Handball 3. Liga Damen
Im Rausch der Glückshormone

Greven -

Am Ende schrie jede Spielerin ihre Glücksgefühle raus. Nach dem 30:28-Sieg über die HSG Bad Salzuflen spürten die Zuschauer praktisch das Adrenalin, das die Spielerinnen zu so einer unglaublichen Leistung trieb.

Sonntag, 16.03.2014, 12:03 Uhr

Wirbelwind Anita Balla setzte sich ein ums andere Mal durch. Pech für die Abwehrspielerin: Da, wo bei anderen die Hüfte ist und zugepackt wird, ist bei der 09-Spielerin der Hals – und dann gibt’s Siebenmeter.
Wirbelwind Anita Balla setzte sich ein ums andere Mal durch. Pech für die Abwehrspielerin: Da, wo bei anderen die Hüfte ist und zugepackt wird, ist bei der 09-Spielerin der Hals – und dann gibt’s Siebenmeter. Foto: wik

Bereits eine Minute vor dem Ende der Begegnung riss Trainerin Daniela Oana die Hände in die Höhe. Und als das „Küken“ Sophia Bultmann 31 Sekunden vor dem Schlusspfiff das Tor zum 30:26 erzielte, da brachen alle Dämme. Da wollte jede Spielerin die andere in den Arm nehmen und herzen. Dass der Gast HSG Bad Salzuflen dann noch zwei Treffer markieren konnte – wen störte es?

Als wollten sie sich die Glückwünsche von den Fans einzeln abholen, hüpften die Spielerinnen auf die Tribüne und bedankten sich bei ihnen persönlich mit dem Abklatschen. Sie wussten, dass diese Fans ganz erheblich zu ihrem 30:28-Sieg über die HSG Bad Salzuflen beigetragen hatten.

Dabei stellte die Mannschaft ihre 248 Zuschauer auf eine enorme Geduldsprobe. 0:6 lag das Team nach sechs Minuten hinten. Unvorbereitete Würfe und Fehlpässe führten zu Gegenstößen und blitzschnellen Handlungen beim Gast, der offenbar glänzend eingestellt war. Schließlich war es Zsuzsa Baross , die mit dem ersten Treffer zum 1:6 den Bann brach. Jetzt holte die 09-Mannschaft Tor um Tor auf, und beim 12:12 erneut durch Zsuzsa Baross nach exzellentem Überzahlspiel schien das Spiel zugunsten der Grevenerinnen zu kippen. Doch die Aufholjagd hatte offensichtlich zu viel Kraft gekostet. Der Gast berappelte sich und erzielte drei Treffer in Folge, in der Schlusssekunde markierte Zsuzsa Baross per Siebenmeter den 13:15-Pausenstand.

Die Regisseurin Nele Biester setzte mit ihrem Treffer zum 14:15 ein Zeichen. Die in der zweiten Halbzeit überragende Spielerin markierte auch den erneuten Ausgleich zum 18:18-Unentschieden. Entscheidend im zweiten Durchgang war auch die Leistung der Torhüterin Lisa Klanz, die ein ums andere Mal mit glänzenden Paraden dafür sorgte, dass 09 in Ballbesitz kam. Und dann wirbelte vorne Anita Balla, wenn nichts mehr lief, wuselte sich durch die gegnerischen Reihen, die wie Mikadostäbchen umfielen oder unbeholfen der kleinen 09-Spielerin an die Gurgel gingen. Jeweils mit Nachspiel. Die fälligen Siebenmeter verwandelte Zsuzsa Baross eiskalt – sieben Mal war sie vom Punkt aus erfolgreich, ohne sich auch nur einen Fehlwurf zu leisten. Und dann gab’s noch ab und an eine Zwei-Minuten-Strafe obendrauf. Ulrike Glathe, die in der ersten Halbzeit aus dem Rückraum getroffen hatte, setzte sich jetzt auch im Zweikampf durch – die Treffer der Grevenerinnen wurden immer spektakulärer. Sie spielten sich in einen Rausch bis zu eben jenem 30:26 – danach war’s egal. Der Sieg war in trockenen Tüchern. Und die Glücksgefühle mussten hinausgetragen werden bis zu den Fans in die oberste Reihe. Sie wussten, dass sie diese enorme Leistung nur haben bringen können, weil sie diese tollen Fans im Rücken hatten.

09: Klanz, Legros, Tiba, Wassrodt, Beckmann, Jost, Biester (4), Balla (4), Bultmann (3), Baross (13/7), Ludusan, Breudel, Glathe (6), Langkamp.

Bad Salzuflen: Sauer, Schwarz, Lippert, Reuschel (1), Hill (5), Homovics, Beke (9), Ilyes (3), Schönhagen, Pallas (4), Murad (2), Anton (4).

Schiedsrichter: Bohmbach/Meyer, Zwei-Minuten-Strafen: 4:8 Minuten; Siebenmeter: 7/7:3/2.

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