Fußball: Staffelleiter Horst Dastig in der Warteschleife
„Jeder gegen jeden“ lautet das Ziel

Epe/Alstätte/Coesfeld -

An einem Montag hätte Horst Dastig im Normalfall etwas weniger Freizeit. Der Staffelleiter würde schauen, was es am Sonntag auf den Fußballplätzen gegeben hätte.

Montag, 07.12.2020, 16:32 Uhr aktualisiert: 08.12.2020, 18:00 Uhr
Staffelleiter Horst Dastig (re), hier zusammen mit dem Kreisvorsitzenden Willy Westphal.
Staffelleiter Horst Dastig (re), hier zusammen mit dem Kreisvorsitzenden Willy Westphal. Foto: fw

Eigentlich würde sich Horst Dastig in dieser Woche mit dem Spielbericht des VfB Alstätte gegen die SG Coesfeld beschäftigen. Oder checken, ob bei der Partie zwischen Vorwärts Epe und Adler Weseke alles mit rechten Dingen zugegangen ist oder ob bei der Begegnung des FC Epe in Ramsdorf auch die Namen der beiden Mannschaftsverantwortlichen eingetragen worden sind.

Eigentlich – aber was ist schon normal in diesen Corona-Zeiten? „Vier bis fünf Stunden gehen da gerade am Montag schnell drauf“, sagt der Staffelleiter, der für die Bezirksliga 11 und vier Kreisligen zuständig ist. „Aber das fällt ja im Moment alles weg.“ Dem 68-Jährigen bleiben aktuell nur der Blick in die Glaskugel und die Überlegung, wann es wie weitergehen könnte.

Die ersten Gedankenspiele sind schon wieder Makulatur. Zügig loslegen im Januar mit den Nachholspielen, dann unter Einbeziehung einiger Wochenspieltage die komplette Saison bis zum 20. Juni abwickeln – nicht mehr realistisch angesichts des vorerst bis zum 10. Januar verlängerten sportlichen Lockdowns. „Ich gehe eher davon aus, dass wir jetzt den ursprünglich angesetzten Rückrundenbeginn Ende Februar in den Blick nehmen sollten“, spekuliert der Coesfelder. Dann würde die Hinrunde zum Stand der Unterbrechung Anfang November fortgesetzt. Mit den sieben Spieltagen, um diese Halbserie korrekt abschließen und ein sauberes Ergebnis vorweisen zu können. „Denn keine Wertung hinzubekommen, das wäre sportlich die größte Katastrophe.“

Wobei es grundsätzlich in den Coesfelder Kreisligen wohl kein Problem wäre, noch mehr hinzubekommen. „Bisher sind wir gut unterwegs, in den Ahauser Ligen auch“, erklärt Dastig. Allerdings wäre es für seinen Staffelleiter-Kollegen Manfred Nieland schon deutlich komplizierter, im Februar und März Nachholspiele über die Bühne zu bekommen. „Wir haben hier fast durchweg Kunstrasenplätze, da ist das kein Problem“, lächelt er. Im Raum Ahaus hingegen seien angesichts der Rasenplätze mehr Ausfälle zu befürchten, was auch die Bezirksliga betreffe.

Realistisch erscheine also, die Hinrunde zu beenden und danach die Saison zu werten. „Dann hat jeder einmal gegen jeden gespielt, das ist unter den Umständen die fairste Sache“, liegt Horst Dastig mit dem Kreisvorsitzenden Willy Westphal auf einer Wellenlänge. Vielleicht wäre die Spielzeit dann schon Anfang Mai durch und nicht erst Mitte Juni – was dann noch möglich und sinnvoll sei, müsse mit den Vereinen besprochen werden: „Die wollen wir bei allen Entscheidungen ohnehin mit ins Boot holen.“ Unter anderem mache es ja Sinn, den Kreispokal noch durchzuführen.

Noch ist alles Spekulation. Die erneute Zwangspause, die zweite seit dem Frühjahr, hinterlässt viele Fragezeichen. „Dass wir schon ab Ende Oktober nicht mehr spielen können, damit hätte ich nicht gerechnet“, gibt Dastig zu. „Aber wir sehen ja die Zahlen, und deshalb kann ich die Regierung und die Maßnahmen verstehen.“ Ihm tut es leid für die Sportler, aber auch für die Ehrenamtlichen. „Wenn ich sehe, was die Vereine, der Kreisfußballausschuss und Willy Westphal in die Wege geleitet haben, um ihren Sportlern die Möglichkeit zur Bewegung zu geben, dann verdient das größten Respekt“, betont der 68-Jährige. Der Sport unter freiem Himmel an sich sei in seinen Augen nicht das Problem – wohl aber das ganze Drumherum.

So ist Geduld gefragt. Langweilig wird es dem Staffelleiter im Wartestand jedenfalls nicht. „Es gibt auch andere Dinge, mit denen ich mich zu beschäftigen weiß“, lächelt er. Radfahren zum Beispiel, natürlich die Enkelkinder. „Und mein zweites Hobby, die Briefmarken.“ Die zu sortieren, bringt Entspannung – auch wenn sich Horst Dastig zu gerne möglichst bald wieder mit Spielberichten oder Verlegungsanträgen beschäftigen würde.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7712646?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F3661143%2F94%2F35322%2F
Nachrichten-Ticker