Gewöhnungsprozess dauert
Handballerinnen wollen den Abstieg mit ihrem neuen Trainer Bo Andersen verhindern

Greven -

Die Handballdamen des SC Greven 09 müssen auf dem vorletzten Platz überwintern. Sicher keine angenehme Situation für Spielerinnen und Trainer. „Gegen Halle war das schon eine Katastrophe“, kommentierte der auf die Co-Trainer-Position versetzte ehemalige „Chefcoach“ Timo Ortmeyer.

Sonntag, 06.01.2013, 14:01 Uhr

Sieht Probleme, die es in einer sehr kurzen Frist zu lösen gilt: Co-Trainer Timo Ortmeyer, der auf den sehr kleinen Kader bei den 09-Damen verweist. Manja Görl (vorne links) ist derzeit verletzt und kann die Trainingseinheiten nicht mitmachen.
Sieht Probleme, die es in einer sehr kurzen Frist zu lösen gilt: Co-Trainer Timo Ortmeyer, der auf den sehr kleinen Kader bei den 09-Damen verweist. Manja Görl (vorne links) ist derzeit verletzt und kann die Trainingseinheiten nicht mitmachen. Foto: wik

Der für Franziska Heinz eingesprungene Trainer konnte zu Beginn einige Erfolge vorweisen. Der 28:23-Sieg gegen Bensheim-Auerbach und der 36:28-Erfolg beim TSV Travemünde machten Mut, zumal der Interimstrainer Patrick Stegemann gegen Borussia Dortmund ein 27:27-Unentschieden herausgeholt hatte. Doch die Mannschaft spielte nicht konstant genug. Nach dem 29:28-Sieg in Rosengarten wurde überraschend mit Bo Andersen ein neuer Trainer installiert. Die Erfolge blieben bisher allerdings aus. Im Gegenteil. Noch nie ist die Mannschaft in einem Meisterschaftsspiel gegen einen Gegner, der in der Tabelle auf Augenhöhe steht, daheim so „verprügelt“ worden wie bei der Niederlage gegen SV Union Halle.

Offensichtlich müssen sich die 09-Damen erst an die Taktik des neuen Trainers anpassen. Und das mitten in der Saison. „Wir müssen uns an ein anderes Abwehrsystem gewöhnen“, sagt die Spielerin Sarah Everding. Und offenbar war das gegen Halle eine körperliche und geistige Überforderung. „Die Spielerinnen waren stehend K.o.“, sagt Ortmeyer .

Gut, dass das erste Meisterschaftsspiel, das an diesem Wochenende beim TV Nellingen stattfinden sollte, auf den 1. Mai verschoben wurde, da die Gastgeberinnen noch im Pokal aktiv sind. Da bleibt dem Coach etwas mehr Zeit, seine Ideen umzusetzen. Letzten Endes müssen sich allerdings die Spielerinnen darauf einlassen, um gemeinsam den drohenden Abstieg zu verhindern.

Dabei müssen die 09-Damen auf Ania Jaszczuk, die zurück zum TuS Weibern ging, verzichten. Und da sich Ulrike Glathe einen Kreuzbandriss zugezogen hat, fehlen gleich zwei wichtige Spielerinnen in dem ohnehin knappen Kader. Der Weggang der Torhüterin Izabela Czarna, die zunächst nach Dänemark wollte, jetzt aber offensichtlich nach Lublin / Polen zurückgegangen ist, wiegt auf der Torhüterposition sehr schwer, stehen hier doch mit Lisa Klanz und Kathrin Lohmann zwei erst 18-Jährige im Kader. Das macht die Abwehrarbeit sicher nicht leichter, zumal die beiden talentierten Torhüterinnen noch nicht über so viel Erfahrung verfügen, um auch die Wurfbilde der gegnerischen Spielerinnen zu „lesen“.

Fünf Mal in der Woche treffen sich die Spielerinnen, und das vergangene Wochenende wurde für zusätzliche Einheiten genutzt. Da muss der Trainer schon ein Händchen besitzen, um die Belastung so zu dosieren, dass die Muskeln nicht irgendwann „zumachen“.

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