Reform des DHB-Pokals
Amateuren winkt die große Bühne

Ahlen -

Der DHB und die HBL reformieren den Pokalwettbewerb und führen zur nächsten Saison einen DHB-Amateur-Pokal ein. Darüber könnten sich sogar Oberligisten für den DHB-Pokal qualifizieren. Bei der Ahlener SG stoßen die Änderungspläne der Verbandsfunktionäre allerdings nur auf eines - höfliches Desinteresse.

Mittwoch, 04.12.2013, 06:12 Uhr

Der bislang letzte Auftritt von Sascha Bertow mit der ASG in der zweiten Runde des DHB-Pokals war am 24. September 2008. Damals gab es in der ausverkauften Friedrich-Ebert-Halle eine 26:37-Niederlage gegen den THW Kiel. Mittlerweile ist eine Teilnahme am DHB-Pokal für den Oberligisten in weite Ferne gerückt.
Der bislang letzte Auftritt von Sascha Bertow mit der ASG in der zweiten Runde des DHB-Pokals war am 24. September 2008. Damals gab es in der ausverkauften Friedrich-Ebert-Halle eine 26:37-Niederlage gegen den THW Kiel. Mittlerweile ist eine Teilnahme am DHB-Pokal für den Oberligisten in weite Ferne gerückt. Foto: René Penno

Der DHB und die HBL stellen den Pokalwettbewerb auf ein neues Fundament: Aber der Saison 2014/2015 wird neben dem großen DHB-Pokal auch ein DHB-Amateur-Pokal ausgetragen. Dessen Endspiel findet im Rahmen des Final-Four-Turniers um den DHB-Pokal statt. Sascha Bertow , in Personalunion Cheftrainer und Sportlicher Leiter der Ahlener SG , nimmt die Reformpläne unaufgeregt zur Kenntnis. Mehr noch, sie stoßen auf höfliches Desinteresse.

Hiervon profitieren alle teilnehmenden Profi- und Amateurvereine sowie der deutsche Handball insgesamt.

HBL-Präsident Reiner Witte

„Der DHB-Pokal der Männer mit dem Final-Four-Turnier zählt zu den attraktivsten Wettbewerben des Handballsports. Mit dem neuen Angebot für Amateurmannschaften möchten wir die Faszination Pokal in Deutschland noch einmal erhöhen“, preist DHB-Präsident Bernhard Bauer dagegen das Vorhaben an. Auch HBL-Präsident Reiner Witte vertritt die Ansicht, dass es durch die gemeinsam erarbeitete Änderung gelinge, die Attraktivität des kompletten Wettbewerbes zu steigern. „Hiervon profitieren alle teilnehmenden Profi- und Amateurvereine sowie der deutsche Handball insgesamt“, sagt Witte.

Von zusätzlicher Aufmerksamkeit werden seiner Ansicht nach insbesondere die unterklassigen Mannschaften im neuen DHB-Amateur-Pokal profitieren. „Wir schaffen für die Basis eine wertvolle Motivation”, betont auch Andreas Michelmann, verantwortlicher Vizepräsident für das im DHB-Bundestag im September wiederbelebte Ressort Amateur- und Breitensport. „Die nun realistische Aussicht für einen Oberligisten, beim Final-Four-Turnier auf großer Bühne zu spielen, wird bei vielen Vereinen neue Energie freisetzen. Auch das ist ein Baustein, um den Handballsport stabiler an der Basis zu verankern.“

Das ist sehr langwierig und erhöht die Spielintensität. Dadurch hätte man noch weniger freie Wochenenden. Ich bin daher kein großer Freund des Pokalwettbewerbs.

Sascha Bertow (Ahlener SG)

Sascha Bertow wiederum mag durch die Veränderung keine wirkliche Attraktivitätssteigerung erkennen. „Es ging ja schon vorher, sich als Amateurverein für den DHB-Pokal zu qualifizieren. Allerdings ist der Weg dahin sehr weit“, so Bertow. Für seinen Geschmack zu weit, schließlich gelte es, sich erst über den Kreis und den jeweiligen Landesverband zu qualifizieren. „Das ist sehr langwierig und erhöht die Spielintensität. Dadurch hätte man noch weniger freie Wochenenden. Ich bin daher kein großer Freund des Pokalwettbewerbs“, räumt Bertow ein. Aufwand und Ertrag stünden für ihn in keinem Verhältnis. Obendrein sei die Chance für einen Oberligisten wie die ASG, sich gegen ein Feld von Drittligisten durchzusetzen und sich damit tatsächlich für den DHB-Pokal zu qualifizieren, sehr gering. Dennoch werde die Ahlener SG voraussichtlich in der neuen Saison für den Pokal melden. Das soll aber erst einmal die Ausnahme bleiben. Erst wenn es klarere Regeln und ein wirklich sinnvoll strukturierten Pokalwettbewerb gebe, wolle Sascha Bertow noch einmal über die Sache nachdenken – und dann vielleicht regelmäßig am Pokal teilnehmen.

Die von DHB und HBL mit viel Zuckerguss angekündigte Reform, sie geht also an der ASG (weitgehend) vorbei.

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