Laufen für den guten Zweck – statt Urlaub auf Mallorca und im Kraichgau
Alleine gegen das „Catcher Car“

Epe -

Eigentlich hatte der 45-jährige Triathlet in diesem Frühjahr gleich drei Wettkämpfe über die sogenannte Halbdistanz auf Mallorca, im Kraichgau und im westslowakischen Samorin geplant. Doch jetzt hat André Winkelhorst die klassischen 42,2 Kilometer als Solist auf einem Rundkurs mit Start und Ziel vor der eigenen Haustür bewältigt – und das für den guten Zweck.

Dienstag, 19.05.2020, 08:37 Uhr
Virtueller Wettkampf – echte Anstrengung: André Winkelhorst lief rund um Gronau.
Virtueller Wettkampf – echte Anstrengung: André Winkelhorst lief rund um Gronau. Foto: Günter Poggemann

„Den letzten Marathon außerhalb eines Langdistanz-Triathlons habe ich 2015 in Coesfeld gelaufen“, erinnert sich André Winkelhorst. Nach 3:02:01 Stunden kam der Ausdauersportler vom TV Westfalia Epe damals ins Ziel. Jetzt hat Winkelhorst die klassischen 42,2 Kilometer als Solist auf einem Rundkurs mit Start und Ziel vor der eigenen Haustür in 3:09:58 Stunden bewältigt.

Eigentlich hatte der 45-jährige Triathlet in diesem Frühjahr gleich drei Wettkämpfe über die sogenannte Halbdistanz auf Mallorca, im Kraichgau und im westslowakischen Samorin geplant. Sie fielen alle der Corona-Pandemie zum Opfer. So suchte Winkelhorst nach anderen Herausforderungen und fand diese zunächst beim „World for Life Run“.

Lauf gegen das virtuelle Catcher Car

Weltweit starteten am 3. Mai gleichzeitig um 13 Uhr deutscher Zeit die Läuferinnen und Läufer im Wettkampf gegen das virtuelle Catcher Car. Der Grundgedanke der Aktion: Auf diesem Wege mit den Startgeldern möglichst viele Gelder für die Rückenmarksforschung zu sammeln. Während in den vergangenen Jahren rund um den Globus zahlreiche Veranstaltungen stattfanden, bei denen sich die Aktiven gemeinsam auf den Weg machten, waren in diesem Jahr alle allein unterwegs.

André Winkelhorst hatte sich für seinen Lauf eine Strecke von 14 Kilometern ausgesucht, die ihn zunächst zum Gronauer Freibad und dann in Richtung Sunderhook, Kottiker Hook und Salzgewinnung führte. Knapp drei Mal die Strecke schaffen, bis das 30 Minuten später gestartete, immer schneller werdende virtuelle Auto ihn nach etwa drei Stunden einholen würde, war das Ziel. 1:33 Stunden benötigte André Winkelhorst für die 21 Kilometer des Halbmarathons. Die Marschrichtung stimmte also.

Nach 30 Kilometern wird es hart

Die eigentliche Herausforderung folgte aber noch, wenn wie bei jedem Marathon nach etwa 30 Kilometern die Energiereserven knapp werden. „Es war schon recht hart, alleine eine solch lange Strecke in diesem Tempo zu laufen. Aber ein Marathon ist immer hart auf den letzten Kilometern.“

Dennoch konnte der Eperaner das Tempo weitestgehend halten. Irgendwo auf dem Schlamannweg ertönte dann doch das Signal des virtuellen Autos und signalisierte, dass es André Winkelhorst eingeholt hatte. 40,4 Kilometer hatte er in knapp drei Stunden geschafft. Natürlich ging es dennoch weiter für ihn, denn der Marathon war selbstverständlich das Ziel.

Damit kann ich wirklich sehr zufrieden sein, denn ich habe auf dem zweiten Streckenteil nur recht wenig Zeit verloren.

André Winkelhorst

Exakt vor der eigenen Haustür drückte André Winkelhorst nach den klassischen 42,2 Kilometern und 3:09:58 Stunden auf die Stoppuhr. „Damit kann ich wirklich sehr zufrieden sein, denn ich habe auf dem zweiten Streckenteil nur recht wenig Zeit verloren“, zog der Triathlet vom TV Epe sein persönliches Resümee. Auch beim Blick in die Ergebnisliste konnte er sich freuen. Denn unter mehr als 77 000 Läuferinnen und Läufern weltweit waren nur 445 im Wettstreit mit dem Catcher Car weiter gekommen.

Wie geht es jetzt für ihn weiter? Auf diese Frage wusste André Winkelhorst zunächst keine Antwort. „Vielleicht findet ja im Herbst noch irgendwo ein kleinerer Marathon statt“, ist seine Hoffnung. Der Münster-Marathon am 20. September beispielsweise wurde bisher noch nicht abgesagt.

Nächster virtueller Wettkampf

Mittlerweile ist er aber an anderer Stelle fündig geworden. In den Tagen vom 21. bis 24. Mai startet er beim ersten virtuellen Wettkampf zugunsten HelpAge. Die gemeinnützige Entwicklungshilfeorganisation, die sich für die Bedürfnisse und Rechte älterer Menschen weltweit engagiert, sammelt ansonsten Spendengelder bei verschiedenen Laufveranstaltungen wie dem Berlin-Marathon, der aber mittlerweile für dieses Jahr abgesagt wurde.

Daher lädt die Organisation am 21. bis 24. Mai zu einem virtuellen Wettkampf ein.

 

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