Fußball-Kreisliga B: Fortuna Gronau 2
Großer Zusammenhalt und viel Spaß

Gronau -

Zwei von drei Trainern der Reserve von Fortuna Gronau sind Schalke-Fans. Da möchte man meinen, dass der Abstiegskampf ein großes Thema ist. Aber weit gefehlt.

Montag, 11.01.2021, 17:52 Uhr aktualisiert: 12.01.2021, 18:54 Uhr
Das Trainertrio macht weiter bei Fortuna Gronau 2 (v.l.): Luca Hörst, Kai Feldhaus und Steven Wobbe.
Das Trainertrio macht weiter bei Fortuna Gronau 2 (v.l.): Luca Hörst, Kai Feldhaus und Steven Wobbe. Foto: Verein

Steven Wobbe , Luca Hörst und Kai Feldhaus orientieren sich an der oberen Tabellenhälfte. Das gefällt auch dem Verein, der mit der Arbeit der aus den eigenen Reihen stammenden Trainer sehr zufrieden ist und deshalb auch in der Spielzeit 21/22 auf das eingespielte Trio setzt.

Im Interview erklären Fortunas-Trainer, wie sie sich die kommende Spielzeit vorstellen, wie sie die Balance zwischen Leistung und Spaß finden und was sie sich auf ihrer Brust nie vorstellen können.

Drei Trainer für ein Team. Wie sind die Zuständigkeiten geregelt?

Steven Wobbe (32; Sport- und Fitnesskaufmann; Schalke-Fan): Wir verstehen uns als ein Trainerteam auf Augenhöhe, in der die Zuständigkeitsbereiche einen fließenden Übergang erfahren. Die Stärken von Luca sind die Kommunikation mit der Mannschaft und das Organisatorische. Kai fungiert vor allem als Motivator an der Seitenlinie und durch seine erfahrene Trainingsplanung. Der taktische Feinschliff ist stark geprägt von meiner Handschrift. Als wichtige Unterstützung können wir auf die drei Betreuer Niklas Terhalle, Mark Dönnebrink und Volkan Ülker zurückgreifen. Auch den Mehraufwand durch Coronamaßnahmen haben wir vor dem Lockdown auf mehrere Schultern verteilen können.

Kommt ihr alle selbst und wenn ja auf welchen Positionen zum Einsatz?

Luca Hörst (25; Gruppenleiter in einer Werkstatt für Menschen mit Behinderung; Schalke-Fan): Generell sind wir alle in der Lage, unserer Mannschaft auf dem Platz zu helfen. Kai ist aber am Rand unfassbar wertvoll und hilft der Mannschaft so. Steven versucht auf dem Platz so oft es geht mitzuhelfen, die nötigen Punkte zu holen. Mich hat eine Verletzung daran gehindert, häufiger auf dem Platz zu stehen.

Ihr habt erst sechs Spiele absolviert. Mit zwei Siegen in den Nachholspielen könnte es noch bis auf Platz zwei gehen. Wie beurteilt ihr den bisherigen Saisonverlauf?

Kai Feldhaus (24; Masterstudent für das Lehramt; Bayern-Fan): Wenn man bedenkt, wo die zweite Mannschaft von Fortuna in den letzten Jahren tabellarisch zu finden war, ist uns der Saisonstart mehr als geglückt. Wir gehen mit einem anderen Selbstverständnis an die Spiele heran. Der Fleiß in den durch Spielformen geprägten Trainingseinheiten wird durch die Ergebnisse belohnt.

Welche Mannschaft(en) seht ihr als Favoriten für den Aufstieg?

Luca Hörst: Die B-Liga zeigt sich in dieser Spielzeit durch die Pandemie bedingt als ausgeglichene Wundertüte, die immer für eine Überraschung gut ist. Wenn wir uns festlegen müssten, gehört SF Graes definitiv zu den Aspiranten.

Wie lautet euer Saisonziel, falls es eine Fortsetzung gibt?

Steven Wobbe: Wir wollen einfach da weitermachen, wo wir aufgehört haben. Wenn wir weiter mit dieser Leidenschaft und dem Spaß an die Sache ran gehen, kann das ein gutes Jahr für uns werden – vorausgesetzt Corona lässt uns noch auf den Platz.

Wie plant ihr für den weiteren Saisonverlauf?

Kai Feldhaus: Bedingt durch die Pandemie ist Planungssicherheit ein Fremdwort geworden. Wir hoffen, dass wir trotz Restriktionen mindestens eine zweiwöchige Vorlaufzeit vor dem Re-Start des Spielbetriebs nutzen können. Die trainingsfreie Zeit wird beispielsweise durch eine digitale Spielanalyse genutzt.

Wie charakterisiert ihr euer Team?

Steven Wobbe: Das Team zeichnet sich als sehr homogene Truppe aus, in der auch Altersunterschiede keine Relevanz finden. Der Zusammenhalt zeigt sich auch oft nach Rückständen, wenn wir gemeinsam für den Erfolg arbeiten. Auch die gemeinsam durchgestandene Quarantäne-Zeit, in der wir uns mithilfe eines virtuelles Mannschaftsabends und Dart-Turnieren bei Laune gehalten haben, spricht für unseren großen Zusammenhalt. Der gemeinsame Spaß kommt nicht zu kurz, wobei alle den Fokus auf den sportlichen Erfolg nicht verlieren.

Welche Aufgabe habt ihr im Verein?

Steven Wobbe: Wir sind und bleiben als 2. Mannschaft der erste Ansprechpartner für unsere Erste, wenn es dort mal eng wird – darauf sind wir jederzeit vorbereitet. Das Verhältnis zur ersten Mannschaft ist aktuell sehr gut – es ist ein Geben und Nehmen. Auch für den Nachwuchs versuchen wir natürlich ein Sprungbrett zur Ersten zu sein. Darüber hinaus sind wir alle drei als ehemalige Jugendtrainer weiterhin der Jugendarbeit verbunden.

Wie versteht ihr selbst eure Aufgabe?

Kai Feldhaus: So, dass wir Fortuna bestmöglich unterstützen wollen, damit auch im Seniorenbereich ein Aufschwung stattfindet. Wir sind stark im Verein verwurzelt und können deshalb aus voller Überzeugung dieses Amt mit Leidenschaft und Treue ausüben. Ein Wechsel des Logos auf unserer Brust ist für uns undenkbar.

Wer hat am ehesten eine Chance auf den Sprung in die 1. Mannschaft verdient?

Kai Feldhaus: Es gibt einige Jungs, denen wir den Sprung in die A-Liga zutrauen würden. Da wird es sicherlich auch Gespräche mit den zukünftigen Trainern Carsten Minich und Dominik Kalitzki geben. Dabei haben sicherlich einige Spieler für Überraschungen gesorgt, die man vor Beginn dieser Saison nicht auf dem Zettel hatte. Spielpraxis in der ersten Mannschaft durften bereits einige unserer Spieler sammeln, die definitiv dort ihren Platz verdient hätten.

Wie ist die Zusammenarbeit mit der ersten Mannschaft geregelt.

Luca Hörst: Nach dem Trainingsabend am Donnerstag gibt es eine Zusammenkunft aller Seniorentrainer, wo die Kaderabstimmung stattfindet. Durch einen offenen Austausch und das Vereinsdenken der Spieler, stellt dies häufig einen guten Übergang zwischen den Teams dar. Mit dem aktuellen Trainergespann wird seit dieser Saison ein konstruktiv guter Kontakt gepflegt. Die Zusammenarbeit mit dem neuen Duo wünschen wir uns ähnlich zielführend. Auch zwischenmenschlich gibt es viele Kontakte zwischen den Mannschaften.

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