Reiten: Vereine in Coronazeiten
Zuversicht und Zurückhaltung in Gronau und Epe

Gronau/Epe -

Sie sind, was die Einschränkungen anbelangt, in der Vereinswelt keine Ausnahme. Doch die Reitvereine gehen klaglos mit der Situation um. Vielleicht auch, weil sie immerhin die Pferde bewegen dürften, ja müssen. Und doch geht der Blick Richtung Mai und den dann hoffentlich stattfindenden Turnieren.

Dienstag, 16.02.2021, 18:45 Uhr
Szenen aus dem Parcours: Eine Rückkehr zu Turnieren im Mai erscheint realistisch, wenngleich die Vereine durchaus unterschiedliche Vorstellungen haben.
Szenen aus dem Parcours: Eine Rückkehr zu Turnieren im Mai erscheint realistisch, wenngleich die Vereine durchaus unterschiedliche Vorstellungen haben. Foto: Penno

Die Pferdewelt und die Reitsportszene scharrt mit den Hufen, allen voran die Deutsche Reiterliche Vereinigung e.V. ( FN ). Einmal mehr hat sich der Dachverband aus Warendorf an die Politik gewandt und diese aufgefordert, Training und Unterricht auch im Freizeit- und Amateursport so bald wie möglich wieder zuzulassen. Durchaus interessiert daran, gleichwohl aber gelassen, reagiert man rund um die heimischen Reithallen und -plätze.

„Die Reitschulen sind vielerorts am Limit. Immer wieder erreichen uns Hilferufe von Betriebsleitern und Vereinsvorsitzenden, die nicht mehr wissen, wie sie die Betreuung der Pferde ohne den Reitunterricht noch sicherstellen sollen. Die laufenden Kosten lassen sich nicht einfach abstellen. Förderprogramme und Wirtschaftshilfen sind nicht auf den Pferdesport zugeschnitten, so dass unsere Vereine und Betriebe zu oft ins Leere laufen mit ihren Anträgen auf Fördermittel“, sagt FN-Generalsekretär Soenke Lauterbach.

Pferde werden bewegt

Er erntet in Gronau, Epe und Umgebung keinen Widerspruch, trifft aber auf Gelassenheit. „Wir haben die Hallen noch auf. Fünf Reiterinnen oder Reiter mit Pferd sind pro 200 Quadratmeter erlaubt. Natürlich unter dem Gesichtspunkt der tierschutzerhaltenden Maßnahmen“, blickt Gisbert Lutzke auf seinen Verein. Der RZFV Epe kann nicht nur auf die große Reithalle, sondern auch auf das Außengelände zurückgreifen. Spätestens wieder, wenn der Schnee abgetaut ist. Der kontrollierte Betrieb funktioniert nach wie vor. Da der Verein über keine eigenen Stallungen und somit Einstellmöglichkeiten verfügt, reisen die Mitglieder samt Vierbeiner an. Die Absprache klappt.

Zehn Pferde sind hingegen beim LZRFV Gronau zu Hause. Nach Austausch und Abstimmung ermöglicht auch hier die Stallgemeinschaft das Bewegen der Pferde. „Es ist sicher ein Notbetrieb, der aber stattfinden muss. Nur so bewegen wir die Tiere“, sagt Jens Schiballa.

Jens Schiballa beklagt fehlenden Reitunterricht

In Gronau wurde gerade der Jahresbeitrag erhoben, in Epe können die Mitglieder zwischen halbjährlicher oder jährlicher Abbuchung wählen. Sie kommen dabei in den Genuss, dass sie zwei Stunden Unterricht pro Woche inklusive haben. All in, also. „Sechs Tage in der Woche und ab 16 Uhr steht daher Unterricht an“, berichtet Gisbert Lutzke von der Nutzung. Natürlich nur in Zeiten ohne Corona und ohne Einschränkungen.

Auch in Gronau ist keine Reitlehre möglich. Doch da sorgen Reitstunden für zusätzliche Einnahmen. Grundsätzlich. „Das ist schon schlecht für den Verein. Davon und von dem Miteinander profitiert der Verein“, räumt Schiballa ein. Immerhin spart der Verein die Entlohnung der Reitlehrer. „Einer hat somit immer das Nachsehen“, fühlt der Vereinsvorsitzende mit.

Ich bin von Natur aus Optimist.

Gisbert Lutzke, 1. Vorsitzender RZFV Epe

Das soll besser werden. Auch mit Blick auf das sportliche Treiben. „Ich bin von Natur aus Optimist. Noch im Oktober 2020 haben wir unser Hallenturnier durchgezogen. Das hat gut geklappt“, sieht sich Lutzke gut gerüstet – und blickt nach vorne. „Im Mai lässt sich vieles organisieren“, sagt er mit Zuversicht. Mit Zurückhaltung reagiert sein Amtskollege. „Ich bin kein Verfechter davon, alles auf Biegen und Brechen anzugehen. Die Tiere müssen bewegt werden, ja. Aber alles andere ist nicht so wichtig, andere Dinge haben Vorrang“, steht für Schiballa die Pandemie-Entwicklung an erster Stelle. Auch wenn beim LZRFV das Sommerturnier für den 14. bis 16. Mai angemeldet wurde: „Es muss aber alles passen. Auch rechnen muss es sich.“

Was den Rahmen anbelangt, beruhigt die FN. „Wir haben Hygienekonzepte für den Unterrichts- und Trainingsbetrieb und für Turniere erstellt, die keine Lücken offen lassen. Allen Anforderungen wurde und wird Rechnung getragen“, sagt Soen­ke Lauterbach. So konnten und können die Vereine und Betriebe Training und Reitunterricht sowie Wettkämpfe anbieten. Wenn es die Politik zulässt.

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