ASG zeigt ganz viel Charakter
Das Löwenherz bebt

Ahlen/Senden -

Die Ahlener SG hat einen Sieg errungen, keinen haushohen, aber dafür einen ungemein moralischen. Mit 34:33 zwang sie den ASV Senden in die Knie – und das nach einem zwischenzeitlichen Sieben-Tore-Rückstand.

Montag, 02.12.2013, 18:12 Uhr

Unsanft ausgebremst wird Alexander Nolte vom ASG-Innenblock Thomas Lammers (links) und Kai Bekston in dieser Szene. Bekston setzte beim ASV Senden auch wieder offensiv einige Akzente.
Unsanft ausgebremst wird Alexander Nolte vom ASG-Innenblock Thomas Lammers (links) und Kai Bekston in dieser Szene. Bekston setzte beim ASV Senden auch wieder offensiv einige Akzente. Foto: Ralf Aumüller

In den ersten 50 Minuten, da stand in Senden eine Ahlener SG auf der Platte, die wie eine billige Kopie besserer Tage wirkte. In den letzten zehn Minuten dagegen, da stand eine Ahlener SG auf der Platte, bei der alle Spieler getrost den Namen Richard Löwenherz hätten tragen können – so viel Charakter bewiesen sie.

Nach einem äußerst mühevollen Großteil der Partie entschieden sich die Gäste in der Schlussphase dafür, noch einmal die gesamte Palette ihrer Fähigkeiten aufzudecken, einen Sieben-Tore-Rückstand umzubiegen und schließlich mit 34:33 (15:18) zu gewinnen.

„Wir haben unglaublich gut gefightet“, unterstrich Sascha Bertow . Vom zuvor Gesehenen war der ASG-Trainer allerdings weniger angetan. Das Löwenherz hatte lange Rhythmusstörungen. Auf die (nicht zum ersten Mal in dieser Saison von einem Gegner praktizierte) Manndeckung gegen Thomas Lammers fand die ASG zum Erstaunen des Übungsleiters keine Antwort. Ungläubig nahm Bertow auch zur Kenntnis, dass sich seine Sieben zeitweise überhaupt nicht an die vereinbarten Konzeptionen hielt. Die anfängliche 2:0-Führung war dementsprechend rasch futsch, Senden lag über 15:12 zur Pause mit 18:15 vorn – und das zurecht. ASV-Coach Diethard von Boenigk hatte die Hausherren gut auf den Tabellenführer eingestellt. Der Tabellenvorletzte bot dem haushohen Favoriten eindrucksvoll Paroli. Auch weil dieser im Abschluss wenig effektiv war, zudem viermal das Aluminium traf.

Im zweiten Abschnitt stellte sich zunächst keine Besserung ein. Im Gegenteil, es kam noch schlimmer. Senden setzte sich über 21:18, 23:19 sogar bis auf 28:21 (47.) ab. Die Alarmsirenen schrillten wie bekloppt. Doch statt nun in Hektik zu verfallen, „haben wir plötzlich mit Geduld gespielt“, wunderte sich Sascha Bertow ein weiteres Mal an diesem Abend über sein Team. Aus heiterem Himmel kehrte Ruhe ein, wirkten die Angriffsbemühungen der Ahlener durchdacht und abgeklärt. Zudem packte die nun zur 4:2-Deckung transformierte Abwehr eiskalt zu. „Wir hatten den längeren Atem und haben das Spiel in den letzten zehn Minuten entschieden“, berichtete Sascha Bertow. Als Kevin Wiegers per Siebenmeter in der 51. Minute auf 27:29 verkürzte, läuteten die Gäste eine furiose Schlussoffensive ein. Zwei Minuten vor dem Ende markierte Philipp Lemke den 31:32-Anschlusstreffer. Und Thorsten Szymanski sorgte per Doppelschlag noch zweimal für den Ausgleich (32:32, 33:33). Nach 59 Minuten und 58 Sekunden war es dann soweit: Thomas Lammers erzielte das 34:33 und ließ damit das Ahlener Löwenherz höher schlagen.

Mehr noch: Es bebte.

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