Handball-Bezirksliga: Eintracht Dolbergs Coach im Interview
Thomas Steinhoff: „Die alten Hasen können noch deutlich mehr“

Dolberg -

Sein für den kommenden Sommer angekündigter Rücktritt kam für viele überraschend. Erst recht angesichts der derzeitigen Spitzenposition in der Bezirksliga. Im Interview zieht Eintracht Dolbergs Handball-Trainer Thomas Steinhoff eine erstaunlich gemischte Bilanz der Hinrunde und erklärt, was zum Wiederaufstieg in die Landesliga noch fehlt.

Dienstag, 09.01.2018, 18:01 Uhr

„Da geht noch was!“ Das glaubt Eintracht Dolbergs Trainer, der seine Handballer noch nicht am Leistungsmaximum angekommen sieht.
„Da geht noch was!“ Das glaubt Eintracht Dolbergs Trainer, der seine Handballer noch nicht am Leistungsmaximum angekommen sieht. Foto: Lars Gummich

Platz eins in der Bezirksliga und damit auf dem besten Weg, den sofortigen Wiederaufstieg klarzumachen – da sollte man als Trainer eigentlich ganz zufrieden sein. Trotzdem hat man in der Hinrunde des Öfteren auch kritische Töne von Ihnen gehört. Wie kommt’s?

Thomas Steinhoff : Wenn man auf die Tabelle guckt, muss man natürlich sagen: Die Hinrunde ist für uns optimal gelaufen. Ich sehe aber eben nicht nur die Tabelle, sondern auch die Spiele. Und da waren definitiv zwei, drei dabei, in denen wir nicht gut waren. Gerade wenn man dem Gegner eigentlich haushoch überlegen ist, fährt man schnell in seinem Fahrwasser, wenn man nicht konzentriert bleibt. Wir haben uns zu oft an das Niveau des Gegners angepasst. Da ist noch viel Luft nach oben. Auch das Topspiel gegen den Hammer SC (28:28, Anm. d. Red.) war zweischneidig. Wir haben einerseits einen Sieben-Tore-Rückstand noch aufgeholt. Das spricht natürlich für die Moral meiner Mannschaft. Andererseits haben wir uns erst durch unzählige technische Fehler selbst in diese Situation gebracht. Das hätte niemals passieren dürfen.

Was also muss sich bei Ihrer Mannschaft noch verbessern, damit es am Ende mit dem Aufstieg klappt?

Steinhoff: Erzwingen kann man den natürlich nicht. Aber wichtig wäre, dass vor allem unsere alten Hasen noch viel mehr Verantwortung übernehmen und vorangehen. Ich schaue immer: Was kann der Spieler und was davon ruft er ab? Da können unsere Etablierten deutlich mehr und müssen die Jungen noch besser mitreißen und mitnehmen.

Was waren denn die positiven Überraschungen in der Hinrunde?

Steinhoff: Unsere jungen Spieler der Jahrgänge 96/97 – also Max Brentrup, Julian Lauf und Simon Kellermann – haben mich schon sehr überrascht, dass sie so einfach in der Bezirksliga mitspielen können. Sie arbeiten sehr akribisch an sich. Auch Janik Heickmann (wechselte trotz des Dolberger Abstiegs und seiner ursprünglichen Zusage für die Landesliga aus Beckum) macht seine Sache sehr gut und ist so etwas wie ein Toptransfer für uns geworden.

Im Sommer geht nach dann fünf Jahren Ihre Zeit als Trainer der Dolberger Handballer zu Ende. Was soll denn Ihr Nachfolger mitbringen?

Steinhoff: Schwer zu sagen. Ich wollte hier in Dolberg Angriffshandball spielen lassen, mit offenem Visier, den Zuschauern auch ein kleines Spektakel bieten. Aber das war meine Philosophie. Vielleicht sieht das ein neuer Trainer anders. Vielleicht erhoffe ich mir sogar, dass er es anders sieht, weil jeder Trainer seine eigene Philosophie hat und auch haben muss.

Die Frage müsste eigentlich nicht gestellt werden, aber was war das bisher denkwürdigste Ereignis in Ihrer Amtszeit?

Steinhoff: Natürlich der Aufstieg. Da wurden Emotionen frei, als wir erst in der Kabine erfahren haben, dass wir es überraschend doch geschafft haben.

Auch bei dem berühmten Nackten, der damals nach Ihren Worten aus der Kabine gestürmt sein soll . . .

Steinhoff: lacht Den gab es wirklich! Das werde ich auch nie wieder vergessen. In dem Moment habe ich nur gedacht, was für eine bekloppte Truppe das doch ist . . .

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