Handball: Landkarte der 3. Liga West
Der Westen reicht bis zur Nordsee

Ahlen -

Wo die Fische „im Wasser sind und selten an Land“, im hohen Norden der Republik also, wird bekanntlich gerne und erfolgreich Handball gespielt. Für den heimischen Drittligisten von der Ahlener SG bedeutet das mindestens ein Mal in dieser Saison eine sehr weite Anreise, wenn es zur Auswärtspartie nach Aurich geht. Andere Vereine trifft es aber noch deutlich schlimmer.

Donnerstag, 24.08.2017, 05:08 Uhr

Ganz oben im Norden liegt Aurich aus Sicht der anderen Clubs der 3. Liga in der Staffel West (schwarze Punkte). 255 Kilometer sind es von Ahlen aus bis dort.
Ganz oben im Norden liegt Aurich aus Sicht der anderen Clubs der 3. Liga in der Staffel West (schwarze Punkte). 255 Kilometer sind es von Ahlen aus bis dort. Foto: Manfred Krieg

Am Freitag, 25 August, öffnet die 3. Liga West ihre Pforten. Drei Partien stehen dann auf dem Programm. Die heimischen Handballer von der ASG müssen dagegen erst am Sonntag ran. Die Saison der Ahlener beginnt so, wie die letzte endete, mit einem Gastspiel bei der HSG Krefeld. Vor drei Monaten stand die ASG allerdings enorm unter Druck und konnte mit einem souveränen 28:21-Auswärtssieg den Kopf doch noch aus der Schlinge ziehen und die Klasse halten. Damals traf es TuS Volmetal, der sich aber in einer Relegation ebenfalls noch rettete.

Vier Abgänge in Staffel West

Auch in Ahlens zweitem Jahr in der 3. Liga hat sich die Gegnerschaft ein wenig gewandelt. Der Neusser HV wurde Meister, stieg auf, benannte sich in HC Rhine Vikings um und bietet nun Zweitliga-Handball in Düsseldorf an. Die SG Langenfeld und SG Ratingen mussten zurück in die Oberliga. Der vierte Abgang ist der GSV Eintracht Baunatal, der nach einjährigem Gastspiel die West- gegen die Ost-Staffel tauschte.

Statt nach Hessen geht es nun an die Nordseeküste

Eigentlich müssten die Teams aufatmen, da eine weite Fahrt nach Nordhessen wegfällt. Doch der Tausch war kein guter. Um die Staffel nämlich zu füllen, wurden erneut Aufsteiger ATSV Habenhausen und der OHV Aurich der West-Staffel zugeschlagen. In Aurich waren die Macher der Vereinswebsite scheinbar so überrascht von der Neueinteilung, dass das Saisonauftaktspiel gegen GWD Minden II unter dem Label 3. Liga Nord geführt wird. Allerdings ist die West-Staffel absolut kein Neuland für die Ostfriesen, die fünf der sieben Jahre in der Drittklassigkeit im Westen verbrachten, lediglich 2014/15 und 2016/17 im Norden spielten.

Der Aufsteiger aus Habenhausen war erst vor einem Jahr aus der West-Staffel abgestiegen, spielte zuvor 2013/14 im Norden und kehrt nun in den Westen zurück. Habenhausen liegt links der Weser im Süden von Bremen. Die Ahlener müssen 208 Kilometer zurücklegen, um zur Hinni-Schwenker-Halle zu gelangen. Der Namensgeber der Halle war einer der erfolgreichsten deutschen Handballspieler der 1950er und 1960er Jahre und spielte über 40 Jahre lang beim ATSV Habenhausen.

255 Kilometer fährt Ahlener SG bis zum Auswärtsspiel in Aurich

Die weiteste Fahrt führt die Ahlener allerdings zur Nordsee. Ende März 2018 müssen sie 255 Kilometer zurücklegen, um in Aurich anzutreten. Der dritte von vier Neuzugängen in der Staffel West liegt dafür fast vor der Haustür. Nur 60 Kilometer sind es bis Menden im Sauerland, wo im vergangenen Jahr aufgrund einer Fusion zwischen der HSG Menden-Lendringsen und dem TV Menden-Schwitten ein neuer Club namens SG Menden Sauerland Wölfe entstand, der dann auch gleich Meister in der Oberliga Westfalen wurde.

In den Staffeln Nord und Ost sind Fahrtstrecken noch weiter

Die Landkarte aller dritten Ligen zeigt aber deutlich, dass es nur zwei kompakte Staffeln gibt. Neben dem Westen haben auch die Südclubs annehmbare Fahrtstrecken zurückzulegen. Aus dem „Handball-Entwicklungsland“ Bayern kommt nur der TuS Fürstenfeldbruck hinzu. Im Osten und Norden ist die Zerklüftung teilweise eklatant. Satte 500 Kilometer beträgt die Entfernung zwischen Magdeburg und Leutershausen. Im Norden liegen zwischen Potsdam und Flensburg 430 Kilometer. Im Westen ist die Fahrt zwischen Aurich und Longerich „nur“ 315 Kilometer lang.

Im Norden gab es allerdings schon einen Abgang. Der letztjährige Vizemeister HSV Norderstedt, Lizenznachfolger der HSG Norderstedt/Henstedt-Ulzburg, zog das Team vom Spielbetrieb zurück, da ein Hauptsponsor abgesprungen war.

Zweitliga-Absteiger TuS Ferndorf ist hoher Favorit

Nach den jüngsten Ergebnissen dürfte die Favoritenrolle in punkto Meisterschaft klar vergeben sein. Zweitliga-Absteiger TuS Ferndorf setzte am vergangenen Wochenende gleich zwei Ausrufezeichen. Zunächst wurde Bundesligist GWD Minden in eigener Halle in der ersten Runde aus dem Pokal geworfen (23:22). Einen Tag später war Zweitligist TV Emsdetten gegen die Kreuztaler chancenlos und ging mit 23:29 unter. Der Außenseiter überzeugte in beiden Spielen mit einer sehr konzentrierten Leistung in Abwehr und Angriff. Spätestens jetzt ist klar, dass der Weg zum Titel nur über den TuS führen dürfte.

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