TB Burgsteinfurt/Arminia Ochtrup
Zwischen Bundes- und Kreisliga

Burgsteinfurt/Ochtrup -

Im nördlichen Münsterland hat sich Burgsteinfurt als Hotspot des weiblichen Handball-Nachwuchses etabliert. Spätestens als die A-Jugend des Turnerbundes im Frühsommer an das Tor zur Bundesliga klopfte, dürfte sich das bei den Fans in der Region herumgesprochen haben. Ganz so weit ist man in Ochtrup noch nicht. Doch auch hier schickt sich die männliche A-Jugend in der Landesliga an, den Namen SC Arminia über regionale Grenzen hinauszutragen.

Donnerstag, 29.10.2015, 16:10 Uhr

Verheißungsvoller Nachwuchs steht also hüben wie drüben in den Startlöchern. Doch finden diese Jugendlichen später als Senioren in ihren Heimatvereinen ein lohnenswertes Betätigungsfeld? Das könnte problematisch werden. Die erste Damenmannschaft des TB Burgsteinfurt sah sich vor wenigen Monaten gezwungen, den geordneten Rückzug aus der Verbandsliga in die zwei Klassen tiefer angesiedelte Bezirksliga zu bewerkstelligen. Und in Och­trup spielt die „Erste“ in der Kreisliga. Das ist respektabel. Dennoch könnte sich dort der eine oder andere A-Jugendliche unterfordert fühlen.

Sehen sich der TBB und der SCA als reine Ausbildungsvereine? Oder streben sie an, möglichst viele ihrer veranlagten Akteure in den eigenen Reihen zu halten? Es ist ein schwieriger Spagat, die passenden Bühnen für den starken Nachwuchs zu finden. Die beiden heimischen Clubs liefern differenzierte Antworten auf offene Fragen.

„Grundsätzlich ist der Verein darum bemüht, den Damen-Bereich wieder nach oben zu bringen“, sagt Ansgar Cordes . Gemeinsam mit Astrid Rehorst, Kristin Gerdener und Markus Tasche trainiert er das Aushängeschild der Handballabteilung. Abzuwarten bleibt, inwieweit sich das realisieren lässt. Denn strukturelle Probleme in der Ausbildung machten es den Vereinen nicht gerade leichter, Talente zu binden. „Früher waren die Spielerinnen bis zu einem Alter von 19 Jahren bei uns. Jetzt sind sie durch das G-8-Abitur noch früher weg“, erläutert Cordes. Und da im Frauen-Handball kein Geld zu verdienen sei, habe die berufliche Ausbildung zwangsläufig Priorität.

Auch dem SC Arminia Ochtrup stellt sich dieses Problem mit seinen männlichen A-Jugendlichen. Zumal es ein offenes Geheimnis ist, dass sich bei den Männern durchaus schon auf Amateurebene etwas verdienen lässt. Da ist die Verlockung groß, dem Werben höherklassiger Vereine zu widerstehen. Gleichwohl arbeitet Arminia daran, den Stamm des Kaders zusammenzuhalten. Indem er ihm Perspektiven bietet. „Die A-Jugend ist der Unterbau für unsere erste Mannschaft. Mit ihr möchten wir auf jeden Fall höher hinaus in den nächsten Jahren“, verkündet Burkhart Homölle.

Womit der stellvertretende Vorsitzender der Handballabteilung im SC Arminia Ochtrup auf einer Wellenlänge mit Trainer Hans-Georg Weber liegt. „Ich gehe davon aus, dass spätestens dann, wenn unsere A-Jugendlichen zu den Senioren aufrücken, in Richtung Landesliga geguckt werden muss.“ Weber sieht Ochtrup dafür gerüstet: „Arminia braucht keine Sorgen zu haben. Die Qualität ist da.“

Die Rückkehr in höhere Gefilde scheint auch für die Burgsteinfurter der einzig gangbare Weg. Die ersten Damen der Ibbenbürener Spielvereinigung sind als Tabellenzweiter der Oberliga derzeit die Nummer eins in der Region. Dahinter haben sich mit Vorwärts Wettringen, DJK Coesfeld und Westfalia Kinderhaus drei Verbandsligisten positioniert. „Wenn wir es nicht schaffen, künftig wieder höher zu spielen, werden wir nicht alle Spielerinnen halten können“, sagt Cordes. In Burgsteinfurt wie auch in Ochtrup stellen sich die Verantwortlichen dieser Herausforderung.

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