein Spielertyp?

Reckels: Ich sehe mich eher als klassischer Außenstürmer, so wie Leroy Sané. Er ist zugleich mein Lieblingsspieler.

Also bist du Fan von Manchester City?

Reckels: Nein. Ich bevorzuge ein dunkleres Blau, denn ich bin Schalke-Fan. Blau-Weiß hat halt schon immer zu mir gepasst, auch wenn ich bei Preußen Münster in Grün auflaufe.

Wie sehen deine beruflichen Pläne aus?

Reckels: Ich bin erst 17 Jahre alt, besuche noch das Werner-von-Siemens-Gymnasium und möchte im kommenden Jahr dort mein Abitur machen. Welche Richtung ich danach einschlage, weiß ich noch nicht. Nach zwölf Schuljahren werde ich mir vielleicht erst einmal ein halbes Jahr eine Auszeit gönnen und in Ruhe überlegen, wohin die berufliche Reise geht. Optimal wäre es, wenn ich meinen Sport parallel zu einem Studium oder einer Ausbildung so intensiv weiter betreiben könnte.

Und wie sieht es in sportlicher Hinsicht aus?

Reckels: Jeder Fußballer träumt davon, irgendwann einmal im Profi-Bereich Fuß zu fassen. Auf dem Weg dorthin braucht man aber nicht nur Talent, sondern auch eine gehörige Portion Glück. Das fängt bereits damit an, dass man verletzungsfrei bleibt. Der SCP ist mittlerweile meine zweite Heimat, sodass ich dort gerne auch weiterhin spielen würde. Als Stammspieler der U17 stehen meine Chancen ganz gut. Bis es so weit ist, habe ich aber noch zwei Jahre in der A-Jugend vor mir.

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