Fußball: Frauen-Landesliga
Fortuna Gronau ist bei Trainerfrage im Zeitplan

Gronau -

Im Herrenbereich sind nahezu alle Trainerpositionen für die kommende Saison besetzt und damit vergeben. Bei den Frauen haben es die Vereine nicht so eilig. Auch nicht beim Landesligisten Fortuna Gronau. „Vor März passiert das doch nie“, klärt Obmann Harry de Wagt entspannt auf. Vielleicht auf, weil sich die Verlängerung mit Jacqueline Eckelmann anbietet.

Donnerstag, 25.02.2021, 19:55 Uhr
Ob Jacqueline Eckelmann noch überlegt? – Noch ist die Trainerfrage beim Frauen-Landesligisten Fortuna Gronau für die Saison 2021/22 noch nicht beantwortet.
Ob Jacqueline Eckelmann noch überlegt? – Noch ist die Trainerfrage beim Frauen-Landesligisten Fortuna Gronau für die Saison 2021/22 noch nicht beantwortet. Foto: Angelika Hoof

Vom ersten Jahr bleiben nur Bruchstücke. So viel steht nach der langen Unterbrechung fest. Egal, ob und wann die aktuelle Spielzeit noch einmal angepfiffen wird. Dabei hatte sich Jacqueline Eckelmann ihre Premiere-Saison als Trainerin von Fortuna Gronau sicher etwas anders vorgestellt. Somit liegt es doch eigentlich auf der Hand, dass die 25-Jährige durchstartet und beim Frauen-Landesligisten in die Verlängerung geht. Ins zweite Jahr – das irgendwie dann das wahre erste wäre. Vollzug aber meldet niemand.

„Bei den Frauen ist das anders, als bei den Männern. Da gibt es vor März nie Klarheit“, verrät Harry de Wagt völlig entspannt. Während bei den Senioren fast ausnahmslos die leitenden Angestellten benannt und verpflichtet wurden, setzt der Frauenbereich auf Zeit.

Bei den Frauen ist das anders, als bei den Männern. Da gibt es vor März nie Klarheit

Fortuna-Obmann Harry de Wagt

Der Fortuna-Obmann sieht auch keinen Grund, in hektische Betriebsamkeit zu verfallen. „Im März oder April­ wissen die Mädchen und Frauen oft erst, ob und wo sie studieren“, gesteht er. Ihn bringt nichts aus der Ruhe, macht er den Job nun doch schon im 21. Jahr. Natürlich haben die Verantwortlichen mit Jacqueline Eckelmann und Co-Trainer Dirk van Koetsveld schon zusammengesessen und sich ausgetauscht. Zuletzt Anfang der Woche. Was sich wiederholen und wohl in den kommenden zwei oder drei Wochen zu einer Entscheidung führen wird. Es ist eben Zeit für Gespräche.

Frage nach der richtigen Liga

Die könnten vielleicht mit einem anderen Votum einher gehen. „Wir diskutieren, ob die Landesliga Sinn macht“, verrät Harry de Wagt. Ungeachtet eines möglichen Abbruchs und einen dann denkbaren Verzicht auf Absteiger. Zwar spielen die Frauen – nur unterbrochen von einem Jahr – seit 2012 in der Landesliga. Zuletzt aber wiederholt im unteren Bereich. Aktuell rangiert die Elf mit einem Zähler Rückstand auf den ersten Nichtabstiegsplatz auf dem drittletzten Tabellenrang. Allerdings eben auch erst nach fünf Partie.

„Man merkt, dass etwas fehlt. Es dauert, bis die talentierten Spielerinnen, die da sind, nachrücken“, sagt der 65-Jährige mit Blick auf den Nachwuchs. Den hat die Fortuna neben der Kreisliga-Zweiten von der U 10 bis U 17. Aber der Sprung einer 16-Jährigen ist bisweilen groß. Es bedarf einer Phase der Akklimatisierung. Getreu der Devise „für die Bezirksliga zu gut, für die Landesliga zu schwach“ könnte eine Etage tiefer auch mehr Spaß bringen. Schließlich gibt es für Siege keinen Ersatz. Ohne, oder nur mit wenigen, leidet die (Spiel-)Freude. Auch eben ein Thema für Gespräche.

Aus Sicht des Vereins hätte ein zumindest angedachter Rückzug keine Auswirkungen auf die Besetzung des Trainerstuhls. „Sie macht es sehr gut“, lobt de Wagt die ehemalige Spielerin.

Und die ist nach wie vor mittendrin, plant als nächstes die Elite-B-Lizenz. In der Vorauswahl ist sie bereits. „Angefangen haben wir ja immerhin. Auch hatten wir Konzepte ausgearbeitet. Denn die Defizite der Mannschaft kannte ich ja schon als Spielerin“, gesteht die Trainerin. Natürlich hatte sie 2020/21 auf eine komplette Spielzeit gehofft, nachdem sie mit Dirk van Koetsveld im Februar des vergangenen Jahres und nach einem Wechsel kurzfristig übernommen hatte. Wenig später kam Corona.

Jetzt, genau ein Jahr später, stehe ich an der gleichen Stelle

Jacqueline Eckelmann

„Jetzt, genau ein Jahr später, stehe ich an der gleichen Stelle“, blickt sie zurück. Nicht ohne eine ordentliche Portion Humor: „Immerhin kann ich die erste Trainerin werden, die zweimal den Abstieg verhindert.“ Was wohl mit Blick auf die Tabelle eher erneut eine Folge eines Abbruchs wäre. Eine Entscheidungshilfe in der Trainerfrage für das dann hoffentlich erste komplette Jahr, mag Jacqueline Eckelmann daraus aber nicht ableiten: „Das ist keine Frage der Spielklasse.“ Vielmehr stießen Trainerin und Co-Trainer das Thema Rückzug an. Es ist eben die Zeit für Gespräche bei der Fortuna.

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