Handball: Vereinen winkt Erstattung
Abgerechnet wird zum Schluss

Gronau -

Es geht mal wieder um das liebe Geld. Denn die Verbandsbeiträge für das Spieljahr beschäftigen aktuell die Handballer. Eine Erstattung stellen Verband und Kreis in Aussicht. Nur wann, das wissen die Vereine noch nicht.

Donnerstag, 18.02.2021, 18:40 Uhr
Leise rieseln die Scheine: Ob und wie viele es tatsächlich sein werden, erfahren die Vereine erst am Ende der Handball-Saison.
Leise rieseln die Scheine: Ob und wie viele es tatsächlich sein werden, erfahren die Vereine erst am Ende der Handball-Saison. Foto: Schrievers

Die Corona-Pandemie verhindert in dieser Saison im Handball weitgehend einen regulären Spielbetrieb. Nur wenige Partien sind bislang absolviert – und überhaupt noch welche hinzukommen, ist gegenwärtig nicht abzuschätzen. Deshalb erlässt der Handballverband Westfalen seinen Vereinen ein Viertel der Spielbeiträge. „Für die Hinserie haben wir schon 25 Prozent zurücküberwiesen und auch für die Rückrunde wird es wohl so laufen“, sagt Udo Fricke , Geschäftsstellenleiter des HVW. Dass nicht mehr erstattet werden könne, habe mit den unabhängig vom Spielbetrieb bestehenden Fixkosten zu tun. Die Geschäftsstelle und ihre Mitarbeiter müssten genauso wie Verbandstrainer weiterhin bezahlt werden. Auch an den Verwaltungskosten ändere sich nichts. „Wir wissen, dass es den Vereinen genauso dreckig geht wie uns. Wir denken, dass 25 Prozent Erstattung eine Größenordnung ist, die für beide Seiten erträglich ist“, sagt Fricke.

Verrechnung ist denkbar

Das Zuspiel vom Verband nimmt der Kreis auf, lässt den Ball aber zunächst in den eigenen Reihen kreisen. „Wir haben uns analog zum HVW auch über diese Thematik unterhalten. Wir haben uns allerdings dafür entschieden, mit der Erstattung zu warten und erst am Saisonende zu beurteilen, wie viel Spielbetrieb tatsächlich stattgefunden hat. Dann ist eine tatsächliche Bewertung und der faireste Betrag möglich. Es gibt ja auch noch die sogenannte Variante zwei, die vorsieht, dass es auf freiwilliger Basis noch Spielbetrieb geben kann. Ich selbst habe als stimmberechtigtes Mitglied auf Verbandsebene für eine Erstattung gestimmt, das war auch der Wunsch des Präsidiums“, sagt Daniel Hoge, Vorsitzender des Handballkreises Münsterland. „Ob es in zwei Teilzahlungen, wie beim HVW, oder in einer Summe am Ende der Saison ausgezahlt wird, das sollte jede Organisation für sich entscheiden. Denkbar wäre auch, die Erstattung mit den fälligen Spielbeiträgen der nächsten Saison zu verrechnen“, ergänzt Hoge.

Wir sind für jede Geste dankbar.

Holger Schmidt, Vorwärts Gronau

Eine Vorgehensweise, die zunächst auch Vorwärts Gronau, dem allein für seine Landesliga-Männer 750 Euro sowie die Bezirksliga-Frauen 200 Euro – also 950 Euro – Jahresbeitrag in Rechnung gestellt werden, präferiert. „Wir sind für jede Geste dankbar. Aber wir werden im Rahmen einer Sitzung des Abteilungsvorstandes besprechen, wie wir damit umgehen werden“, gibt Holger Schmidt zu Protokoll. Aus seiner Sicht ist eine Bilanz zum Saisonende – wann immer das auch sein wird – zielführend und sinnvoll. Er liegt mit der Kreis-Führung auf einer Wellenlänge. „Wir sehen dann, was alles kostet.“ Dabei führt der stellvertretende Abteilungsleiter auch an, dass den Vereinen ja beispielsweise die Schiedsrichterkosten erspart bleiben. „Von daher muss man sehen, ob man unter Druck oder in Not ist.“ Im Münsterland und somit bei den heimischen Handballern heißt es also abwarten.

Der Handballkreis Hellweg hat seinen Mitgliedsvereinen anders als der HV Westfalen volle 100 Prozent der Spielbeiträge erlassen und diese auch gar nicht erst eingefordert. Pro Halbjahr sind das etwa 12 000 Euro, auf die der HK Hellweg verzichtet.

Die Höhe der Spielbeiträge pro Saison variiert bei Männer und Frauen und richtet sich auch nach der Klassenzugehörigkeit der Teams. Je höher sie spielen, desto höher sind die Spielbeiträge. Bei den Männern werden in der Oberliga 1700, in der Verbandsliga 1000 und in der Landesliga 750 Euro fällig. Somit auch für Vorwärts Gronau. In der Bezirksliga beträgt der Spielbeitrag 400 Euro, in der Kreisliga 200 Euro. Bei den Frauen müssen in der Oberliga 600, in der Verbandsliga 450 und in der Landesliga 350 Euro entrichtet werden. Für Frauen-Bezirksligisten, also Vorwärts Gronau, sind 200 Euro festgelegt – 120 Euro für die Frauen-Kreisliga sowie alle Kreisklassen

 

 

 

 

 

 

 

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