Fußball: Kreisliga A
Nur 100 Fans durften ins Stadion

Nienborg -

Die Unzufriedenheit nimmt zu. Auch bei Martin Mensing. Am Sonntag musste Rot-Weiß Nienborg vielen Besuchern den Zutritt zum Stadion verwehren. Erlaubt waren aufgrund der aktuellen Bestimmungen nur 100 Zuschauer beim A-Liga-Spiel zwischen Gastgeber Nienborg und Union Wessum. Zahlreiche weitere Fans aus beiden Lagern hätten dieses Spiel gerne gesehen.

Dienstag, 27.10.2020, 11:18 Uhr
Martin Mensing, 1. Vorsitzender des SC Rot-Weiß Nienborg und zugleich Corona-Beauftragter des Vereins.
Martin Mensing, 1. Vorsitzender des SC Rot-Weiß Nienborg und zugleich Corona-Beauftragter des Vereins. Foto: Stefan Hoof

Martin Mensing , 1. Vorsitzender des Vereins und zugleich Corona-Beauftragter, konnte nicht anders, als die Platzordner auf die geltenden Bestimmungen hinzuweisen. Was dazu führte, dass viele Fans, die trotz des ungemütlichen Wetters den Vergleich des Aufsteigers gegen den Titelaspiranten aus Wessum liebend gerne vor Ort verfolgt hätten, wieder nach Hause geschickt werden mussten.

Nienborg ist eben nicht Berlin, das Eichenstadion nicht die Alte Försterei, wo im kleinsten Bundesliga-Stadion am Wochenende die meisten Zuschauer gezählt wurden – trotz bedenklich hoher Infektionszahlen auch in der Bundeshauptstadt.

Nicht nur darüber schüttelt Martin Mensing ungläubig den Kopf. Auch über den „Fall Gnabry“ könnte man mit dem RWN-Vorsitzenden lange diskutieren. „Warum gelten für einen Profifußballer und sein Umfeld im Verdachtsfall andere Regeln als für Amateurfußballer“, fragt er.

Aber entscheidend ist für Mensing letztlich die verantwortungsvolle Umsetzung der Bestimmungen vor Ort. „Und die sind schon verwirrend genug“, urteilt er, „die Kommunen im Kreis legen die Corona-Schutzverordnung und Verfügung des Kreises Borken unterschiedlich aus.“

So waren bis vergangene Woche noch 300 Zuschauer auf der Nienborger Platzanlage nach Aussagen der Behörden erlaubt. „Seitdem wir in der Gefährdungsstufe 2 sind, sind nur noch 100 Teilnehmer bzw. 500 bei Vorlage eines entsprechenden Konzepts beim Kreis-Gesundheitsamt bei einer Veranstaltung – auch im Sport - erlaubt“, erklärt Mensing. Ob die Anzahl der Aktiven, der Schieds- und Linienrichter und anderer Mannschaftsverantwortlicher und Offizieller in den 100 Teilnehmern enthalten ist, lautet gleich die nächste Frage.

Während sich Vereine wie z. Bsp. der VfB Alstätte schon vor dem Wochenende festlegten, sogar ganz auf Publikum zu verzichten (wir berichteten), wählte RWN einen anderen Weg. „Wir haben Zuschauer zugelassen. Nach Rücksprache mit der Gemeinde Heek waren im Eichenstadion am Sonntag 100 erlaubt. Glücklich sind wir damit nicht, dass wir vielen den Zutritt nicht gestatten durften“, erklärt Mensing.

Seine Unzufriedenheit wächst, wenn er sich als interessierter Fan Fußball im Fernsehen ansieht, beispielsweise letzte Woche das Champions-League-Spiel im französischen Rennes, wo sich die Zuschauer nicht an die Vorgaben hielten, oder jetzt aus Berlin.

„Ich bin gespannt, was die Politik und Behörden in den nächsten Tagen beschließen und verkünden werden. Sicherlich werden wir unsere Hygienekonzepte noch einige Male anpassen müssen. Wir reagieren auf jede neue Corona-Schutzverordnung des Landes NRW und die Allgemeinen Verfügungen des Kreises Borken“, betont Nienborgs Vorsitzender. Dass damit teilweise nicht unerhebliche Kosten verbunden sind – bei geringeren Einnahmen – erwähnt Mensing nur am Rande.

Erfreut ist er aber, dass er im Vorstand motivierte Mitarbeiter um sich weiß, die ihn tatkräftig unterstützen. Was sehr wichtig für ihn ist. „Ich habe nicht gedacht, dass die Aufgabe als Hygienebeauftragter so anspruchsvoll und auch belastend ist. Die Verantwortung für alle Maßnahmen und deren Folgen trägt nämlich der Verein, namentlich der Hygienebeauftragte.“ Und der heißt bei Rot-Weiß Nienborg Martin Mensing.

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