Eperanerin startet als 17-Jährige bei den Deutschen Leichtathletikmeisterschaften der Frauen
Meyer: „Einfach nur Erfahrungen sammeln“

Gronau -

Konstanze Klosterhalfen wird nicht zu den Konkurrentinnen von Fabiane Meyer gehören. Das macht die Aufgabe für die Eperanerin nicht leichter. Aber unter Druck steht sie nicht.

Samstag, 08.08.2020, 04:57 Uhr
Einen entspannten Eindruck macht Fabiane Meyer vor ihrem Start bei den Deutschen Meisterschaften heute in Braunschweig.
Einen entspannten Eindruck macht Fabiane Meyer vor ihrem Start bei den Deutschen Meisterschaften heute in Braunschweig. Foto: Günter Poggemann

Klosterhalfen, die Bronzemedaillengewinnerin bei den Leichtathletik-Weltmeisterschaften im Vorjahr in Doha über die 5.000 m, verzichtet auf den Flug von Portland/USA, wo sie lebt und trainiert, zu den Deutschen Meisterschaften an diesem Wochenende in Braunschweig.

Mit der Jahresbesten Hanna Klein (4:08:70 Min.) und Titelverteidigerin Caterina Granz könnte Fabiane Meyer bei den Halbfinalläufen über 1.500 m aber heute durchaus auf zwei andere Teilnehmerinnen der letzten Weltmeisterschaft treffen.

Die Deutschen Meisterschaften der U 20 vom 4. bis 6. September in Heilbronn hat Fabiane Meyer vom TV Westfalia Epe schon seit der Verbesserung ihrer persönlichen Bestmarke über die 800 m um drei Sekunden auf 2:09:73 Min. beim ersten Saisonstart in Dortmund (11. Juli) fest im Visier. Die Überraschung war aber groß bei der Eperanerin und Trainer Reinhard Wittland, als sie vor gut zwei Wochen die Nachricht erhielten, dass die 17-Jährige sich mit ihrer Steigerung der persönlichen Bestzeit über die 1.500 m beim Meller Läufermeeting um mehr als zehn Sekunden auf 4:26:13 Min. auch für die Deutsche Meisterschaft der Frauen qualifiziert hat.

Die Corona-Pause hat Fabiane Meyer und auch den anderen Läuferinnen und Läufern des TV Westfalia Epe ganz offensichtlich nicht geschadet. Im Gegenteil: Auch Elissa Albers, Merle Sundermann, Jan Friedrich Büscher , Emma Overkamp und Hanna Wissing beeindruckten beim ersten Meeting in Dortmund mit starken Leistungen. „Vor allem auch die Zeiten von Emma und Hanna, die beide noch in der U 14 starten, waren sehr beeindruckend“, unterstreicht Reinhard Wittland.

Gefragt nach den Gründen für die Leistungssteigerungen, sind sich alle einig: „Wir haben unser Training umgestellt und zum Teil auch intensiver trainiert“, berichten sie. Schon bald nach dem Lockdown stieg man in kleinen Gruppen wieder ins Training ein – nicht auf der Laufbahn und der Straße, sondern an den verschiedensten Stellen in den Wäldern rund um Epe und Gronau, erzählt Fabiane Meyer.

Die Verbesserung der Grundlagenausdauer stand im Vordergrund, Fahrtspiele und Intervalltraining sorgten für Abwechslung. „Auch die Kraftausdauer wurde durch die veränderten Anforderungen im Wald gestärkt“, erläutert der Trainer.

Haben damals nicht die Wettkämpfe gefehlt? Die Antwort auf diese Frage ist ein klares Nein, auch wenn die jungen Sportlerinnen und Sportler bekennen, dass die Enttäuschung über die Absage der Wettkämpfe zu Beginn natürlich groß war. „Das Training hat einfach sehr viel Spaß gemacht“, erzählt Jan Friedrich Büscher. „Und wenn man feststellt, wie man sich verbessert, ist das natürlich auch eine große Motivation. Außerdem war das Training eine ganz tolle Abwechslung während der Zeit des Home-Schoolings. Ansonsten konnte man zu der Zeit ja kaum noch Freunde treffen“, ergänzt der 15-Jährige.

Nach den ersten Lockerungen der Corona-Beschränkungen Ende Mai wuchsen auch wieder die Trainingsgruppen beim TVE. „Zehn bis 15 Läuferinnen und Läufer sind aktuell regelmäßig beim Training, wenn auch urlaubsbedingt in wechselnden Gruppen“, erläutert Fabiane Meyer. Häufig trifft man sich sogar zweimal am Tag: einmal auf der Tartanbahn an der Laubstiege, ein zweites Mal zum Beispiel in den Eper Bülten oder auch am Gildehauser Berg.

Mittlerweile gibt es auch wieder verschiedene Wettkämpfe als zusätzlichen Trainingsanreiz. Sportfeste in Olpe am 15. August und 29. August in Olfen und schließlich die Westfalenmeisterschaften am 12. und 13. September in Hagen stehen noch im Terminkalender. „Vielleicht kann ich mich ja noch um die drei Sekunden verbessern, um bei den Westfälischen starten zu dürfen“, hofft Jan Friedrich Büscher.

Fabiane Meyers Konzentration gilt vor allem den Deutschen Meisterschaften der U 20 Anfang September. Nach Platz fünf im Vorjahr und der Verbesserung der persönlichen Bestzeit rechnet sich die 17-Jährige in Heilbronn einiges aus.

Ihre Ziele für die Deutschen Meisterschaften der Frauen jetzt in Braunschweig? „Einfach nur Erfahrungen sammeln“, antwortet sie mit einem Lächeln und macht dabei einen sehr entspannten Eindruck. Und eine möglichst gute Zeit laufen und eine gute Platzierung in ihrem Halbfinallauf am heutigen Samstag um 13.30 Uhr erreichen, darf man wohl ergänzen.

Ganz chancenlos ist die Eperanerin dort keineswegs. Als 13. im Ranking der Meldeliste mit insgesamt 19 Läuferinnen gibt es verschiedene Konkurrentinnen, die eine ähnliche Qualifikationsleistung wie Fabiane Meyer mitbringen.

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