Sport in der Phase des Lockdowns
Virtuelle Läufe und Challenges als Motivationskick

Gronau -

In den Anfängen waren virtuelle Wettbewerbe vor allem ein „Trostpflaster“ für Läuferinnen und Läufer, die sich intensiv und langfristig auf ein Laufevent vorbereitet hatten, das mit Beginn der Pandemie aber kurzfristig abgesagt wurde. Auch bei Vorwärts Gronau, Westfalia Epe und beim SV Gronau liegen diese Wettbewerbe im Trend.

Mittwoch, 31.03.2021, 14:44 Uhr aktualisiert: 31.03.2021, 19:20 Uhr
Das Handy dient auch zur Motivation in der Gruppe, hier beim SVG.
Das Handy dient auch zur Motivation in der Gruppe, hier beim SVG. Foto: privat

I Für die Veranstalter waren virtuelle Läufe eine Chance, zumindest einen Teil der bereits angefallenen Kosten abzudecken. So starteten die Läuferinnen und Läufer z. B. einen Marathon direkt vor der eigenen Haustür, spulten alleine die 42,2 km herunter und luden die gelaufene Zeit anschließend auf eine Internetplattform hoch. So entstand eine Ergebnisliste, natürlich gab es für jeden Finisher auch eine Urkunde und Medaille.

Bald entstanden auch neue Veranstaltungen als rein virtuelle Wettkämpfe, nicht selten auch als Spendenläufe für eine guten Zweck. Mittlerweile gibt es ganze Laufserien als virtuelle Wettkämpfe und eigene Internet-Plattformen, auf denen virtuelle Events zusammengefasst sind. Vor allem aber boomen Challenges mit Hilfe von Programmen und Apps wie Zwift, Strava und Adidas Running. Dabei messen sich täglich Läufer und Radfahrer rund um den Globus, motivieren sich in ihren sportlichen Aktivitäten und bilden Gruppen, in denen sie gemeinsam selbstgesteckte Ziele zu erreichen versuchen.

In Gronau brachen die Handballer von Vorwärts Gronau auf, um laufend die Welt zu umrunden und sich so konditionell fit zu halten. Beim TV Westfalia Epe machte man sich Ende Januar auf, die 12.506 km von Epe bis nach Tokio zu Fuß zurückzulegen. Beim Schwimmverein Gronau startete eine Gruppe Jugendlicher mit dem Vorsatz, in der ersten Woche 10 km zu laufen und diese Strecke jede Woche um zwei Kilometer zu verlängern. Bei allen Aktionen sind die Läuferinnen und Läufer alleine oder im Rahmen der Corona-Regeln unterwegs. Erfasst werden die Daten jeweils mit der Adidas Running App.

„Unsere Aktion ist im Moment etwas ins Stocken geraten“, gesteht Markus Reimers von den Vorwärts-Handballern. Aktuell haben die Blau-Weißen immerhin rund 28.000 der 40.075 km um den Globus geschafft. „Vielleicht ist es der ,Corona-Blues´“ vermutet Reimers. „Außerdem hatten wir gerade in letzter Zeit im Verein viele andere Dinge im Kopf.“ Vielleicht ist die Gruppe mit 190 Mitgliedern auch zu groß und anonym, um dauerhaft für Motivation zu sorgen, mag man vermuten.

Rundherum zufrieden sind Jana Wittland vom TV Westfalia Epe und Michelle Pancerz vom Schwimmverein Gronau mit ihren Aktionen. 58 Aktive sind beim TVE dabei, allen voran die Läuferinnen und Läufer, aber auch Mitglieder der Abteilungen Volleyball, Bouncerball oder Turnen. So fehlen aktuell nur noch rund 700 km bis nach Tokio. „Ziel war es, vor allem die jüngeren Sportlerinnen und Sportler wieder in Bewegung zu bringen. Das haben wir definitiv geschafft. Ein Beispiel ist Hendrik Jansen, der seit dem Challengestart täglich 5 km gelaufen ist und mittlerweile in der leistungsstärkeren Gruppe mitlaufen kann“, berichtet Jana Wittland. „Interessant ist auch, dass einige die Strecken durchstöbern, die andere gelaufen sind, und diese dann nachlaufen“, ergänzt sie. „Das schönste Ergebnis ist aber, dass wir mit der Challenge abteilungsübergreifend den Kontakt im Verein aufrechterhalten konnten.“

„Manche sind fast täglich unterwegs, andere vielleicht drei- oder viermal“, erzählt Michelle Pancerz. Insgesamt 26 km in der Woche ist aktuell die Vorgabe. Von elf auf 17 Mitglieder ist die Gruppe zudem angewachsen. „Vor allem einige Eltern sind mittlerweile eingestiegen“, berichtet sie. „Und es sind sogar welche dabei, die bisher überhaupt keinen Sport getrieben haben“, freut sie sich.

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