Leichtathletik: Fabiane Meyer (Epe) startete in Hamburg
Mit neuer Bestmarke ins neue Jahr

Epe -

Mehr als 600 km mit dem Auto, um etwas mehr als zwei Minuten zu laufen – und doch hat sich die lange Reise von Epe nach Hamburg für Fabiane Meyer mit ihrem Trainer Reinhard Wittland gelohnt.

Montag, 25.01.2021, 14:13 Uhr aktualisiert: 26.01.2021, 19:00 Uhr
Fabiane Meyer startete fantastisch ins neue Jahr und erzielte auf Anhieb eine neue persönliche Bestzeit über 800 m.
Fabiane Meyer startete fantastisch ins neue Jahr und erzielte auf Anhieb eine neue persönliche Bestzeit über 800 m. Foto: D.Schott

Letztmals hatte Fabiane Meyer am 5. September 2020 bei einem Wettkampf auf einer Laufbahn am Start gestanden. Damals holte sich die 18-jährige Läuferin vom TV Westfalia Epe den Titel der Deutschen Meisterin der Altersklasse W 20 über 1.500 m. Corona machte dann einen dicken Strich durch alle Planungen: keine Wettkämpfe mehr, auch nur einmal konnte sie in letzten Monaten in Münster in der Halle trainieren.

Daher waren die Eperanerin und ihr Trainer hocherfreut, dass sie in den „Genuss“ kamen, bei einem Einladungswettkampf in Hamburg dabei sein zu dürfen, da ansonsten ja nahezu alle Wettkämpfe abgesagt wurden. Bundestrainer Alexander Fromm und der Hamburger Leichtathletik-Verband hatten zu dem Wettkampf in der Hansestadt nur eine sehr kleine Zahl Athletinnen und Athleten aus dem Bundeskader eingeladen. In der Halle und rund um den Wettkampf bestimmte ein detailliertes Hygienekonzept alle Abläufe. Außerdem war der Start nur möglich, wenn ein negativer PCR-Test vorgelegt wurde, der nicht älter als 48 Stunden war oder ein Schnelltest vor Betreten der Halle nicht positiv ausfiel.

So standen schließlich sieben Läuferinnen über die 800 m am Start, die zusammen mit dem einzigen gemeldeten Läufer auf die Strecke gingen. Der sorgte dafür, dass der Rennverlauf sich anders entwickelte, als man erwarten konnte. Nicht die drei Läuferinnen von der LG Olympia Dortmund mit Verena Meisl , die die beste Meldezeit mitgebracht hatte, bestimmten das Tempo, sondern der junge Pinneberger Philip Jensen e Castro. Ihm am dichtesten auf den Fersen blieben die Jüngsten im Feld, die Hannoveranerin Delphine Drath und Rieke Emmrich vom LC Nordhorn. Verena Meisl und Fabiane Meyer folgten in Reichweite, auch der Rest des Feldes war nach 400 Metern noch nicht abgehängt.

Nach der Hälfte des Rennes übernahm Verena Meisl dann aber doch die Regie, forcierte das Tempo und setzte sich etwa 200 m vor dem Ziel an die Spitze des Feldes. Fabiane Meyer beschleunigte zwar ebenfalls, musste aber mit ansehen, wie die Dortmunderin sich einige Meter absetzen konnte. Im Schlussspurt kam Fabiane Meyer zwar nochmal näher heran, erreichen konnte sie Verena Meisl, die nach 2:08,84 Min. die Ziellinie überlief, aber nicht mehr. Nach hinten anbrennen ließ die Eperanerin aber ebenfalls nichts. Mit deutlichem Vorsprung wurde sie Zweite vor der Hamburgerin Lisa Hausdorf. Da Verena Meisl der Altersklasse W 23 angehört, war Fabiane Meyer damit in der Altersklasse W 20 die Schnellste.

Spätestens der Blick auf die Uhr ließen die 18-Jährige und ihren Trainer dann strahlen. Mit 2:09,47 Min. hatte Fabiane Meyer ihre persönliche Bestmarke aus dem Vorjahr, erzielt im Sommer in Lingen, um eine Zehntelsekunde unterboten. „Ich hatte eine Zeit von etwa 2:14 Min. eingeplant“, berichtete Fabiane Meyer im Nachhinein. „Eine Bestzeit schon beim ersten Wettkampf – das ist Wahnsinn“, kommentierte Reinhard Wittland kurz und knapp.

Weiter geht es für Fabiane Meyer bei einem weiteren Einladungswettkampf in Erfurt am 2. Februar über die 1.500 m und fünf Tage später, so hofft sie, beim PSD-Meeting in Dortmund, sollte nicht dieser Wettkampf auch noch kurzfristig abgesagt werden (müssen).

Damit könnte die Hallensaison dann auch bereits zu Ende sein für sie, denn die Deutschen Meisterschaften der U 20 fallen wie viele andere Wettkämpfe der Corona-Pandemie zum Opfer. „Die Qualifikation für die Deutschen Meisterschaften der Frauen dürfte in einem Olympiajahr, wenn vermutlich alle Topläuferinnen bei den Meisterschaften dabei sein wollen, sehr schwer werden“, schätzt die 18-Jährige ihre Chancen nur gering ein, am 20./21. Februar nochmals in Dortmund an den Start gehen zu können, da maximal zehn Läuferinnen über die 1.500 m und zwölf über die 800 m zugelassen sind.

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