Handball: Landesliga
Vorwärts Gronau liefert einen Krimi zum Saisonauftakt

Gronau -

Was kann einen Tatort-Krimi am Sonntagabend toppen? Die Antwort darauf gaben Stunden zuvor die Handball-Herren von Vorwärts Gronau, deren erstes Meisterschaftsspiel gegen den Landesliga-Rivalen SuS Neuenkirchen an Theatralik, Kampfgeist und Spannung nichts zu wünschen übrig ließ.

Montag, 05.10.2020, 08:28 Uhr
Jan Stienemann bescherte den Vorwärtslern 38 Sekunden vor Schluss den erlösenden Treffer zum 24:22-Sieg.
Jan Stienemann bescherte den Vorwärtslern 38 Sekunden vor Schluss den erlösenden Treffer zum 24:22-Sieg. Foto: Angelika Hoof

Am Ende eines Handball-Krimis durfte auf Seiten der Dinkelstädter euphorisch über einen 24:22 (12:10)-Erfolg gejubelt werden. Da durften die Blau-Weißen erst einmal tief durchatmen, das war knapp.

Ein verdienter Sieg? „Ich würde eher von einem glücklichen Erfolg sprechen, denn Neuenkirchen hatte in den letzten zehn Spielminuten vier hundertprozentige Chancen, die durch unsere Nummer eins vereitelt wurden“, erklärte Vorwärts Gronaus Trainer Adam Fischer nach dem Abpfiff. Er sprach damit besonders Torhüter Sebastian Klaas an, der durch zahlreiche Paraden glänzte, dem Team den Sieg sicherte und so zum Spieler des Abends avancierte.

„Heute haben meine Nerven echt gelitten“, gestand auch Sebastian Klaas, der sich am Ende aber doch über zwei wertvolle Punkte freuen konnte. In ihrer dritten Saison in der Landesliga starteten die Blau-Weißen erstmals mit einem doppelten Punktgewinn in ein beginnendes Spieljahr.

Den besseren Start erwischten die Vorwärtsler, die durch vier Treffer von Chris Walter – davon drei verwandelte Siebenmeter – mit 4:3 in Führung gingen, ehe den Gästen doch noch der 4:4-Ausgleich gelang. Während sowohl Maik Visschedyk (13.) als auch Maximilian Boeing (14.) am gut aufgelegten SuS-Keeper scheiterten, schraubten Nils Nagelmann (14.), Fabian Moß (15.), Maik Visschedyk (15., 18.) und Chris Walter (16.) das Ergebnis auf 9:5 in die Höhe.

Nahm der Gronauer-Express nun endlich Fahrt auf? „In den folgenden Minuten haben wir uns das Leben durch unnötige Zeitstrafen selbst schwer gemacht“, erklärte Trainer Adam Fischer. Das führte dazu, den Vorsprung bis zur Halbzeit (12:10) wieder auf zwei Tore schmelzen zu lassen.

Nach dem Seitenwechsel gelang den Gästen in der 38. Spielminute sogar der Ausgleich zum 14:14, dem der Treffer zur 15:14-Führung der Gäste folgte. Aufmunternder Applaus der Zuschauer auf der Tribüne sowie Glanzparaden von Sebastian Klaas, der sich gleich zwei Mal in dieser für Vorwärts kritischen Phase als Siebenmeterkiller auszeichnete, brachten die Fischer-Sieben nach Toren von Fynn Lammers (44.), Maik Visschedyk (44.) und Marius Schmidt (47.) beim Stand von 17:16 wieder in die Spur. Doch das enge Ergebnis zehrte an den Nerven, was sich hüben wie drüben in angeblichen Fouls und Zwei-Minuten-Strafen äußerte. „Das war seitens der Neuenkirchener zum Teil Rumheulen auf höchstem Niveau. Wer hinten austeilt, muss vorne auch einstecken können“, kritisierte Adam Fischer das seiner Meinung nach unfaire Verhalten der Gäste.

So wurde es nicht langweilig. Im Gegenteil, die Spannung im „Tatort“ an der Laubstiege stieg. Würden die Vorwärtsler den knappen Vorsprung nach Hause bringen können? Nach weiteren Treffern durch Malte Woschkowiak (50., 53.) und Chris Walter (55.) bescherte Jan Stienemann den Vorwärtslern schließlich 38 Sekunden vor Schluss den erlösenden Treffer zum 24:22-Endstand.

Vorwärts Gronau: Klaas, Schreen – M. Schmidt 3 (1/1), Moß 1, Visschedyk 3, Stienemann 2, Woschkowiak 2, Boeing, Ibing 1, Lenting 2, L. Schmidt, Lammers 1, Walter 8 (5/5), Nagelmann 1.

 

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