Fußball: Orhan Boga und Alexander Buning verlassen Fortuna Gronau zu Saisonende
Nach fünf Jahren ist Schluss

Gronau -

Kein böses Blut, keine schlechte Stimmung und schon gar nicht die jüngsten Ergebnisse seien ausschlaggebend, dass Orhan Boga nach der fünften Saison bei Fortuna Gronau aufhört. Die Zeit sei einfach reif. In Sachen Nachfolge möchte der Verein keine Experimente.

Freitag, 16.10.2020, 05:52 Uhr aktualisiert: 16.10.2020, 06:03 Uhr
Diese fünfte wird die letzte Saison Orhan Bogas als Verantwortlicher der ersten Mannschaft Fortuna Gronaus sein. Mit ihm wird auch sein spielender Co Alexander Buning aufhören.
Diese fünfte wird die letzte Saison Orhan Bogas als Verantwortlicher der ersten Mannschaft Fortuna Gronaus sein. Mit ihm wird auch sein spielender Co Alexander Buning aufhören. Foto: Stefan Hoof

Seine Halbwertszeit ist eigentlich bereits überschritten. Das behauptet zumindest Orhan Boga . Der Trainer des A-Ligisten Fortuna Gronau hatte beim Amtsantritt 2016 für sich gedacht: „Das mache ich nur drei Jahre.“ Mittlerweile ist er im fünften Jahr verantwortlich – ein weiteres wird aber nicht hinzukommen. Darüber informierten sein Co-Trainer Alexander Buning und er jetzt Vorstand und Mannschaft.

Der Entschluss, die Fortuna zum Saisonende zu verlassen, beruhe nicht darauf, dass das Duo die Truppe nicht mehr erreiche, im Gegenteil. Man verstehe sich super. Seit einigen Wochen hat sich das Trainer-Gespann mit der Option eines Abgangs beschäftigt. „Ausschlaggebend war, dass ich eine andere Erfahrung suche. Die Mannschaft und auch ich brauchen neue Impulse“, sagt Boga. Im Gespräch mit den WN wird aus dem „ich“ schnell ein „wir“, denn der 36-Jährige bezieht Buning in seinen Überlegungen immer ein: „Wir haben ein sehr gutes Verhältnis.“

Die Mannschaft und auch ich brauchen neue Impulse.

Orhan Boga

Nach seiner Zeit bei den A-Junioren von Eintracht Nordhorn blieb Boga lange Jahre bei Vorwärts Epe, schloss sich dann dem FC Epe, den er nach dem Aufstieg in die Bezirksliga 2014 in Richtung Fortuna verließ. Nach zwei Jahren als Kapitän folgte zusammen mit Torben Rattelsdörfer die Übernahme von noch mehr Verantwortung als Spielertrainer-Duo. Der Gedanke, kickender Coach zu sein, war eigentlich nie da, gesteht Boga ein: „Aber ich habe gesagt, ich mache das mit, solange einer spielt und der andere am Rand steht. Im Endeffekt haben wir trotzdem auch mal zusammen auf dem Platz gestanden.“

Ganz Schluss ist damit noch nicht, denn ab und an steht er noch immer auf dem Spielberichtsbogen. Wie am vergangenen Sonntag. Das aber nur, um für den absoluten Notfall gerüstet zu sein, versichert der Coach: „Das Verhältnis zu unserer Reserve ist sehr gut. Daher lasse ich lieber jemanden, der etwas hinten dran ist, dort 90 Minuten spielen, als ihm nur einen Kurzeinsatz zu geben.“

Nachfolgersuche ist angelaufen

Die fußballerische Zukunft gehen Boga und Buning locker an. Verhältnismäßig früh in der Saison haben sie klare Tatsachen geschaffen, auch um dem Verein ausreichend Zeit für die Nachfolgersuche einzuräumen. Diese ist auch bereits eingeläutet, wie Obmann Andreas Eckrath auf Anfrage erklärt: „Definitiv wird es wieder ein Spielertrainer werden.“ Ob es erneut ein Paket mit (spielendem) Co geben wird, hänge von der Budgetfrage ab. „Der Trend geht aber zu einem zweiten Mann“, sagt Eckrath. Bis spätestens Mitte Dezember soll Klarheit auf dieser Position herrschen.

Definitiv wird es wieder ein Spielertrainer werden.

Andreas Eckrath

„Egal in welche Richtung es geht: Wir wollen gerne zusammen in einem Bereich weitermachen, der interessant ist. Wenn das gemeinsam aber nicht geht, ist das auch okay.“ Vorstellen kann sich Boga, eine Erfahrung außerhalb des hiesigen Fußballkreises zu machen. Mindestens Kreisliga A sollte es dabei schon sein – oder ein richtig spannendes Projekt. Und wenn die Angebote zunächst nicht befriedigend sind, halb so wild, sagt der Fortunencoach: „Wir können uns auch eine Pause vorstellen. Der Trainerjob ist sehr zeitintensiv.“

Selbst noch einmal im Punktbetrieb die Stiefel schnüren wird er wohl nicht mehr, schon gar nicht bei einem fremden Verein. Es sei schwer, sich wieder unterzuordnen. Aktiv will er aber bleiben, und wenn es nur noch bei den Altherren ist.

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