Triathlon
Fröhners Traum wird sich erst 2021 erfüllen

Gronau -

„Ich hätte heulen können“, erzählt Andreas Fröhner. Vor ein paar Tagen wurde Gewissheit, was der Triathlet des TV Gronau schon länger geahnt hatte: Die Challenge Roth findet in diesem Jahr nicht statt, so verkündete die Familie Walchshöfer per Video-Botschaft.

Freitag, 03.04.2020, 05:37 Uhr aktualisiert: 03.04.2020, 05:40 Uhr
Andreas Fröhner muss seinen Traum von der Teilnahme an der Challenge Roth nicht begraben. Aber er muss Geduld bis 2021 haben.
Andreas Fröhner muss seinen Traum von der Teilnahme an der Challenge Roth nicht begraben. Aber er muss Geduld bis 2021 haben. Foto: gp

Am 5. Juli sollte für Fröhner wie auch für Steve Figur ein Traum wahr werden. Beide wollten im fränkischen Triathlon-Mekka erstmals die klassische Ironman-Distanz mit 3,8 km Schwimmen, 180 km auf dem Rad und abschließend 42,2 km beim Marathon angehen.

Im Dezember hatten die beiden Ausdauersportler mit der Vorbereitung auf das Saison-Highlight begonnen. Zunächst waren sie etwa sechs bis acht Stunden in der Woche beim Training im Schwimmbad, beim Laufen und teilweise auch mit dem Rennrad auf der Rolle unterwegs. Kontinuierlich wurden die Trainingsumfänge gesteigert, beim Laufen gehörten Runden bis zu 30 km mittlerweile zum Standard. Jetzt sollten auch die langen Trainingstouren auf dem Rennrad hinzukommen.

Mit der Schließung der Hallenbäder wurden erstmals die Pläne durchkreuzt. Zuletzt konnte außerdem das Lauf- und Radtraining nur noch alleine durchgeführt werden.

Damit wuchs auch die Verunsicherung in der Triathlon-Gruppe des TV Gronau. Neben Fröhner und Figur wollte auch Joachim Flüthmann in Roth an den Start gehen. Rolf Schweiger steht in den Meldelisten für den Ironman in Hamburg am 21. Juni, Silke Teuber und Robert Effing sind für den Frankfurter Ironman am 28. Juni gemeldet.

Macht es überhaupt noch Sinn, das intensive Training fortzuführen? 100 km hatten zum Beispiel Teuber und Schweiger in den letzten Wochen immer schon mal auf dem Rad zurückgelegt. Reichen bei den doch noch recht kühlen Temperaturen nicht vielleicht auch 50 km, selbst wenn die Veranstaltungen in Hamburg und Frankfurt nicht abgesagt werden? Diese oder ähnlichen Fragen stellten sich bei jedem Trainingskilometer.

Bei aller Enttäuschung überwog daher bei Fröhner und Figur letztlich die Erleichterung, dass jetzt für sie Klarheit herrscht. Und aufgeschoben ist ja bekanntlich nicht aufgehoben. Für beide war sehr schnell klar, dass sie das Angebot der Veranstalter der Challenge Roth – eine Startgarantie für das Jahr 2021 – annehmen. „So habe ich noch ein Jahr Zeit, meine Grundlagenausdauer zu verbessern“, versucht Figur, der Situation Positives abzugewinnen.

Fröhner schnappte sich gleich sein Rennrad und drehte unter der Überschrift „Road to Roth 2021“ eine kurze, schnelle Runde.

„Respekt. Roth ist der letzte unserer Wettkämpfe. Und die sagen als Erste ab“, kommentierte Robert Effing die Entscheidung der Familie Walchshöfer als Veranstalter der Challenge Roth. Die Gronauer Ironman-Kandidaten warten dagegen weiter auf eine Entscheidung der Veranstalter.

Wo Ironman-Wettkämpfe wie zuletzt die auf Mallorca und Lanzarote abgesagt oder verschoben werden, werden die Teilnehmer automatisch auf den neuen Termin bzw. das nächste Jahr umgebucht. Teilnehmer, die von sich aus bis 45 Tage vor der Veranstaltung ihre Meldung zurückziehen, erhalten gerade 25 Prozent der rund 600 € Startgebühr zurück, bei einer späteren Abmeldung erfolgt keinerlei Erstattung mehr.

In Roth dagegen erhalten gemeldete Teilnehmer, die im nächsten Jahr nicht starten möchten, die 519 € Startgebühr abzüglich einer Bearbeitungsgebühr von 90 € zurück. „Das ist Roth! Das ist eine faire Option“, bezieht Rolf Schweiger klar Position und schimpft auch ein wenig über die Investoren, die hinter der Ironman-Marke stehen. Gerade erst wurde die Ironman-Gruppe durch einen amerikanischen Investor von einer chinesischen Investgruppe übernommen.

Für Rolf Schweiger selbst, Robert Effing und Silke Teuber bleibt aber im Moment wohl nichts anderes übrig, als eifrig weiter zu trainieren, bis sich dann irgendwann die Ironman-Veranstalter auch zu einer Entscheidung durchringen.

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