Fußball: Kreisliga B1 – RW Nienborg will zurück in die A-Liga
Rick Reekers: „Wir können nur verlieren“

Nienborg -

Wenn es jetzt in der Kreisliga B1 wieder um Punkte geht, startet Klassenprimus Rot-Weiß Nienborg mit sieben Zählern Vorsprung in den Endspurt. Die WN sprachen mit Trainer Rick Reekers über die Testspiele, Gewinner der Vorbereitung und die Chance, endlich wieder A-Liga-Fußball im Eichenstadion zu sehen.

Samstag, 29.02.2020, 10:20 Uhr aktualisiert: 29.02.2020, 10:24 Uhr
Voller Fokus auf die kommenden Aufgaben: RWN-Spielertrainer Rick Reekers (li.) und Kollege Philipp Schlamann (re.) starten mit Nienborg als Titelanwärter Nummer eins in die letzten zwölf Partien.
Voller Fokus auf die kommenden Aufgaben: RWN-Spielertrainer Rick Reekers (li.) und Kollege Philipp Schlamann (re.) starten mit Nienborg als Titelanwärter Nummer eins in die letzten zwölf Partien. Foto: Angelika Hoof

Vom elften bis zum 29. Spieltag führte Rot-Weiß Nienborg die Tabelle der Kreisliga B1 an. Nach der 25. Runde betrug der Vorsprung auf die Verfolger immerhin satte acht Punkte. Doch am 30., den letzten Spieltag, da verlor RWN Platz eins doch noch an den SV Heek. Der stieg in die A-Liga auf. Nienborg vermasselte später noch die Relegation gegen SuS Legden (1:3). So nah wie in der Saison 2014/15 kamen die Rot-Weißen einer Rückkehr in die Kreisliga A nie wieder, seitdem am 29. Mai 2011 der Abstieg in die Kreisliga B1 durch ein 0:5 beim Meister ASV Ellewick besiegelt worden war.

Neun Jahre später ist Rick Reekers bestens informiert. Der Spielertrainer von RW Nienborg und sein Mitstreiter Philipp Schlamann kennen die Geschichte von der verpassten Meisterschaft und den Abfangjägern aus Heek. „Das darf nicht noch einmal passieren“, sagt der Niederländer entschlossen.

Die WN-Redaktion sprach vor dem Wiederbeginn der Punktspielsaison mit Rick Reekers über die Aussichten und den Verlauf der Vorbereitung.

Rick, im Gegensatz zu vielen anderen Vereinen habt ihr kontinuierlich testen können, ein halbes Dutzend Partien bestritten.

Rick Reekers: Das stimmt, war aber auch mit einem enormen Aufwand verbunden. Denn in Nienborg ging aufgrund der Plätze ja leider kaum was. Also sind wir fürs Training und auch für einige Testspiele oft nach Holland ausgewichen. Das war organisatorisch nicht immer leicht, hat aber funktioniert.

Wie zufrieden bist du mit der Vorbereitung?

Reekers: Es gibt wenig zu bemängeln. Da war keine Partie dabei, die richtig schlecht war. Auch nicht gegen die höherklassigen Kontrahenten, ganz im Gegenteil. A-Ligist FC Epe 2 haben wir 1:0 geschlagen, gegen den FC Vreden 1:1 gespielt, aber lange 1:0 geführt. Und gegen den FC Oeding hatten wir die Chance, zum 2:2 auszugleichen, haben nur leider den Strafstoß verschossen. Also keinerlei Klagen?

Reekers: Nicht wirklich. Der einzige Nachteil bleibt, dass wir abgesehen vom Match in Vreden ausschließlich auf Kunstrasen spielen konnten. Das wird in der regulären Saison dann ja nicht mehr so häufig der Fall sein. Ansonsten sind wir perfekt vorbereitet.

Welche Akteure haben die Vorbereitung am besten genutzt, sich in den Vordergrund gespielt?

Reekers: Als Rechtsverteidiger hat Michael Schlichtmann vor allem gegen die A-Liga-Gegner einen sehr guten Eindruck hinterlassen. Und Elias Wieland hatten Philipp Schlamann und ich wegen seiner starken Leistungen in der Zweiten schon länger auf dem Zettel. Er steht uns ab sofort als offensiver Außenspieler zur Verfügung und ist sicher einer der Gewinner der Vorbereitung.

Apropos Gewinner: Es stehen ja sonst meist die Torjäger im Fokus. Du selbst hast 15 Treffer erzielt, Lukas Lütke-Wissing folgt mit zwölf Toren. Aber der Gewinner der Hinrunde war wohl eher eure Defensivabteilung?

Reekers: Absolut. Unser Abwehrchef und Kapitän heißt Josef Hemker. Gemeinsam mit Julian Baving organisiert er die Viererkette hervorragend. Aber die gesamte Mannschaft verteidigt gut, steht stabil. Das fängt nicht erst ganz hinten an. Zwölf Gegentore in 18 Spielen sind schon eine Ansage. Kein anderes Team kommt auch nur annähernd auf weniger als ein Gegentor pro Partie. Und mit Hendrik Jöhne, der aus Hamburg zurück nach Nienborg gezogen ist, haben wir in der Defensive jetzt sogar noch eine weitere Alternative dazubekommen.

Eine sattelfeste Hintermannschaft, dazu sieben Punkte Vorsprung: Kann sich Nienborg in Sachen Meisterschaft nur noch selbst im Weg stehen?

Reekers: Stimmt schon, wir können nur verlieren. Das wird aber nicht passieren, wenn wir uns nach wie vor auf jede Partie gewissenhaft vorbereiten. Es gibt jedenfalls überhaupt keinen Grund, jetzt irgendetwas schleifen zu lassen. Denn du kannst immer schnell durch Pech ein, zwei Spiele verlieren, ohne wirklich das schlechtere Team gewesen zu sein. Und schon wird es wieder eng. Es gab ja schon in der Hinrunde einige knappe Ergebnisse. Da waren wir immer klar besser, nur ist das alleine am Resultat schwer zu erkennen.

Stimmst du mir zu, wenn ab Ende März mit der Partie erst bei SG Gronau, dann beim aktuellen Zweiten SC Südlohn 2 und schließlich gegen SF Graes auf euch die Wochen der Wahrheit warten?

Reekers: Ja, diese Begegnungen könnten die entscheidenden werden. Zumindest dann, wenn wir bis dahin weiter reichlich Punkte gesammelt haben. Vor SG spielen wir aber schon gegen SW Holtwick 2. Gegen diese beiden Mannschaften haben wir jeweils 1:2 verloren, unsere beiden einzigen Niederlagen kassiert. Das müssen wir dieses Mal besser machen. Generell haben wir die Fehlerquote bisher nämlich sehr niedrig gehalten, einen durchdachten Fußball präsentiert. Sorgen mache ich mir keine. Wir wissen, was die Jungs können.

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