Handball: 3. Liga
Kopf und Kampf gegen Qualität

Greven -

Für die meisten Fans des SC Greven 09 war am vergangenen Wochenende die Sache mit der dritten Liga gegessen. Doch die Spielerin Ulrike Glathe zeigt auf, dass noch etwas zu machen ist.

Mittwoch, 02.04.2014, 20:04 Uhr

Ulrike Glathe glaubt noch an den Klassenerhalt.
Ulrike Glathe glaubt noch an den Klassenerhalt. Foto: hri

Nach der schwachen Vorstellung der Grevener Handballdamen am vergangenen Wochenende gegen den MTV Rohrsen hat WN-Redakteur Winfried Kitzmann mit der routinierten Spielerin Ulrike Glathe gesprochen, wie es mit der Mannschaft weitergehen wird.

Habt Ihr inzwischen die bittere Niederlage verkraftet?

Glathe: Für einige Spielerinnen war das wie ein Weltuntergang. Wenn jetzt, wie nach dem Spiel, alle auf der Mannschaft herumhacken, dann wird das auch nicht besser. Beim Training herrscht natürlich eine bedrückende Stimmung. Jeder weiß, dass so etwas nie wieder passieren darf.

Wie kann es sein, dass Ihr in den Heimspielen zuvor eine gute Leistung abgeliefert habt und jetzt gegen den MTV Rohrsen so untergegangen seid?

Glathe: Wir haben in der Woche zuvor gut trainiert. Allen war klar, dass wir Rohsen hätten schlagen müssen. Denn die Mannschaft beherrscht eine überschaubare Anzahl von Spielzügen und entwickelte in den Spielen, die wir uns angesehen haben, sehr wenig Dynamik. Doch wir standen extrem unter Druck. Nachdem wir nach zehn Minuten nur mit 1:0 geführt hatten, wurde es für viele schwierig. Wir alle hatten uns das ganz anders vorgestellt. Wir hätten an dieser Stelle locker weiterspielen müssen. Wir lagen ja in Führung. Im Grunde war ja nichts passiert.

Die Trainerin sprach von extrem schwierigen Trainingsbedingungen und moniert, dass nicht alle Spielerinnen teilnehmen. Woran liegt das?

Glathe: Die Trainingsbeteiligung ist tatsächlich katastrophal, aus welchen Gründen auch immer. Da gibt es Verletzungen, Krankheiten, berufliche Gründe und vieles mehr. Wir haben ja so gut wie nie die Möglichkeit, mit einem kompletten Angriff oder mit einer kompletten Deckung zu spielen. Und das wird sich auch nicht ändern. So wie wir am vergangenen Samstag in der Abwehr aufgelaufen sind, haben wir im Training kein einziges Mal trainiert.

Mit Anita Balla und Zsuzsa Baross sind zwei wichtige Spielerinnen verletzt. Kann die Mannschaft das auffangen?

Glathe: Die Mannschaft hat ja bereits in Blomberg gezeigt, dass sie auch den Ausfall von routinierten Spielerinnen verkraften kann. Wir dürfen allerdings auch gegen den TV Oyten keine Wunder erwarten. Wir müssen jetzt noch enger zusammenrücken. Die Spielerinnen, die bisher kaum gespielt, das aber immer eingefordert haben, müssen jetzt zeigen, was sie drauf haben. Wir wollen die Schmach vom vergangenen Wochenende wettmachen. Das ist schwierig, aber nicht unmöglich. Kopf und Kampf muss dann die Qualität besiegen.

Ihr arbeitet jetzt mit einer Psychologin zusammen. Wirkt sich das positiv aus?

Glathe: Grundsätzlich ist das eine gute Sache. Bei Ana-Maria Ludusan haben sich die Gespräche ja schon positiv ausgewirkt. Auch den jungen Leuten kann sie helfen in der Verarbeitung von Misserfolgserlebnissen.

Wie viele Spiele müsst Ihr noch gewinnen, um die Klasse zu erhalten?

Glathe: Zwei, aber ich will mich jetzt nicht genau darauf festlegen, welche.

Was passiert mit dem Handball in Greven , wenn die Mannschaft tatsächlich absteigen sollte?

Glathe: Gute Frage. Aber damit will ich mich jetzt gar nicht beschäftigen. Für mich stehen die nächsten Wochen im Vordergrund.

Was passiert denn mit Dir? Hast du schon Pläne für die Zukunft?

Glathe: Tendenziell ist es so, dass ich mich ein wenig zurückziehen will. Ich betreibe ja einen sehr hohen Aufwand. Neben dem Handballtraining muss ich ja noch mindestens zweimal in der Woche ein Krafttraining für das Knie absolvieren. Da ist der zeitliche Aufwand doch sehr hoch. Nach dem Ende der Saison entscheide ich dann, ob und wo ich spielen werde. Das verletzte Knie zeigt mir auch schon mein Alter an. Früher habe ich achtmal in der Woche trainiert, jetzt habe ich bei fünfmal schon erhebliche Probleme.

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