Vereine: Versammlungen in der Warteschleife
Aufgeschoben – aber nicht aufgehoben

Gronau -

Normalerweise stehen kurz nach Karneval und im ersten Quartal zahlreiche Jahreshauptversammlungen bei den Vereinen an – und jetzt? Verlegungen, Videokonferenzen, Versammlung im Grünen? Die Verantwortlichen gehen mit der ungewöhnlichen Situation gelassen um, lassen sich nicht treiben.

Freitag, 12.02.2021, 17:49 Uhr
Ein Bild, das fast schon in Vergessenheit geraten ist: Abstimmungen der Teilnehmer im Rahmen einer Jahreshaupt- oder Mitgliederversammlung. Derzeit ist nämlich an die traditionellen Treffen in den Vereinen im ersten Quartal des Jahres nicht zu denken.
Ein Bild, das fast schon in Vergessenheit geraten ist: Abstimmungen der Teilnehmer im Rahmen einer Jahreshaupt- oder Mitgliederversammlung. Derzeit ist nämlich an die traditionellen Treffen in den Vereinen im ersten Quartal des Jahres nicht zu denken. Foto: Strack

Die einen nennen sie Mitglieder- (MGV), die anderen Jahreshauptversammlung (JHV). Gemeint ist in jedem Fall die turnusmäßige Zusammenkunft der Vereine. Gerne im Februar oder März eines Jahres. Momentan kommen sie aber nicht zusammen. Besonders nicht, wenn eine Präsenzversammlung angedacht ist. Die Terminierung also ist aufgeschoben, nicht aber aufgehoben.

Beim ASC Schöppingen ist die MGV (noch) terminiert. Für Anfang März. Aber im „Hotel zur Post“, dem obligatorischen Tagungsort, wird nach Einschätzung von Lothar Zurholt „nichts gehen“. Da ist sich der Vorsitzende mit seinen Vorstandskollegen, die im vierwöchigen Turnus Kontakt halten, einig. Online oder in der Kulturhalle der Gemeinde bringen sie sich auf den neuesten Stand. Doch neben der Versammlung steht auch das Jubiläum im Raum. Das stand eigentlich schon am 21. August des Vorjahres an, wurde aber wie so viele Events verschoben. Auf 2021.

Momentan ist mir die Lust an Planungen vergangen

Lothar Zurholt, 1. Vorsitzender ASC Schöppingen

„Real müssten wir jetzt damit anfangen, zu planen. Aber momentan ist mir die Lust an Planungen vergangen“, gesteht der ASC-Chef mit Blick auf die unsichere Lage und ungewisse Entwicklung. Auch die Vorbereitungen für das längst in Mode gekommene Bilderheftchen mit Fotos aus allen Abteilungen war weit vorangeschritten – dann kam Corona und die Vollbremsung. „Aber irgendwann und irgendwie müssen wir entscheiden“, ergänzt er. Was auch für die MGV gilt.

Digitale Versammlung ist in Epe keine Alternative

„Abwarten“ ist die Devise in Epe. Dort setzen sie bei Vorwärts auf eine Präsenz. Auch, weil sie den älteren Mitgliedern eine Teilnahme ermöglichen möchten. Überschlagen wird man sich jedoch nicht. Vielleicht auch, weil das 100. Vereins-Jubiläum erst in 2023 wartet – und somit noch ein Stück weit entfernt ist. „Wir werden sehen, was möglich ist“, gesteht der Vorsitzende Thomas Buß. Satzungskonform wäre ein JHV-Termin bis Ende März. Das erste Quartal ist nicht unüblich. Wenn nicht, muss man auch – aber nicht nur – in Epe improvisieren. Der Geschäftsführer unterstreicht die Überlegungen. „Da uns das gemeinsame Beisammensein im Kreise der Vorwärts-Familie am Herzen liegt, ist ein digitales Zusammentreffen für uns keine Alternative. Einen neuen Termin werden wir, je nach Pandemielage, rechtzeitig mitteilen“, informiert André Bügener.

Wir erleben einen Notfall. Da ist es unsere Pflicht, auch mal die Satzung zu dehnen

Andre Mönsters, 1. Vorsitzender Vorwärts Gronau

Erst der Blick auf die Entwicklung, dann die Terminplanung – so verfährt auch Vorwärts Gronau, wo ebenfalls im nächsten Monat die JHV warten würde. „Schon im vergangenen Jahr hat sich der Termin ja deutlich verzögert. Erst im September sind wir zusammengekommen. Ähnlich kann ich es mir jetzt auch wieder vorstellen“, gesteht Andre Mönsters . Der Vorwärts-Chef hat dann auch wieder eine begrenzte Personenzahl indoor sowie Lautsprecher für eine Übertragung nach draußen im Hinterkopf. Allein um möglichst vielen und auch Älteren den Zugang zu ermöglichen. Wenngleich Mönsters mit Blick auf die Senioren auch grundsätzlich virtuelle Sitzungen nicht ausschließt: „Da habe ich schon verschiedene Talente ausgemacht.“ Zumindest will man vorbereitet sein. Erst aber gelte der Blick der Kombination aus sinkenden Zahlen und zunehmenden Impfungen. Daher könne er sich die JHV gegen Ende des Sommers vorstellen.

Zudem macht Mönsters deutlich: „Wir erleben mit der Pandemie einen Notfall. Da ist es unsere Pflicht, auch mal die Satzung zu dehnen. Wenn jemand am Ende dadurch drei Monate länger im Amt ist, geht die Welt nicht unter.“ Deshalb bleiben auch die Termine für JHV und MGV eben aufgeschoben, aber nicht aufgehoben.

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