Handball in der 3. Liga: In Greven gab es ein Donnerwetter
Farwick holt den Hammer raus

Greven -

Mit diesem Auftritt hatten die Damen des SC Greven 09 wohl kaum gerechnet. Die gesamte Vereinsprominenz stärkte Manfred Farwick den Rücken, als dieser die Spielerinnen zur Verantwortung zog.

Freitag, 14.02.2014, 16:02 Uhr

Ihr Einsatz ist fraglich: Zsuzsa Baross hat einen Pferdekuss hinnehmen müssen und laboriert in der Folge noch an einem Bluterguss im Oberschenkel.
Ihr Einsatz ist fraglich: Zsuzsa Baross hat einen Pferdekuss hinnehmen müssen und laboriert in der Folge noch an einem Bluterguss im Oberschenkel. Foto: hri

Es gab am Donnerstagabend ein Donnerwetter bei den Handballdamen, wobei nicht das Spiel am Samstagabend in der Rönnehalle im Mittelpunkt stand, sondern das Verhalten der Mannschaft, die sich am vergangenen Wochenende so sehr hat verdreschen lassen. Alle waren gekommen, um Solidarität mit dem Sportlichen Leiter Manfred Farwick zu demonstrieren: Der Vorsitzende Christoph Glanemann, Ehrenvorsitzender Hubert Wimber, Ehrenvorsitzender des Ältestenrats, Karl-Heinz Gritzka, Sprecher des Ehrenrates, Abteilungsleiter Wolfgang Schäpermeier und natürlich Trainerin Daniela Oana und Co-Trainer Dennis Kaltmeier.

Zwölf Seiten Powerpoint-Präsentation mussten die Spielerinnen über sich ergehen lassen. „Ich habe ihnen deutlich gemacht, dass es eine Ehre sein muss, für den SC Greven 09 zu spielen“, sagte Farwick gegenüber den WN. Da könne es nicht sein, dass in einer solch schwierigen Phase Anita Balla und Zsuzsa Baross bei Werder Bremen ein Probetraining absolvieren, Pia Spahlinger seit Wochen in Dormtund zum Probetraining erscheine und andere Spielerinnen mit anderen Vereinen im Gespräch seien. „Das ist alles legitim, wenn man sich mit anderen Vereinen unterhält, aber nicht vor solch einem wichtigen Spiel wie gegen die HSG Osterode-Harz.“

Farwick habe den Spielerinnen klar gemacht, dass er und Daniela Oana noch nie mit dem SC Greven 09 abgestiegen seien. „Und das wird auch so bleiben, ich werde die Stecknadel in dem Heuhaufen finden und den Abstieg verhindern“, sagte Farwick.

Es habe Totenstille geherrscht, als er zwei Spielerinnen von der ersten Mannschaft freistellte. Sabrina Arntzen und Pia Spahlinger, beide haben nur sehr wenige Einsätze in der ersten Mannschaft gehabt, sollen sich jetzt erst einmal auf ihr Abitur und die A-Jugend konzentrieren. „Die jungen Spielerinnen sind keineswegs weg vom Fenster“, sagte Farwick, der „mit der ganzen Situation sicher nicht glücklich“ ist. Er habe deutlich gemacht, dass keine neuen Spielerinnen geholt werden können.

Die Trainerin sieht einige junge Akteurinnen beim Training „viel zu verspielt“ und weist darauf hin, dass sie selten alle Spielerinnen beim Training hat. Sina Wassrodt und Kim Legros sind bei der Polizei, können also nicht immer zum Training kommen. Zsuzsa Baross ist verletzt (Bluterguss im Knie), Ulrike Glathe war in der vergangenen Woche beruflich verhindert. „Am Dienstag habe ich nur sechs Spielrinnen beim Training gehabt“, klagte die Trainerin, die angesichts solcher Bedingungen die Mannschaft auch nicht weiterbringen könne. „Und wenn man trainiert, dann scheint es manchmal, als seien die Spielerinnen auf einem anderen Planeten.“

Dennoch hat die Trainerin die Mannschaft auf den Gegner HSG Union Halle vorbereitet. „Das ist eine richtig starke Mannschaft, die auf allen Positionen gut besetzt ist“, weiß die 09-Trainerin. Ihre Mannschaft müsse versuchen, die Lücken im Abwehrblock zu finden. „Und die Fans müssen helfen“, bittet sie die Zuschauer, am Samstagabend in der Rönnehalle alles zu geben – was sie auch von ihren Spielerinnen erwartet.

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