Fußball: Diskussionen um den Wiedereinstiegstermin
Re-Start am 2. Mai – oder früher?

Kreis Borken -

Wann wird in den Fußball-Ligen wieder um Punkte gespielt. Am 2. Mai? Oder sogar früher? Oder sollte die Saison 20/21 doch abgebrochen werden?

Donnerstag, 11.03.2021, 17:27 Uhr aktualisiert: 12.03.2021, 17:56 Uhr
Können die Fußballer tatsächlich im Mai – oder sogar früher - wieder um Punkte spielen und die Saison fortsetzen?
Können die Fußballer tatsächlich im Mai – oder sogar früher - wieder um Punkte spielen und die Saison fortsetzen? Foto: mm

Die Nachricht, die Manfred Schnieders , Vize-Präsident des Westfälischen Fußball- und Leichtathletikverbandes, den Vertretern der Oberliga Westfalen verkündete, überraschte einige, die erst zu einem späteren Zeitpunkt eine Aussage dazu erwartet hätten. Schnieders nannte den 2. Mai als Wiedereinstiegstermin für den Amateurfußball. Ab da soll der Ball von der Oberliga abwärts wieder rollen, wenn die anderen Zahlen denn mitspielen.

So zeigte sich Willy Westphal , Vorsitzender des Fußballkreises Ahaus/Coesfeld, „irritiert“. Hintergrund: die an die Presse durchgesteckte Info, dass Anfang Mai ab der Bezirksliga aufwärts wieder der Ball rollen soll. Das sei mit den Kreisen nicht abgestimmt gewesen. Deren 29 Vertreter würden erst am Donnerstag (11. März) virtuell über das weitere Vorgehen beraten.

Nicht ausschließen mochte Westphal vor der Besprechung, dass aufgrund der zuletzt positiven Entwicklung auf Kreisebene sogar eher geflemmt werden darf als in den höheren Ligen.

Ähnlich argumentierte Westphals Kollege für den Kreis Münster, Norbert Krevert: „Sollte es möglich sein, Mitte oder Ende April um Punkte zu spielen, müssen wir auch das in Betracht ziehen.“

Beide Funktionäre halten es weiter für denkbar, die Hinrunde – ohne Wochenspieltage – bis Ende Juni abzuschließen, warnen aber: In zwei oder vier Wochen könne die Situation schon wieder eine ganz andere sein.

„Es ist super, dass wir jetzt wieder Hoffnung haben, dass es vielleicht wieder weitergeht“, erklärte Vorwärts Epes Spielertrainer Marco Aydin mit Blick auf den 2. Mai. „Für uns alle ist es eine langweilige Zeit ohne Fußball.“

In Holland sei die Saison schon wieder zu Ende, erklärte Aydin. „Mein Gefühl sagt mir immer noch, dass wir auch in Deutschland nicht weitermachen, auch wenn ich es hoffe“, sagte der Niederländer.

„Intern haben wir noch nicht umfangreich über den Re-Start gesprochen. Ich möchte erst mal 100 Prozent Sicherheit haben, dass der Re-Start wirklich stattfindet.“ Für den Fall hält Aydin eine vierwöchige Vorbereitung für zu kurz. „Wir waren ja fünf bis sechs Monate nicht mehr auf dem Platz.“

„Als Trainer freue ich mich, wenn es wieder einen Fixpunkt gibt, auf den wir hinarbeiten könnten“, erklärte zu diesem Thema ASC Schöppingens Spielertrainer Rafael Figueiredo. Aber mit Blick auf die wieder leicht steigenden Inzidenzen bleibt er skeptisch, ob alles sich so ergibt wie erhofft. „Das ist alles Spekulation. Niemand weiß, wie es kommt. Das wird eine enge Geschichte.“

Grundsätzlich sei es kein Problem, ab Anfang Mai die noch ausstehenden sieben Spieltage in der Kreisliga A1 Ahaus bis Ende Juni zu absolvieren. „Aber was passiert, wenn ein Team in Quarantäne muss?“, fragt Figueiredo. Wobei er es ohnehin grenzwertig findet, eine Saison nach nur 50 Prozent der Spiele zu werten: „Ganz gerecht ist das nicht.“

Voraussetzung für den 2. Mai als Wiedereinstieg ist ein durchgängiger Inzidenzwert in Nordrhein-Westfalen unter 100 bis zum anvisierten Trainingsstart am 5. April. Dann blieben vier Wochen Vorbereitungszeit bis zur Fortsetzung des Punktspielbetriebes. Darauf hatte Schnieders am Dienstag verwiesen.

Zuvor war schon bekannt geworden, dass die Saison im Bereich des Fußball- und Leichtathletik Verbandes Westfalen auf keinen Fall verlängert wird. Sie endet am 30. Juni.

Auch das hatte Manfred Schnieders verkündet. Er nannte für die Entscheidung vor allen Dingen drei Gründe. Zum einen die bereits am 5. Juli in NRW beginnenden Sommerferien, aber auch die Situation für Vertragsspieler. Deren Kontrakte sind bis zum 30. Juni befristet. Im Fall einer Saisonverlängerung würden sich die Verträge automatisch verlängern.

Zudem denkt der Verband auch an die kommende Spielzeit 2021/22. „Wir setzen doch nicht die neue Saison gleich in den Sand, weil wir die alte unbedingt retten wollen, aber gar nicht wissen, ob wir das am Ende auch schaffen“, sagte Schnieders in einem Interview.

Anders als der FLVW geht der Niedersächsische Fußball-Verband (NFV) vor. Der hat vorsorglich eine Verlängerung der aktuellen Saison bis zum 22. Juli beschlossen. Erst dann beginnen in Niedersachsen die Sommerferien. Damit sorgt der NFV für einen Puffer. Gleichzeitig gehen die Fußballer im Nachbarland nach wie vor von einer Rückkehr zum Spielbetrieb bis spätestens Anfang April aus.

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